Seitdem das Baby da ist, gibt es ständig Streit? Hier kommt unser Beziehungs-Rettungsplan

Während der Schwangerschaft ist für viele noch alles rosarot: ein letzter Babymoon im Wellness-Hotel, verliebte Abendessen und er liest ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Klar, der wachsende Bauch stört den Schlaf, hinzu kommen Sodbrennen oder nervende Rückenschmerzen, aber die Harmonie stört das kaum. Dann ist das Baby da und plötzlich ist nichts mehr wie es war. Immer wieder Streit oder Missverständnisse. Wie gut wäre nun ein Beziehungs-Rettungsplan. Wir haben mit Marei Theunert, Familientherapeutin aus der Nähe von Hamburg, über veränderte Rollen und das große Konfliktpotential der ersten Zeit mit Baby gesprochen:

Beziehungs-Rettungsplan, Teil I: Vor der Geburt

Jetzt ist noch genug Zeit für intensive Gespräche. Foto: Bigstock

Auch, wenn es die rosa Wolken etwas beiseite schiebt: So lange noch alles beim Alten ist, sollten sich Paare über die Zeit nach der Geburt austauschen. „Sehr oft sind die Vorstellungen anders als die Realität“, sagt Marei Theunert. „Deshalb ist es wichtig, dass beide Partner wissen, was der andere denkt. Welche Erwartungen es gibt und welche Wünsche.“ Denn so lasse sich dann, wenn es so weit ist, Missverständnisse vorbeugen. Ein guter Grundstein für den Beziehungs-Rettungsplan.

Sobald das Baby da ist, rutschen viele Eltern in die traditionellen Rollen: Mama kümmert sich um das Kind, Papa geht arbeiten. Damit wird nicht jeder glücklich. Und schnell macht sich Frust breit, der am Partner ausgelassen wird. Theunert rät: „Paare sollten sich vor der Geburt darüber klar werden, dass die erste Zeit mit Baby eben so laufen kann. Und sich fragen, wie sehr man bereit ist, diese Rollen anzunehmen. Wer damit nicht leben will, sollte versuchen, gemeinsam alternative Ideen zu entwickeln und zum Beispiel die Elternzeit entsprechend zu planen. Etwa so, dass auch Papa so viel Babyzeit wie möglich erleben kann. Und Mama beruflich wieder Fuß fasst. Wichtig ist, dass beide mit ihren neuen Rollen zufrieden werden können“.

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Praktisch lässt sich übrigens auch schon einiges vor der Geburt tun: Zum Beispiel Essen vorkochen und einfrieren. Alternativ die Pizza-Dienste der Umgebung durchtesten und Nummern bereit legen. Theunerts Tipp: „Ein Hilfs-Netzwerk aus Nachbarn, Großeltern und Freunden lässt sich schon vor der Entbindung aufbauen. So ist später schnell jemand zur Stelle, wenn mal gar nichts mehr geht.“ Denn der Beziehungs-Rettungsplan muss nicht immer nur zwei Personen mit einbeziehen!

Beziehungs-Rettungsplan, Teil II: Die ersten Wochen

Ab jetzt wird es laut in der Wohnung! Foto: Bigstock

Nun ist es da: Das lang ersehnte kleine große Wunder. Aber wieso kann jemand, der so winzig ist, so laut schreien? Schon gerät die Erwachsenenwelt aus den Fugen. Die wichtigste Regel jetzt: Nichts persönlich nehmen, was vor lauter Schlafmangel, wunden Brustwarzen und Milch-Spucke in den Raum geschleudert wird. „Viele Paare gehen davon aus, dass sie nun besonders glücklich sein sollten, wenn das Baby da ist. Die Realität sieht meistens anders aus. Aber: Das ist ganz normal und das sollten die Partner sich klar machen“, sagt Theunert.

