Platter Hinterkopf beim Baby: Das hilft!

Wenn Babys viel in der gleichen Position liegen, können sich am Köpfchen platte Stellen bilden. Das liegt daran, dass der Schädel des Kindes noch weich und formbar ist. Ein platter Hinterkopf beim Baby ist keine Seltenheit und meistens auch kein Grund zur Sorge. Mit ein paar kleinen Maßnahmen kannst du den Verformungen vorbeugen und dafür sorgen, dass der Kopf deines Babys (wieder) eine runde Form bekommt.

1. Warum bekommen Babys einen platten Hinterkopf?

Der Kopf von Babys ist noch sehr weich. Beim Liegen kann daher der Druck der Unterlage den Schädel verformen. Manchmal ist der Kopf an einer bestimmten Seite abgeflacht. Das liegt meistens daran, dass das Kind eine Lieblingsseite hat oder den Kopf oft in eine bestimmte Richtung dreht. Auch wenn die Nackenmuskeln verspannt sind, dreht das Kind den Kopf meist auf die gleiche Seite.

Normalerweise sollte der Kopf deines Kindes rundlich und gewölbt sein. Da viele Eltern ihre Kleinen aber meistens auf den Rücken legen, weil das die empfohlene Liegeposition ist, um den plötzlichen Kindstod zu vermeiden, kommt es nicht selten zu einer lagebedingten Kopfverformung. Fast jedes zweite Kind hat ein einen leicht abgeflachten Hinterkopf. Dabei handelt es sich meist nur um eine milde Verformung, die keine gesundheitlichen Folgen für das Baby hat.

2. Warum ist der Kopf von Babys so weich und formbar?

Der Kopf eines Babys ist bekanntlich sehr weich und empfindlich. Das liegt daran, dass die Knochenplatten des Schädels nach der Geburt noch nicht zusammengewachsen sind. Das hat zwei Gründe:

  • Durch den weichen Kopf passt das Baby besser durch den Geburtskanal
  • Der Schädel kann mit dem sich entwickelnden Gehirn mitwachsen

Daher kommt es auch, dass bei vielen Babys das Köpfchen nach der Geburt nicht symmetrisch aussieht. Besonders auffällig ist das, wenn eine Zange oder Saugglocke verwendet wurde. Meist verschwinden diese Verformungen innerhalb weniger Wochen einfach wieder von selbst.

Verantwortlich für die Formbarkeit des Schädels sind die Lücken und Spalten – auch Fontanellen und Suturen genannt. Anfangs sind sie noch nicht zusammengewachsen und somit flexibel. Das ist besonders wichtig für das Gehirn, da es sich im ersten Jahr rasant vergrößert. Über die ersten Lebensmonate verschließt sich zuerst die kleine Fontanelle, die Seitenfontanellen folgen dann etwa bis zum Ende des ersten Lebensjahres, die große Fontanelle bis zum dritten. Die Schädelknochen bleiben ebenfalls noch eine lange Zeit formbar.

3. Ist ein platter Hinterkopf beim Baby ein Grund zur Sorge?

Nein. Ein platter Hinterkopf beim Baby ist kein Grund zur Sorge, auch wenn er erst einmal ungewohnt aussieht. Im Normalfall braucht das Kind mit einem platten Hinterkopf auch keine Behandlung, da der Kopf wieder eine rundliche Form annimmt, wenn das Kind wächst und mobiler wird.

Das Gehirn ist trotzdem durch die Schädelplatten geschützt, und auch Kopfschmerzen oder sonstige Beschwerden werden nicht durch die platte Stelle verursacht. Meist gleicht sie sich bis zum 3. Lebensjahr aus. Außerdem werden mögliche abgeflachte oder unebene Stellen im Kopf auch durch Haare kaschiert und sind dann kaum mehr zu erkennen.

Bei anderen Verformungen des Kopfes solltest du jedoch vorsichtiger sein. Wenn die Verformung auffällig oder besonders aufgeprägt ist, sollte der Arzt konsultiert werden. Es könnte zum Beispiel eine vorzeitige Verknöcherung des Schädels vorliegen. Diese muss in einigen Fällen operiert und entfernt werden, da sie die Entwicklung des Gehirnes behindern könnte. Die genaue Ursache ermittelt der Arzt mithilfe des Ultraschalls.

4. Platter Hinterkopf beim Baby: So kannst du vorbeugen

Ein platter Hinterkopf ist für dein Baby nicht gefährlich, darum brauchst du dir nicht zu viele Gedanken zu machen, falls sich das Köpfchen deines Babys etwas verformt. Trotzdem gibt es einige Dinge, die du tun kannst, um der Verformung vorzubeugen.

