So rettet ihr eurem Kind das Leben, wenn es sich verschluckt hat

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Vor Jahren, lange bevor ich ein Kind hatte, wohnte ich neben einem Spielplatz, auf dem, so erzählte man mir, ein Kind an einer Traube erstickte – alle Eltern standen dabei, keiner konnte das Kind retten, weil niemand so richtig wusste, was zu tun war. Seitdem ist das mein absoluter Albtraum – dass sich mein Kind verschluckt, und ich nicht helfen kann.

Die Angst ist nicht unbegründet: Ersticken ist eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern unter drei Jahren. Häufig verschlucken sich die Kinder an Essen: Trauben, Wurststückchen oder Popcorn-Körnern – wie die zweijährige Mirranda aus den USA.

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Sie hatte Popcorn-Korn in die Luftröhre bekommen und taumelte nach Luft ringend ins Wohnzimmer zu ihren Eltern, wo sie ohnmächtig wurde. Das Korn war zu tief in ihrer Luftröhre, die panischen Eltern bekamen es nicht heraus. Der Vater versuchte sie mit Mund-zu-Mund-Beatmung am Leben zu halten bis der Krankenwagen kam – zu diesem Zeitpunkt hatte Mirrandas Herz bereits aufgehört zu schlagen. Es gelang den Ärzten sie zu reanimieren, allerdings hatte ihr kleines Gehirn einen irreparablen Schaden erlitten. Sechs Monate kämpften die Eltern um Mirrandas Leben, dann verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand und die Ärzte mussten die Maschinen abstellen.

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Ihre Eltern hoffen, dass sie das letzte Kind war, dass je an einem Popcorn-Stückchen erstickt ist, und wollen das Bewusstsein für alltägliche Gefahren stärken.

Folgende Tipps sollte sich jede Mama zu Herzen nehmen:

  • Die Luftröhre von Kleinkindern ist sehr eng und kurz, deshalb sind harte, große Stücke von „Risiko“-Nahrungsmitteln gefährlich: Nüsse, Käse – und Wurststücke, Karottenstücke, etc. Alles immer klein schneiden, Trauben mindestens halbieren!
  • Lasst Kinder nicht mit Essen im Mund herum laufen
  • Merkt euch diese Schritte: Wenn das Kind noch hustet, unterstützt es dabei. Löst sich der Gegenstand nicht, legt das Kind bäuchlings über euer Knie, und schlagt fünfmal mit der Hand zwischen die Schulterblätter. (Bei ganz kleinen Kindern dabei den Kopf mit der anderen Hand stabilisieren, dass es nicht noch zu schlimmeren Verletzungen durch ein Schütteltrauma kommt.)
  • Wenn sich das Objekt dabei nicht löst, droht das Kind zu ersticken. Dann kniet euch auf Höhe des Kindes, hinter das Kind. Umschließt es mit beiden Armen, findet den Bauchnabel. Nun ein Faustbreit über dem Nabel mit beiden Händen ruckartig nach schräg oben in den Bauch drücken, um durch den Druck das Objekt zu lösen. Da das innere Verletzungen auslösen kann, darf man das Verfahren nicht bei Säuglingen anwenden. Die sollte man auf den Rücken legen und mit zwei Fingern kräftig in die Brustmitte drücken.
  • Verliert das Kind das Bewusstsein, spätestens jetzt den Notruf 112 anrufen. Startet mit der Herzrythmusmassage (30x) und Beatmung (2x), immer im Wechsel, bis der Notarzt da ist.

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Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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