Körperliche Probleme, Hormonumschwung oder Babyblues – das alles sorgt für Stress, keine Frage. Und das muss man ernst nehmen, es sind keine Ausreden, sondern die üblichen Begleiterscheinungen der Wochenbett-Zeit. Wenn Mama und Baby in absoluter Still- und Kuschelharmonie aufgehen, fühlen sich viele Väter schnell überflüssig. „Aber sie sind nicht überflüssig“, betont Theunert. „Einerseits können sie in diesen Momenten einfach für ihre Partnerin da sein und offen für ihre Wünsche sein. Jede Mutter freut sich, wenn der Partner sie fragt, was er ihr gutes tun kann. Andererseits können die Männer sich, bis aufs Stillen, durchaus um alle Baby-Belange kümmern – inklusive Kuscheln. Die Frauen müssen sie aber auch lassen.“ In dieser Zeit ist es wichtig, Gefühle auszusprechen. So, dass beide wissen, wie es dem anderen geht und was er sich wünscht. Nicht jede Mutter, die im totalen Babyrausch ist, merkt, dass der Papa sich gerade nicht so gut fühlt.

„Übrigens muss niemand denken, dass das alles allein zu schaffen ist“, sagt Theunert. „Im Gegenteil: Wer sich Hilfe sucht, die Nachbarn fragt, ob sie etwas vom Einkaufen mitbringen oder die Oma kocht, hat mal kurz Zeit durchzuatmen und wenigstens ein bisschen Kraft zu tanken. Das ist sehr wichtig.“ 

Beziehung-Rettungsplan, Teil III: Die ersten Monate

Wir sind immer noch auch ein Liebespaar! Foto: unsplash / clarissse Meyer

Nun sind aus dem Paar zwei Eltern geworden. Aber sind sie auch noch ein Paar? „Unbedingt müssen die Partner sich als Liebespaar im Auge behalten“, sagt Theunert. Sie nennt zwei Ebenen, auf denen sich die beiden begegnen sollten: Als Eltern kümmern sie sich um ihr Kind, erziehen und lieben es. Als Paar haben sie sich gegenseitig im Blick. „Die Partner sollten versuchen, Stück für Stück Zeiten für sich zu finden. Sich ganz bewusste Momente schaffen und auch wieder an Sex denken“, rät Theunert.

Häufig begegnen der Familientherapeutin Paare, die im Teufelskreis des gegenseitigen Aufrechnens stecken. „Die Frage sollte nicht sein: Wer hatte den anstrengenderen Tag?“ so Theunert. „Sondern viel mehr: Welche Wünsche hast du, welche Wünsche habe ich. Und werden sie erfüllt?“ Nur, wer miteinander redet, weiß, was den anderen stört und bewegt. So kommt man auch aus der Vorwurf-Falle: Denn häufig sieht man vor lauter Stress nur noch seine Sorgen und haut sie dem anderen um die Ohren.

Übrigens: Mehr Streit in den turbulenten ersten Baby-Monaten ist ganz normal. Gut, wenn sich die Partner fragen, welchen Sinn der Streit hatte, oder ob mit Schimpfen und bösen Blicken nur ein anderer, tiefer sitzende Konflikt vermieden wird. „Nur so streitet man konstruktiv und geht gestärkt aus dem Konflikt heraus“, weiß Theunert. Alle, die das Gefühl haben, dass der ständige Streit ausweglos ist, wenn der Babyblues nicht mehr aufhört oder der Stress übermächtig scheint, sollten sich professionelle Hilfe suchen. Theunert betont: „Auch wenn es schwer fällt, sich einzugestehen, dass man es alleine nicht schafft: Hilfe ist in manchen Situationen eventuell die einzige Lösung.“

Marei Theunert bietet Einzel-, Paar und Familientherapie an. Sie ist Diplom-Pädagogin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist Mutter eines kleinen Sohnes. Unter www.elbfamilienglueck.de ist sie erreichbar.

Julia Jung

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