Peppa Wutz: Eine Gefahr für die gute Erziehung?

Sie ist klein, frech und rosarot: Peppa Wutz ist die Heldin vieler Kinderzimmer. Dass das rosa Schweinchen bei allen Kindern ab zwei Jahren so beliebt ist, ist kein Wunder. Denn Peppa ist mit ihren Abenteuern sehr nah an ihrer Lebenswelt. Und dabei oft so wunderbar frech, dass unsere Kleine aus dem Kichern gar nicht mehr herauskommen!

Im Gegensatz zu anderen Kinderfiguren wie beispielsweise Conni oder Cailou benimmt sie sich nämlich oft alles andere als vorbildhaft. Über ihren Papa macht sie sich mit Vorliebe lustig, aufräumen findet sie ganz schrecklich und wenn sie sich ärgert, dann kommen so einige Schimpfwörter aus ihrem Mund.

Und das alles mit einem britischen Akzent, was in den USA für lustige Effekte sorgt: Dort sprechen viele kleinen Peppa-Wutz-Fans nämlich inzwischen mit unverkennbarem Insel-Slang, wie Eltern amüsiert festgestellt haben:

„Dank Peppa Wutz hat mein Zweijähriger, der noch nie außerhalb von Washington, Oregon und Kalifornien war, einen soliden, britischen Akzent!

 

Peppa als Symbol für die Revolution

Doch nicht nur Kinder, auch Teenager und Erwachsene finden Peppa Wutz toll. In China beispielsweise hat sie sogar Symbolcharakter. Dort steht das Schweinchen für Auflehnung gegenüber dem Staatsoberhaupt, weshalb es ganze regimekritische Bewegungen rund um Peppa gibt.

Das chinesische YouTube hat reagiert und alle Folgen gelöscht, die es finden konnte. Es fürchtet um die Moral der Bürger und vor allem der Kinder. Mit Peppa Wutz als Vorbild würden diese frech und ungezogen.

Filmchen, Bücher, Spielzeug… Peppa Wutz spielt in vielen Kinderleben eine große Rolle. Foto: Bigstock

 

Ist Peppa wirklich problematisch?

Verbannen oder zensieren wird man Peppa hierzulande glücklicherweise nicht, aber steckt in der Kritik an der Serie vielleicht ein Körnchen Wahrheit? Das sagen jetzt zumindest viele Eltern und Psychologen. Denn natürlich kopieren Kinder unbewusst das Verhalten ihrer Fernseh-Stars und machen die dort vermittelten Botschaften zu ihrem Weltverständnis.

Gegenüber DailyMail berichtet eine aufgebrachte Mutter über einen Streit zwischen ihrer dreijährigen Tochter und deren Freundin: „Nach dem üblichen Zoff wegen einer Puppe, platzierte sie ihre Hände in den Hüften und verkündete: ,Ich will nicht mehr mit dir spielen!‘ Ihre Freundin erklärte daraufhin: ,Ich will auch nicht mehr mit dir spielen!‘ Es war eine Live-Version des Streites von Peppa und Susi Schaf in der Episode ,Der Streit‘. (…) Den Mädchen war nicht bewusst, was sie da nachmachten, aber dieser Dialog hatte sich in ihren Köpfen festgesetzt als eine Vorlage dafür, wie Freunde miteinander umgehen.“

Ähm, okay… wir sind jetzt ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob es diesen Disput nicht genauso ohne Peppa gegeben hätte.

Ähnliches erlebten aber auch die Eltern von Amari Black. Unter seinen ersten Worten war das unrühmliche „F*** you“, das eines seiner Peppa-Wutz-Spielsachen von sich gab. (Echt jetzt!?)

Völlig normales Verhalten, sagt Psychologe Aric Sigman. Eltern seien „naiv“, wenn sie glaubten, dass Kinder nicht anfangen würden, sich wie die Figuren in ihren Lieblingsserien zu benehmen: „Das Problem ist, dass sie nicht zwischen echt und unecht unterscheiden können.

Doch die schlechte Vorbildwirkung reicht angeblich weit über Schimpfworte und unkooperatives Verhalten hinaus. Oft kommt die Kritik, dass Familie Wutz ein Paradebeispiel an Geschlechterstereotypen sei.

Und nun?

An Peppa scheiden sich also die Geister. Ob und wie sehr sie all diese Punkte nun stören, dass müssen Eltern für sich persönlich entscheiden. Verbieten ist in jedem Fall  nicht unbedingt die beste Idee. Besser ist es – ja nicht nur bei Peppa –  die Zeit vor dem Fernsehen zu limitieren und danach Zeit einzuplanen, um mit seinen Kindern darüber zu sprechen, was sie da gerade gesehen haben.

