Schülerin spricht Türkisch – und kassiert dafür Strafarbeit

Müssen Schulkinder auch in den Pausen ausschließlich Deutsch sprechen? Wenn es nach einer Lehrerin aus dem Schwarzwald geht, ja. Sie verdonnerte eine Drittklässlerin und ihre Freundin dazu, eine Strafarbeit zu schreiben, weil sich die Mädchen auf dem Schulhof auf Türkisch unterhalten haben. Jetzt ist das Ganze ein Fall für die Schulbehörde.

„Warum wir in der Schule Deutsch sprechen“

Das ist das Thema der Strafarbeit, die die Neunjährige und ihre Freundin von der Lehrerin bekommen haben. Wie verschiedene Medien berichten, sollen die Mädchen in der Pause auf einem Klettergerüst gesessen und Türkisch miteinander gesprochen haben. Mitschüler hätten das der Lehrerin erzählt, die den beiden Drittklässlerinnen daraufhin die Strafarbeit aufbrummte. Eine halbe Seite sollte jedes der Mädchen zu dem Thema schreiben.

Die Eltern der Neunjährigen reagieren empört

Als ihre Tochter ihnen von dem Vorfall erzählt, nehmen die Eltern sich einen Anwalt, der Widerspruch gegen die Strafarbeit einlegt. Und sie sind nicht die einzigen, die dieser Vorfall fassungslos macht: Auch die Föderation der Vereine Türkischer Elternbeiräte in Baden e.V. zeigt sich empört: „Es kann nicht sein, dass Schülerinnen eine Bestrafung bekommen, weil sie sich außerhalb des Unterrichts im Pausenhof untereinander in der türkischen Muttersprache unterhalten“, sagte Kemal Ülker, der Vorsitzende des Vereins.

Er bezeichnet das Verhalten der Lehrerin als „grundgesetzwidrig“. Sie habe die Mädchen für etwas bestraft, das nicht verboten sei, und sie dadurch „verängstigt und verunsichert“.

Auch die Schulaufsicht beschäftigt sich mit dem Fall

„Selbstverständlich nehmen wir derartige Vorwürfe einer Diskriminierung von Personen oder Gruppen sehr ernst“, so Heike Spannagel, die Sprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg. Laut ihrer Aussage gebe es auch kein generelles Verbot für Schulkinder, sich in der Schule oder auf dem Schulhof in einer anderen Sprache zu unterhalten.

Trotzdem gibt es ihrer Meinung nach aus Situationen, in denen Lehrer die Schülerinnen und Schüler dazu auffordern sollten, Deutsch miteinander zu sprechen. Als Beispiel nennt Heike Spannagel, „dass man sich bei Konflikten in einer für alle Beteiligten verständlichen Sprache ausdrückt“.

Eine Stellungnahme der Schule gibt es bisher nicht

Das hat das Staatliche Schulamt Donaueschingen mitgeteilt. Das Amt war darum gebeten worden, die Stellungnahme der Schule einzuholen. Da sie aber bisher nicht vorliege, könne auch das Schulamt aktuell noch keine Bewertung abgeben.

Die Strafarbeit hat das Mädchen inzwischen übrigens trotzdem geschrieben.

Wie seht ihr das: Sollten Schulkinder auch in den Pausen ausschließlich Deutsch miteinander sprechen? Oder hat die Lehrerin in diesem Fall kein Recht, darüber zu bestimmen? Wir freuen uns auf eure Meinung – als Kommentar unter diesem Artikel oder in unserer geschlossene Facebook-Gruppe „Wir sind Echte Mamas“

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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