Rechte und Pflichten von Kindern: Diese Punkte sind per Gesetz geregelt!

„Muss ich wirklich schon ins Bett?“ und „Warum muss ich den Tisch decken?“ sind nur zwei der Fragen, die Eltern ständig zu hören bekommen. Die Antwort „Weil ich es sage!“ liegt dann nahe, besonders um der ewigen Diskussion zu entgehen. Können die Kinder schon lesen, so könnte man stattdessen eigentlich einfach ein paar Absätze aus dem Gesetzbuch ausdrucken und an die Küchenwand pinnen. Denn tatsächlich gibt es einige Rechte und Pflichten von Kindern, die per Gesetz festgeschrieben sind.

Das für das Zusammenleben wohl relevanteste findet sich in Paragraph 1619 des Bürgerlichen Gesetzbuches: „Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.“

Alles klar 😉 ?

Rechte und Pflichten von Kindern: Im Haushalt helfen

Das heißt also, dass Kinder sehr wohl dazu verpflichtet sind, im Haushalt ihren Beitrag zu leisten. Was und wie groß genau dieser ist, liegt im elterlichen Ermessen. Zu viel darf es aber nicht sein, denn es muss immer noch genügend Zeit für Hausaufgaben und Spielen bleiben. Denn Eltern müssen sich ihrerseits an die Verordnung über den Kinder- bzw. Jugendarbeitsschutz halten.

Die verbietet Kindern unter 13 Jahren und solchen, die Vollzeit in die Schule gehen, die Arbeit in der gewerblichen Wirtschaft, der Produktion und im Handel. Explizit von diesem Gesetz ausgenommen, also erlaubt, sind „geringfügige Hilfeleistungen […] aufgrund familienrechtlicher Vorschriften“. Voraussetzung ist aber, dass die Aufgaben dem Alter und Können angemessen sind. Als Richtwert gilt die von einem Gericht erklärte Angabe, dass 3,5 bis 7 Wochenstunden für ein 12-Jähriges Kind zumutbar sind.

Dabei können schon die ganz Kleinen mithelfen, und in den meisten Fällen machen sie das sogar gerne. Gerade Kleinkinder helfen doch mit Vorliebe dabei, Wäsche zu verräumen oder den Boden zu saugen. Je älter sie werden, desto weniger Lust haben sie meistens darauf, einen Beitrag zum Familienleben zu leisten.

25 Tipps, wie dein Kind besser schläft (kostenloser Download)

Abonniere unseren Newsletter und erhalte deine kostenlosen Schlaftipps sofort via E-Mail:

Wir schicken dir in regelmäßigen Abständen E-Mails mit spannenden neuen Artikeln, Neuigkeiten aus unserer Community und Updates von Echte Mamas.  Mit dem Absenden deiner Daten abonnierst du unseren kostenlosen E-Mail-Newsletter und akzeptierst unsere Datenschutzerklärung.


schlaftipps cover

Dennoch sollten Eltern sie dann nicht komplett aus der Pflicht lassen. Denn zum einen zeigen Studien, dass Kinder, die im Haushalt mithelfen, später erfolgreicher sind. Zum anderen sagt der Gesetzgeber, dass es die Aufgabe der Eltern sei, ihre Kinder zu lehren, Verantwortung zu übernehmen und Pflichten zu erledigen.

Übrigens: Was die Bettzeit angeht, gibt es keine klaren Vorschriften. Allerdings sind Kinder dazu verpflichtet, sich an die Regeln zu halten, die die Eltern aufstellen.

Rechte und Pflichten von Kindern: Privatsphäre

Ganz anders sieht es bei der Privatsphäre aus. Da heißt es klar: Auch Kinder dürfen alleine sein. Das heißt, dass sie theoretisch auch ihre Tür abschließen dürfen. Besser wäre aber wohl, mit ihnen zu vereinbaren, dass es reicht, wenn die Tür zugemacht wird. Aber Eltern haben dann anzuklopfen und ein „Nein!“ zu respektieren. Eine Ausnahme wäre, wenn sie begründete Sorge um Leib und Leben des Kindes haben.

Das gilt ebenfalls für WhatsApp-Nachrichten, SMS, Mails und Briefe. Auch bei Kindern greift nämlich das Briefgeheimnis. Eltern dürfen also nicht einfach die Nachrichten ihrer Kinder durchsehen. Bei Diensten wie WhatsApp sollte allerdings ohnehin die Altersbeschränkung beachtet werden. Und die sagt ganz klar, dass man mindestens 13 Jahre alt sein muss, um die App zu benutzen.

Kinder haben kein Recht auf Taschengeld

Wer WhatsApp hat, ist also auch schon fast alt genug für ein Piercing. Das ist tatsächlich schon mit 14 Jahren erlaubt, aber nur im Beisein der Eltern. Ab 16 genügt eine schriftliche Einwilligung und ab 18 darf man ja sowieso (fast alles) machen, was man möchte.

Fast alles, was man möchte, darf man auch mit seinem Taschengeld anstellen (auf das es aber keinen gesetzlichen Anspruch gibt). Ab sieben Jahren dürfen Kinder Rechtsgeschäfte eingehen, wie Artikel 110 des BGB besagt. Das heißt, sie dürfen beispielsweise Bücher oder CDs kaufen. Größere Beträge, die nicht unter den sogenannten „Taschengeldparagraphen“ fallen, sind davon ausgeschlossen, genauso wie Dinge, die Folgekosten nach sich ziehen. Dazu zählt sowohl ein Haustier als auch ein Handyvertrag…

UN-Kinderrechtskonvention

Außerdem gibt es noch einige Kinderrechte, die nicht im Grundgesetz verankert sind. Sie stehen in der UN-Kinderrechtskonvention. Noch in diesem Jahr könnte es aber einen Formulierungsvorschlag einer Arbeitsgruppe geben, um diese auch im Grundgesetz zu verankern.

Einige dieser Rechte sind:
&

  • Jedes Kind hat das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Benachteiligung.
  • Alle Kinder haben das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit.
  • Das Wohl der Kinder hat Vorrang, wenn es um politische Entscheidungen geht.
  • Alle Kinder haben das Recht auf ein gesundes Leben und medizinische Betreuung.
  • Alle Kinder haben das Recht auf körperliche und geistige Entwicklung und Zugang zu Bildung und Ausbildung.
  • Alle Kinder haben Meinungsfreiheit, dürfen also ihre Meinung sagen.
  • Jedes Kind hat das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung.
  • Kein Kind darf missbraucht oder misshandelt werden.
  • Jedes Kind hat das Recht auf Hilfe in Notlagen und auf Schutz vor Missbrauch, Ausbeutung und Misshandlung.
  • Alle Kinder haben die gleichen Rechte und dürfen nicht benachteiligt werden – unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Sprache, Religion, Hautfarbe oder Behinderung.

Rebecca

Schon seit rund einer Dekade jongliere ich, mal mehr, mal weniger erfolgreich, das Dasein als Schreiberling und Mama. Diese zwei Pole machen mich aus und haben eines gemeinsam: emotionale Geschichten!

Alle Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.