Sagt mal: Wie findet ihr denn Peppa? Und lieben eure Kinder sie auch so sehr?

Rebecca

Schon seit rund einer Dekade jongliere ich, mal mehr, mal weniger erfolgreich, das Dasein als Schreiberling und Mama. Diese zwei Pole machen mich aus und haben eines gemeinsam: emotionale Geschichten!

Alle Artikel

Kommentare

  1. Ja, meine kinder finden es auch toll.
    Bevor sie es Z. B auf netflix gucken dürfen, fragen Sie dafür um Erlaubnis.
    Da sehr oft der Satz vorkommt
    Dummer Papa Witz.
    Und ich finde man sagt nicht zu seinem Vater das er dumm ist, egal wie es gemeint ist.
    Es ist für mich Generäle etwas Kinder verdummung diese Sendung.
    Ab und wann dürfen Sie mal eine Folge gucken.
    Aber wenn es geht, dann gar nicht.

  2. Ich hasse Pepper Wutz. Es ist nervig, die Stimme macht mich mittlerweile aggressiv und dieses teilweise echt arrogante Verhalten dieser Figur lässt die Frage aufkommen, was dem Erfinder bloß passiert sein muss um so einen Schrott zu produzieren. Hat er vllt zuviel Teletubbies konsumiert? Leider steht meine Kleinste auch auf die P.Wutz. Allerdings darf sie es bei mir nicht schauen. Das macht der Papa dann hinter meinem Rücken. ? Mit der Aussage, sie wollte doch so gern….

  3. Ich war ehrlich gesagt schockiert, als ich Peppa Wutz das erste Mal sah und habe es meine Kinder nicht mehr gucken lassen. Nach ca. einem Jahr habe ich gedacht „ach vielleicht war das ja nur in der einen Folge und vielleicht stelle ich mich ein wenig an“ und habe meine Kinder dann hin und wieder mal eine Folge sehen lassen. Als meine Tochter allerdings anfing ihren Papa dumm zu nennen und auch gemeine Sachen zu ihrem Bruder zu sagen, ist hier wieder peppa-Verbot. Ich finde, andere Menschen runter zu machen, einfach eine ganz schreckliche Art und das macht sie am laufenden Band mit Schorsch oder eben ihren Freunden. Somit bleibt Peppa aus unserem Fernsehprogramm verbannt.

  4. Also ich finde Peppa Wutz vom Inhalt (im deutschen) sehr gut! Ein wirkliches Schimpfwort hab ich in den Folgen noch nie gehört. Da lässt sich natürlich bei „dumm“ drüber diskutieren… Mein kleiner Junge liebt Peppa. Was für mich vollkommen ok ist. Schon vor Peppa haben wir ihm klar gemacht, das Mama und Papa nicht alles wissen, das manche Anweisungen/Bitten/Regeln für ihn manchmal doof sind. Und auch das er nicht immer nur das tun muss was wir gerne hätten, das es aber Situationen und Regeln gibt bei denen es wichtig ist, auf uns zu hören (gefahren Situationen und einige wenige persönliche Grenzen). Wir haben uns für wichtige Regeln/Situation eine bestimmte Tonart zugelegt und ein hartes nein auf solche beschränkt. Natürlich darf er z.B. nicht die ganze kekstüte essen etc. Aber das kann man auch ohne hartes Nein durchsetzen, durch das anbieten von alternativen oder ein Gespräch. Z.B. „Du hattest deinen Keks heute schon. Zu viele sind ungesund und man kann Bauchweh bekommen. Magst du dir vllt. Stattdessen einen Apfel/Möhre/Brot etc. Mit mir teilen? (Unser kleiner teilt unheimlich gern)“ alternativ kann man nachgeben und „bestimmen“ das heute außnahmsweise mal ein zweiter Keks genascht werden kann… Oder die Kekse entsprechend hoch und möglichst außer Sicht stellen, in den Arm nehmen und erklären „Ich verstehe dich sehr gut, ich esse auch gerne Kekse, aber für heute hatten wir zwei genug“. Was die Geschlechterrollen angeht finde ich Peppa dem Kindlichen denken angemessen. Ich fände es auch etwas schwierig meinem Kind ein Mädchen zu erklären was biologisch aber ein Junge ist… oder z.B. Conchita Wurst (wobei ich nicht mal sicher bin das er/sie sich selbst versteht, geschweige den ich sie/ihn). Peppa’s Pappa kocht gelegentlich das essen,backt, badet die Kinder,liest ihnen vor usw. Nicht unbedingt stereotypisch Mann oder? Peppa’s Mutter arbeitet,ist gelegentlich durchaus auch von den Kindern genervt, ist Handwerklich geschickt (zumindest geschickter als Pappa Wutz), fährt meistens das Auto usw. Auch nicht unbedingt stereotypisch… Ok Mama Wutz trägt immer ein rotes Kleid usw. Aber vom Verhalten allgemein her…

