Schmerzfreie Geburt: „Das kann ich nur jeder Mama wünschen.”

„Ich bin 42 Jahre alt und habe mittlerweile sechs Kinder. Heute möchte ich euch von der Geburt meines Fünften erzählen, da ich sie als besonders angenehm empfunden habe. Während der Schwangerschaft mit ihm hatte ich keine Probleme, so war es zum Glück auch bei meinen vier vorherigen Schwangerschaften. Es war immer eine wunderschöne Zeit.

Natürlich hat man als alleinerziehende Mama doch mehr zu tun und zu organisieren, aber ich kannte das nicht anders und so war es OK für mich.

Meine älteren Kinder waren bei der Geburt meines Jüngsten 11, 9, 5 und 1,5 Jahre alt.

Mein fünftes Kind kam an einem ganz normalen Wochentag. Die Großen mussten in die Schule, der Mittlere in den Kindergarten und der Kleine blieb bei mir Zuhause. Es waren noch knapp zwei Wochen bis zum errechneten Geburtstermin. Am Vormittag hatte ich einen Termin beim Frauenarzt. Nach der Untersuchung sagte der plötzlich zu mir: ‚Der Muttermund ist schon drei Zentimeter auf. Es könnte heute losgehen, muss es aber nicht.‘

Super, wie ich solche Aussagen liebe! 😂 Sicherheitshalber sollte ich meine Hebamme um einen Besuch am Abend bitten. Der kleine Mann und ich fuhren wieder nach Hause. Auf dem Weg musste ich noch einkaufen.

Also schnell ab in den Laden.

Den Kleinen in den Einkaufswagen gesetzt und ab durch die Gänge. Nach knapp 30 Minuten war alles auf dem Kassenband. Wieder Zuhause mussten die Einkäufe und der kleine Mann in den 1. Stock geschleppt werden. Dann hab ich noch schnell den Haushalt gemacht, bevor die Großen aus der Schule kommen. Mein Kindergartenkind ging an dem Tag zum Papa.

Als die Kinder nach Hause kamen, wollten sie natürlich auch unterhalten werden. Also habe ich die Volker Rosin DVD reingeschoben und mit ihnen noch ein bisschen getanzt. Nachmittags rief ich meine Hebamme an und erzählte ihr von meinem Frauenarztbesuch. Sie sagte mir, dass sie für abends keinen Babysitter mehr hätte und deswegen lieber am nächsten Morgen kommen würde. Ich sagte ihr, dass das kein Problem sei, da ich den ganzen Tag über nichts gemerkt hatte, was auf eine baldige Geburt hindeuten würde.

Es war kurz nach 19:30 Uhr.

Ich freute mich gerade auf GZSZ, als es plötzlich an der Tür klingelte. Zu meinem Erstaunen stand meine Hebamme davor. Da es mein fünftes Kind war, wollte sie sicherheitshalber doch noch schnell mal nach dem Muttermund gucken.

Also legte ich mich auf die Coach, meine Kinder saßen voller Neugier um mich herum. Die Hebamme fing an, nach dem Muttermund zu tasten. Dann guckte sie mich mit großen Augen an und fragte mich, ob ich wirklich keine Anzeichen einer beginnenden Geburt bemerkt hätte. Kein harter Bauch, keine Schmerzen? ‚Nö‘, war meine Antwort.

‚Also der Muttermund ist vollständig auf. Wenn dir jetzt die Blase springt, ist dein Kind da. Wir rufen jetzt den Krankenwagen und dann geht’s los.‘

Der Krankenwagen kam gegen 20.25 Uhr.

Die Kinder nahmen alle ihre bereits gepackten Köfferchen und gingen, wie vorher abgesprochen, zu ihren Freunden. Der Kleinste ging zur Nachbarin. Allerdings nahm sie ihn erst, als sie das Blaulicht vom Krankenwagen sah. Ich wurde dann auf einem Tuch reingetragen. Ich weiß noch genau, dass ich es irgendwie peinlich fand, dass einer der Sanitäter ein ehemaliger Schulkollege von mir war.

Während der Fahrt fiel mir auf, dass ich keine Schuhe mithatte – und ich wollte doch ambulant entbinden. Also schnell meine Freundin angerufen und um Schuhe gebeten. Die ganze Fahrt über haben wir uns dann prima über die alten Zeiten unterhalten. Es ging mir ja super.

Um 20.40 Uhr kamen wir im Kreißsaal des schrecklichsten Krankenhauses ever an.

Die Hebamme vor Ort war schon älter und nicht gerade nett. Aber zum Glück war ich schon eine erfahrene Mutter und störte mich nicht weiter daran. Also, da lag ich nun. Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich muss ganz dringend groß aufs Klo. Aha, das eindeutige Zeichen für mich zu drücken. Also los: Zweimal Mal gepresst und schon war der Kopf da.

Und dann meinte die Hebamme echt eiskalt zu mir: ‚Super, und jetzt warten wir!‘ Äh, hallo, worauf warten wir denn? Ihre Antwort: ‚Auf den Arzt. Er ist nebenan bei einer Entbindung.‘ Wollte die mich veräppeln?! Tz, ist ja nicht meine erste Geburt. Also habe ich bei der nächsten Wehe, die übrigens immer noch nicht schmerzhaft war, einfach nochmal gepresst.

Zack, Baby da.

Erst zwei Stunden später kam der Arzt.

Hätte ich ernsthaft noch zwei Stunden mit einem halb entbundenen Baby da liegen sollen? So war mein Sohn schon um 20.43 Uhr komplett auf der Welt. Gesund und munter – und schmerzfrei für die Mama. Schnell noch geduscht und schon ging’s wieder ab nach Hause.

Am nächsten Tag habe ich schon mittags meinen Großen wieder aus dem Kindergarten abgeholt. Die Schulkinder kamen zu Fuß. So eine Geburt kann ich nur jeder zukünftigen Mama wünschen.”


Vielen Dank, liebe Fee, dass Du Deine Geschichte mit uns geteilt hast. Wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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