Single-Mama mit 46: „Auf ‚den Richtigen‘ kann ich nicht warten.”

„Wenn Sie meinem 16-jährigen Ich gesagt hätten, dass ich mit 46 geschiedener Single bin und allein ein Baby bekommen würde – freiwillig – mir wäre ein Schauer über den Rücken gelaufen und ich hätte entschieden ‚nein‘ gesagt.” Doch genau so sieht Isha Sesays Leben gerade aus, auch wenn sie sich das früher nie hätte vorstellen können.

Wie viele von uns hatte sie als junger Mensch sehr klare und konventionelle Vorstellungen von ihrer Zukunft. Doch dann kam das Leben dazwischen. Von ihrer ungewöhnlichen Kinderwunsch-Reise erzählt die amerikanische Fernseh-Journalistin auf today.com.

Als Journalistin wurden ihre Träume wahr.

13 Jahre lang war sie auf Sendung für CNN International, auf Reisen um die Welt, um über globale Ereignisse zu berichten und Interviews mit Präsidenten, Filmstars und führenden Persönlichkeiten der Welt zu führen. Sie veröffentlichte ein Buch, wurde UN-Botschafterin und gründete eine gemeinnützige Organisation, um afrikanische Mädchen zu stärken.

Trotz dieser beeindruckenden Vita und ihren großartigen Verdiensten bleibt ihr größter Wunsch unerfüllt: Mutter zu werden.

„Meine kurze Ehe mit einem netten Mann blieb kinderlos. Dann, als ich 40 wurde, hatte meine Mutter einen schlimmen Schlaganfall, der mir keinen emotionalen Raum ließ, um über etwas anderes nachzudenken, als mich um sie zu kümmern. Sechs Jahre vergingen und noch vor einigen Monaten befand ich mich in einer ungesunden Beziehung mit einem Mann.”

Für eigene Kinder passten die Umstände einfach nicht.

Doch nach der unvermeidlichen Trennung wurde ihr klar: „Kein Kind zu bekommen, wäre das größte Bedauern meines Lebens. Und wenn meine biologische Uhr abläuft und ich darauf gewartet habe, dass der richtige Mann kommt, nun, ich könnte vielleicht eines Tages feststellen, dass es dann zu spät ist.”

Also beschliesst sie, ihr Leben in die Hand zu nehmen und die mutigste und beängstigendste Entscheidung zu treffen, die sie je getroffen hat: alleine ein Baby zu bekommen. „Ich habe viele lange Gespräche mit mir selbst geführt und versucht, mich damit auseinanderzusetzen, was es bedeuten würde, weder emotional noch finanziell von einem Partner unterstützt zu werden.”

Wie soll sie mit den Reaktionen von Außenstehenden umgehen?

Was würde es für ihr Kind bedeuten, dass sie alleinerziehend ist? „Ich habe immer noch nicht alle Antworten, aber ich habe mich entschieden, den Sprung zu wagen, weil ich mich weigere, mich von Angst, sozialen Konventionen oder Urteilen davon abhalten zu lassen, diese Freude zu erleben.”

Der Prozess war nicht einfach. Die endlose Reihe von Arztbesuchen hat auch eine Reihe von Blutuntersuchungen, Unterleibsuntersuchungen, Injektionen, Übelkeit auslösenden Medikamenten und eine unerwartete Myomoperation nach sich gezogen.

„Aber am herausforderndsten war die emotionale Dimension dieser Reise, insbesondere im Zusammenhang mit meiner Wahl eines Samenspenders” Die Frage nach dem passenden Spender, zwang Isha, ihre eigene Erziehung, ihre Werte und ihr Weltbild zu überdenken. „Letztendlich habe ich eine Entscheidung getroffen – ganz alleine – und ich bereue sie nicht.”

Ihr erster IVF-Versuch war leider erfolglos.

Sie weinte danach tagelang, bevor sie wieder die Kraft fand, den Prozess ein paar Monate später noch einmal zu beginnen. „Aber mit jedem Tag, der verging, wurde ich ängstlicher und besorgter über meine Chancen, ein Kind erfolgreich austragen zu können. Diese Gefühle verstärkten sich nur, als mein Arzt beschloss, meinen zweiten Versuch mitten im Zyklus abzubrechen, weil mein Körper negativ auf das Medikament reagierte.”

Nach zwei gescheiterten Versuchen hat sie kaum noch Hoffnung. „In den zwei Wochen nach dem dritten Embryotransfer rasten meine Gedanken unkontrolliert und ich kämpfte gegen den Drang an, einen frühen Schwangerschaftstest zu machen. Am Tag, bevor ich in die Klinik zurückkehren sollte, gab ich schließlich nach und kaufte einen Heimtest, weil ich eine Wiederholung des stundenlangen Wartens, bevor die Klinik mit den Ergebnissen anrief, nicht ertragen konnte.”

Am nächsten Morgen steht Isha früh auf und macht nervös den Test.

„Die Minuten vergingen und ich durchlebte eine Vielzahl von Emotionen.” Als das Wort ‚schwanger‘ auf dem winzigen Bildschirm aufblitzte, schrie sie auf und fiel auf die Knie, bevor sie in Tränen ausbrach.

„Auch wenn seitdem viele Wochen vergangen sind und mein Bauch von Tag zu Tag größer wird, bin ich jedes Mal, wenn ich die Worte ‚Ich bin schwanger‘ sage, selbst darüber verwundert. Ich bin begeistert, emotional, ängstlich, aber vor allem dankbar.

Isha plant, noch mehr von ihrem Leben als Bald-Mama und Mama zu teilen.

Sie hat die Hoffnung, dass ihre Geschichte vielleicht etwas in anderen auslöst. „Wenn jemand da draußen davon abgehalten wird, seinem Herzenswunsch nachzujagen – egal was es ist – dann gibt ihm meine Geschichte vielleicht den kleinen Schubs, den er braucht.

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Lena Krause
Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und übe mich als Patentante (des süßesten kleinen Mädchens der Welt, versteht sich). Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert. Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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