    Ich finde sogar, dass wir Eltern uns mitunter ein Beispiel an Peppas Eltern nehmen könnten. Überlegt mal was macht Pappa Wutz wenn Peppa „Pappa’s großer dickbauch“ oder das verpöhnte „dummer Pappa“ sagt? Er denkt darüber nach! Und in den meisten Fällen hat Peppa irgendwo ja Recht… Es war nicht besonders schlau von Pappa seine Brille zu suchen obwohl sie auf seinem Kopf oder Sessel ist… es war nicht besonders geschickt sie zu verlegen. Das Wort geschickt kennen die meisten Kinder zu dem Zeitpunkt noch nicht. Und auch verneinen fällt ihnen schwer deshalb aus Sicht der Kinder nicht, nicht schlau oder nicht clever sondern dumm. In Ermangelung einer Alternative. Das ist auch nicht böse gemeint. Und das weiß Pappa Wutz! Er kann sogar über sich selbst lachen weil auch er manchmal Dinge tut die „nicht besonders schlau“ oder um im Sprachbereich eines kleinen Kindes zu bleiben „dumm“ sind. Wenn ich für das Kind das gefühlte 10. Mal beim Einkaufen in den selben Gang laufe (in Wirklichkeit erst das 2. Mal *grummel*), ist das unpraktisch, vergesslich und ein bisschen doof. Wenn mein Sohn dann berechtigter Weise quengelt, weil ich versprach es werde schnell gehen, kann ich über mich selbst lachen und sage meinem Sohn ich habe dieses/ jenes vergessen, tut mir leid das war ein bisschen doof von Mama. Und dann können wir meistens zsm. Über meinen Fehler lachen und es wird nicht mehr oder nur wenig gequengelt. Ich bin keine perfekte Mutter! Ich ärgere mich auch oft z.B. das das Spielzeug hier rum liegt/vergessen wurde usw. Und nicht immer kann ich inne halten bevor ich mekere. Ich habe auch mal einen schlechten Tag oder bin zerstreut und laufe öfter durch den selben Gang beim einkaufen. Und das darf mein Kind auch wissen und sagen! Es muss nicht unbedingt vor Fremden sagen du Mama du bist ganz schön dick… aber selbst wenn… wäre das so schlimm? Klar wäre es mir unangenehm und ich würde Zuhause mit meinem Kind darüber reden, das ich mich da nicht wohl bei gefühlt hab… etwa „Als du zu der Dame gesagt hast das Mama auch einen großen dicken Bauch hat, war das für Mama gar nicht schön. Das war ihr unangenehm, etwa so wie wenn Uroma und Uropa dir einen Kuss geben wollen nachdem du sie lange nicht gesehen hast (das findet unser Junge ganz furchtbar, deshalb gibt es meist zur Begrüßung kein Küsschen, aber dann zum Abschied und immer von meinem Jungen aus! Das war allerdings für meine Großeltern sehr schwer. Daher kam es vorallem zu Beginn öfter vor das egal was ich vorher ermahnt hatte, er erstmal gedrückt und gehetzt und geküsst wurde. Ich war dann allerdings auch immer schnell da und hab ihn aus dieser, ihm sehr unangenehmen Situation, geholt und in bester Eltern schimpf Stimme mit meinen Großeltern geschimpft. Und ja vor ihm, damit er merkt meine Mama schimpft nicht nur mit mir wenn ich die Grenzen von anderen übertreten, sondern auch mit anderen die meine Grenze übertreten). Wenn mein Kind mir zuhause sagt „Mama dein Bauch ist aber ganz schön dick geworden“ denke ich drüber nach. Wenn es stimmt werde ich sagen „Ja du hast recht. Wollen wir zsm. Ein bisschen Sport machen? Dann wird Mamas Bauch bestimmt bis dann und dann wieder dünner…“ Wenn es nicht stimmt “ Das ist aber nicht wahr, oder? Wollen wir eine zweite Meinung einholen? Komm wir fragen mal Pappa.“ Ich finde mal abgesehen von echten Schimpfworren sollten Kinder so ziemlich alles sagen dürfen. Wenn Kinder einen absichtlich ärgern sollte man immer den Grund suchen. Und ja es gibt fast immer einen… von du hast mich nicht in die Steckdose fassen lassen über du hast vergessen Teddy einen gute Nacht kuss zu geben. Ja Peppa und Schorsch kennen keine Strafen. Aber mal ehrlich bestraft ihr eure Kinder gern? Und wenn ihr mal drauf achtet manchmal wenn Peppa etwas unangebrachtes gemacht hat, wird sie für kurze Zeit sehr ernst bis verärgert von Mama oder Papa angeschaut. Und meistens reicht das schon. Auch unser Junge kennt das, wenn er z.B. seinen Plüschhund im Gang liegen lässt und ich zum gefühlt 1.000 mal drüber stolpere (in Wahrheit 5 mal). Dann sage ich ernst komm mal kurz her. Dann begeben wir uns auf Augenhöhe mal er auf meinen Arm, mal ich gehockt zu ihm. Er bestimmt. Manchmal mag er mich dann gar nicht angucken… aber erst wenn er mich anguckt komme ich zu ihm durch. Also warten wir zusammen in der Situation bis er mich anguckt. Dann schaue ich ihm ernst in die Augen und erkläre warum ich dieses und jenes möchte bzw. Das nicht gut war. Dann einen Moment schweigen bzw. Gemeinsam wirken lassen. Dann lächeln umarmen und sagen „ich hab dich trotzdem ganz ganz doll lieb“ meistens kommt von ihm dann „ganz ganz“ womit er meint ich dich auch -.^ . Dann räumen wir gemeinsam den Hund an seinen Platz. Ich finde die Gelassenheit von Mama und Papa Wutz manchmal echt beneidenswert und wünschte mir diese auch, denn nachdem ich über den Hund stolpere und mir den Zeh halte weil ich mich in der Folge irgendwo gestoßen habe muss ich erstmal durchatmen bevor ich bereit bin nicht zu schimpfen.