Liegeposition regelmäßig wechseln

Um platte Stellen zu vermeiden, solltest du die Liegeposition des Kindes regelmäßig wechseln. Beachte jedoch: Auch wenn der platte Hinterkopf durch langes Liegen auf dem Rücken entsteht, bleibt die Rückenlage die sicherste Position für dein Baby. Deshalb solltest du auf keinen Fall vollständig darauf verzichten. Ein paar Mal am Tag kannst du aber trotzdem unbesorgt die Position wechseln:

  • Lege das Baby auf den Bauch, wenn es satt und wach ist.
  • Am besten mehrmals am Tag für ca. ein bis zwei Minuten und nur unter Aufsicht.
  • Ermuntere es zum Beispiel mit seinem Lieblingsspielzeug, in dieser Position zu bleiben.

Die Bauchlage ist für Babys ziemlich anstrengend. Mit der Zeit, wenn die Nacken- und Rückenmuskeln sich entwickeln, kann es länger auf dem Bauch liegen. Ein guter Hebammen-Tipp, um seine Muskeln zu stärken, ist es, dein Baby auf deinen Bauch zu legen. Es wird dich anschauen wollen und durch das Heben des Kopfes langsam seine Muskeln stärken.

Babytrage oder Tragetuch nutzen

Außerdem ist es empfehlenswert, dein Baby regelmäßig im Tuch oder der Babytrage sowie im Fliegergriff zu tragen. So nimmt das Kind verschiedene Liegepositionen ein und du vermeidest eine einseitige Belastung des Köpfchens.

Beide Seiten fördern

Neben dem Tragen empfehlen Experten, beide Seiten des Babys zu stimulieren. Gib ihm also das Spielzeug mal von der einen, mal von der anderen Seite. Auch solltest du es mal von links, mal von rechts füttern. So lernt es, den Kopf in beide Richtungen zu drehen, und die Muskulatur wird auf beiden Seiten gleichmäßig gestärkt. Wenn das Kleine seinen Kopf immer zu einem bestimmten Punkt im Raum dreht, zum Beispiel, um aus dem Fenster zu schauen, sollte das Kinderbett umgestellt werden.

Babykopfkissen nutzen

Auch spezielle Babykopfkissen können helfen, platte Stellen zu vermeiden. Wenn das Baby auf dem Rücken liegt, sorgt die Mulde im Kissen dafür, dass der Druck nicht zu Verformungen führt. Sobald dein Kind sich auf die Seite oder den Bauch drehen kann, solltest du das Kissen allerdings unbedingt aus dem Bettchen nehmen. Sonst besteht die Gefahr, dass dein Schatz sich nicht allein zurückdrehen kann und keine Luft bekommt. Solltest du dir unsicher sein, welche Techniken oder Hilfsmittel du einsetzen kannst oder solltest, frage am besten deinen Kinderarzt oder deine Hebamme um Rat.

5. Wann sollte ich zum Kinderarzt gehen?

Ein platter Hinterkopf beim Baby lässt sich im Normalfall durch die eben genannten Maßnahmen in den Griff bekommen. Wenn die platte Stelle jedoch nicht innerhalb von ein paar Wochen von alleine weggeht, oder du andere auffällige Verformungen des Kopfes bemerkst, solltest du deinen Kinderarzt aufsuchen. Er kann dein Baby untersuchen und schauen, ob eine Behandlung oder Therapie notwendig ist.

Auch, wenn dein Baby seinen Kopf immer zu einer Seite dreht oder immer die gleiche Position einnimmt, solltest du mit ihm zum Arzt gehen. Es könnte nämlich sein, dass dein Schatz Blockaden oder Verspannungen im Nacken oder Rücken hat. Diese müssen behandelt und gelöst werden, da sie schmerzhaft sein können und die Entwicklung der Muskulatur behindern.

6. Was kann der Arzt gegen einen platten Hinterkopf beim Baby tun?

Ist der Schädel stark verformt und helfen auch Lageveränderungen nicht, kann der Arzt eine sogenannte Helmorthese oder auch Helmtherapie vorschlagen. Das klingt schlimmer, als es ist. Zur Behandlung wird ein Helm hergestellt, der an das Köpfchen angepasst ist. Der Helm drückt nicht, sondern gibt den betroffenen und abgeflachten Stellen Raum zum Wachsen. So kann sich ein flacher Hinterkopf beim Baby wieder rundlich formen.

Den Helm trägt dein Schatz 23 Stunden am Tag. Alle paar Wochen wird der Helm wieder neu angepasst. Die Behandlung dauert, abhängig davon, wie stark die Verformungen sind, etwa 4 bis 6 Monate. Allerdings brauchen nur wenige Kinder eine Helmorthese, da ein platter Hinterkopf im Normalfall nicht behandelt werden muss.

Sollte eine Blockade oder Muskelverspannung der Grund dafür sein, dass dein Kind ständig in der gleichen Position liegen möchte, kann Osteopathie helfen. Dabei lösen Massagen die verschiedenen Blockaden im Körper. Diese Behandlungsform ist sehr schonend und kommt ohne Medikamente aus. Dein Kinderarzt kann dich an einen Osteopathen überweisen, falls die Behandlung für dein Baby Sinn macht.

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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