Setzen, sechs! Lehrer lästern online über Eltern – ohne Mute-Taste

Viele, viele Menschen arbeiten seit Monaten im Homeoffice, vieles Berufliches wird online „erledigt“. Da gibt es Meetings mit dem Kind auf dem Schoß, Konferenzen, bei denen alle Teilnehmer oben adrett gekleidet sind, unten aber in Jogginghose und Schlappen vor dem Rechner sitzen. Es gibt Verbindungs-Unterbrechungen, eingefrorene Bilder der Teilnehmer… ach ja.

Und auch viele Lehrer beschäftigen sich seit einigen Monaten gezwungenermaßen viel mehr mit der Technik, als ihnen lieb ist.

Quasi aus dem Nichts mussten sie digitalen Unterricht und die besten Wege, online mit ihren Schülern in Kontakt zu bleiben, aus dem Hut zaubern. Und auch mit den Eltern, denn Eltern-Infoabende konnten häufig ebenfalls nur online stattfinden.

So auch in Kalifornien. Und dort ist einer Gruppe Lehrern der absolute Super-GAU passiert – ein Klassiker unter den Fauxpas der Videokonferenz.

Wie die WELT berichtet, trafen sich die vier Schulkommission für den Grundschulbezirk im kalifornischen Oakley (Oakley Union Elementary School District). Jeder vor seinem heimischen Rechner, schon einige Zeit, bevor der Elternabend angesetzt war. Sie wollten sich vorher einmal in Ruhe absprechen – und kamen in dieser scheinbar intimen Runde schnell ins Lästern.

Schludern mit Kollegen, das tut immer mal ganz gut, oder? Aber die Lehrer machten sich so richtig Luft: Offen lästerten sie über die besorgten Eltern und deren Ängste über den Unterricht während der Pandemie. Sie zitierten diverse Facebook-Nachrichten.

Leider, leider waren sie aber schon online und die erste Eltern hatten sich bereits eingewählt.

Und die Lästereien, die diese dann zu hören bekamen waren nicht ohne: Eine Lehrerin regte sich darüber auf, dass ein Elternteil sie dafür kritisiert habe, trotz der Pandemie auf eine Party gegangen zu sein. Obwohl sie doch selbst zuvor den Schulbesuch für nicht sicher befunden habe. Daraufhin sagt sie zu ihren Kollegen über die Mutter:

„Wenn du mich herausforderst, Miststück, dann werde ich dich kaputt machen!“

Ihrer Meinung nach wären die Eltern nur so verärgert über die Schulschließung, weil sie „ihre Babysitter zurückhaben wollen“. Eine andere Lehrkraft glaubt, dass viele Eltern einfach nicht mehr ungestört kiffen könnten, seit ihre Kinder ständig zu Hause sind. Sein Bruder verkaufe medizinisches Marihuana, und die meisten Eltern hätten immer gerade dann bei ihm bestellt, wenn die Kinder in der Schule gewesen seien!

Als sich die vier so richtig ausgekotzt hatten, bemerkten sie plötzlich, dass das dich nicht nur unter acht Augen geschehen war.

Als sie ihr Missgeschick bemerkten, stellten sie das Meeting auf privat. Das war aber viel zu spät.

Denn der Stream ihrer Konferenz wurde zuvor auf der Homepage der Schulkommission inklusive Log-in-Informationen öffentlich angekündigt und tüchtig beworben. Und so hatten auch Eltern den Stream fleißig mitgeschnitten und teilten ihn dann großzügig: Der Bezirk ist insgesamt für rund 5000 Grundschulen zuständig!

Natürlich hagelte es kräftig Kritik gegen die vier Lehrkräfte. Daher erklärten sie auch ihren Rücktritt, wie der Oakley Union Elementary School District in einer Mitteilung an die Eltern bestätigt.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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