  5. So sehe ich das genauso, und sowas sollte nicht un kindersendungen vorkommen die schon die kleinen schauen können. Ansich fand ich die Figuren immer toll und seit kurzem fängt meine kleine(3) immer wieder an mit dummer papa dumme Mama. Umd ich finde dies schlimm in den Alter

  6. Schlecht zu lesen aufgrund mangelnder rechtschreibekenntnisse. Vielleicht ist das „dummer papa“ gar nicht so ungerechtfertigt und kinder sollen doch die wahrheit sagen oder nicht :-)))

  7. Peppa benimmt sich genau so ekelhaft arrogant wie kinder sich nun mal ab und zu benehmen. Sie darf in der serie kind sein und ihre eltern sind entspannt und motzen nicht rum. Was soll daran verkehrt sein?! Wenn peppa erwachsen ist wird sie vielleicht auch so spießig, verständnislos und intolerant, wie eltern die sie als nicht geeignet empfinden.

  8. Immer locker bleiben! Kinder wiederholen dinge die sie hören, dann muss man eben richtig reagieren und aus einer mücke keinen elefanten machen. Dürfen die kids auch nicht zur schule? Nicht dass sie dort noch etwas aufschnappen was mama erst mit der volljährigkeit an sie rankommen lassen wollte :-)))

  9. Der kleine teilt gerne – trotz der „bösen“ peppa 😉 Sehr schön!
    Bin sehr froh, dass auch noch normale denkansätze existieren! Hier darf der kleine noch ehrlich und offen mit seinen eltern sprechen, das ist so viel wichtiger, als mit verboten um sich zu werfen.
    Herrlich, so gut getroffen und so wahr, macht weiter so und der junge wird ein offener, toleranter, lieber kerl. Es stimmt, man kann sich von der sendung ruhig was abgucken. Aber immer gut zu wissen, wenn ich schlecht erziehe oder die kleinen sich einfach so mal schlecht benehmen: peppas schuld! 😉

  10. Wahrscheinlich reagiert ihr so empört und für das kind lustig, das es ihr viel freude bringt es immer und immer wieder zu sagen. Selber schuld würde ich sagen. Darf sie nicht mehr zur schule/kindergarten gehen, wenn sie von dort etwas mit heim bringt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.