Retinol in der Schwangerschaft: Keine Zusatzpräparate erforderlich

Vitamine, Vitamine, Vitamine – in der Schwangerschaft sind sie ganz besonders wichtig, um dein Baby in seiner Entwicklung zu unterstützen. Retinol gehört ebenso dazu, denn dabei handelt es sich um ein Vitamin-A-Derivat. Es trägt unter anderem zu einer gesunden Haut und einer guten Sehkraft bei. Wie viel Retinol in der Schwangerschaft benötigt wird und wie du es zu dir nimmst, erfährst du hier.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • Retinol ist eine Form von Vitamin A.
  • Dein Baby benötigt es für die Organe, Augen und Knochen sowie für das Immunsystem.
  • Mit Verlauf der Schwangerschaft steigt auch dein Vitamin-A-Bedarf.
  • Schwangere sollten ab dem 4. Monat auf eine Retinol-Zufuhr von 1,1mg pro Tag achten, bei Stillenden liegt der Wert bei 1,5mg täglich.
  • Über eine ausgewogene Ernährung nimmst du genug Vitamin A zu dir.
  • Nahrungsergänzungsmittel, die Retinol bzw. Vitamin A enthalten, sind in der Regel nicht nötig.

2. Was ist Retinol bzw. Vitamin A?

Bei Retinol bzw. Vitamin A handelt es sich um ein fettlösliches Vitamin, das in der Leber gespeichert wird.

Es gibt zwei Formen von Vitamin A:

  • vorgebildetes Vitamin A und
  • Provitamin-A-Karotinoide.

Vorgebildetes Vitamin A (auch Retinol genannt) wird vom Körper direkt verwertet und ist in tierischen Produkten wie Eiern, Milch und Leber enthalten. Provitamin-A- Carotinoid (wie Beta-Carotin) ist in Obst und Gemüse enthalten. Dein Körper muss diese Art von Vitamin A erst in Retinol umwandeln, um es dann verwerten zu können.

3. Warum ist Retinol in der Schwangerschaft wichtig?

Weil es unter anderem eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Organe, Augen und Knochen sowie für das Kreislauf-, Atemwegs- und das zentrale Nervensystem deines Babys spielt.

Als werdende Mama profitierst du genauso davon wie dein Kind, denn nach der Geburt unterstützt es beispielsweise die Heilung der geschädigten Körperstellen. Außerdem trägt es auch bei dir zur Erhaltung der normalen Sehkraft bei, bekämpft Infektionen, unterstützt dein Immunsystem und hilft beim Fettstoffwechsel.

4. Wie viel Retinol in der Schwangerschaft?

Ab dem 4. Schwangerschaftsmonat hast du einen erhöhten Bedarf an Vitamin A und solltest täglich 1,1 mg zu dir nehmen. Wenn du stillst, sind es sogar 1,5 mg pro Tag.

5. Die besten Lebensmittel mit Retinol in der Schwangerschaft

Bei einer ausgewogenen Ernährung musst du dir keine Sorgen darum machen, ob du genügend Retinol in der Schwangerschaft bekommst.

Obst und Gemüse, das reich an Beta-Carotin ist, sind die besten Quellen für Provitamin A. Außerdem nimmst du wahrscheinlich eine ordentliche Menge an vorgebildetem Vitamin A aus angereicherter Milch und Getreideprodukten zu dir.

Leber (z. B. vom Rind, Kalb oder Huhn, aber auch Pasteten und Leberwurst) enthält die höchsten Mengen an vorgebildetem Vitamin A (Retinol).

Wenn du dich pflanzlich ernährst, kannst du auch auf andere Lebensmittel zugrückgreifen, um deinen Vitamin-A-Haushalt in Balance zu halten. Hier eine Auswahl:

  • Leber
  • Grünkohl
  • Möhren
  • Petersilie
  • Joghurt
  • Getrocknete Aprikosen
  • Dill
  • Wirsing
  • Rote Paprika
  • Spinat
  • Orangen
  • Süßkartoffeln
  • Chicorée
  • Eigelb

6. Sollte ich während der Schwangerschaft ein Retinol-Präparat einnehmen?

Normalerweise erhält dein Körper das benötigte Vitamin A über die Nahrung oder ein Schwangerschaftsvitamin, so dass du nur kein Ergänzungsmittel brauchst. Bei Zweifeln ist es hilfreich, dich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin abzustimmen – eine generelle Empfehlung für Schwangere, Retinol über extra Präparate einzunehmen, existiert nicht.

7. Was passiert, wenn ich einen Vitamin-A-Mangel in der Schwangerschaft entwickle?

Da es einfach ist, genügend Vitamin A mit der Nahrung aufzunehmen, kommt ein Vitamin-A-Mangel äußerst selten vor. Es sei denn, er wird durch bestimmte Krankheiten ausgelöst.

Zu den Anzeichen für einen Mangel gehören ein geschwächtes Immunsystem und eine beeinträchtigte Nachtsicht. Nachtblindheit oder die Unfähigkeit, bei schwachem Licht zu sehen, ist das häufigste Symptom, das Schwangere zeigen, die an einem Vitamin-A-Mangel leiden.

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Ilona Utzig

Ich bin Rheinländerin, lebe aber seit vielen Jahren im Hamburger Exil. Mit meiner Tochter wage ich gerade spannende Expeditionen ins Teenager-Reich, immer mit ausreichend Humor im Gepäck. Wenn mein Geduldsfaden doch mal reißt, halte ich mich am liebsten in Küstennähe auf, je weiter nördlich, desto besser.

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