Papa und Bruder starben an Krebs – jetzt hat Neele (7) einen Hirntumor

Diese Geschichte ist einfach so unfassbar traurig. Ein seltener Gendefekt sorgt dafür, dass fast alle Mitglieder der Familie Ewald an Krebs erkrankt sind. Papa Sebastian und der älteste Sohn Jonas sind kurz nacheinander schon daran gestorben. Mama Stefanie kämpfte in den letzten Monaten tapfer gegen den Brustkrebs. Jetzt der nächste Schock: Die 7-jährige Neele hat einen Gehirntumor – und der ist nicht heilbar.

Vier von fünf Familienmitgliedern erkranken an Krebs

Seit einigen Monaten verfolge ich die herzzerreißende Geschichte von Familie Ewald aus Hamberge in Schleswig-Holstein. Dabei haben die Schicksalsschläge, die Mutter Stefanie und ihre Lieben ertragen mussten, mich regelmäßig in Tränen ausbrechen lassen. Und ich habe mir nicht nur einmal die Frage gestellt: Was muss diese Familie bitte noch alles aushalten? Und wie kann man soviel Schmerz überhaupt ertragen?

Im Jahr 2014 diagnostizieren die Ärzte bei der damals zweijährigen Neele einen Tumor im Oberschenkel.Das Mädchen kämpft sich tapfer durch OP und Chemotherapie und besiegt schließlich den Krebs. Drei Jahre später der nächste Schock: Auch Papa Sebastian hat Krebs – Lungenkrebs, unheilbar.

Ein seltener Gendefekt lässt Krebszellen ungehindert wachsen

Nach der Diagnose des Vaters untersuchen die Ärzte, ob es eine genetische Ursache für die Krebserkrankungen gibt. Dabei stellt sich heraus, dass drei der fünf Familienmitglieder tatsächlich an einem seltenen Gendefekt leiden: dem Li-Fraumeni-Syndrom. Es sorgt dafür, dass das Immunsystem entartete Zellen nicht vernichten kann. Bei Betroffenen liegt das Risiko, bis zum 30. Lebensjahr an Krebs zu erkranken, deshalb bei 50 %. Bei Mama Steffi wurde außerdem ein vererbtes Brustkrebs-Gen gefunden.

So war und ist es leider auch bei Familie Ewald. Während Papa Sebastian noch gegen den Krebs ankämpfte, bekam auch der zehnjährige Jonas die schlimme Diagnose: Der Junge litt an einem Hirntumor, genauer gesagt an einem Glioblastom. Der Krebs war auch bei Jonas nicht heilbar, im Dezember 2019 starb er kurz vor Silvester. Doch als wäre das noch nicht schlimm genug, musste Steffi auch ihren Mann Sebastian im März 2020 nach langem Kampf gehen lassen.

Steffi Ewald mit ihren Töchtern Lenja und Neele.

Steffi Ewald mit ihren Töchtern Lenja und Neele.
Foto: privat

Neben all der Trauer musste auch Steffi gegen den Krebskämpfen

Während die Familie noch um Bruder und Papa trauerte, wartete schon der nächste Schicksalsschlag. Denn kurz vor dem Tod ihres Mannes stellten die Ärzte fest, dass Steffi an Brustkrebs leidet. Doch die 36-Jährige ließ auch davon nicht unterkriegen und wollte vor allem für ihre beiden Töchter kämpfen. Nach insgesamt 16 Chemotherapien wurden ihr im September in einer großen OP beide Brüste entfernt. Dann endlich die erlösende Nachricht: Steffi ist krebsfrei!

Jetzt ist der Krebs bei Neele zurück – und nicht mehr heilbar

Mitten in die Erleichterung über diese Nachricht folgte jetzt der nächste, schwere Schock. Die 7-jährige Neele kann plötzlich ihren Arm nicht mehr bewegen. Nach einem Notfall-MRT im Krankenhaus überbringen die Ärzte Steffi die furchtbare Diagnose: Neele hat einen Hirntumor. Und genau wie bei ihrem Bruder Jonas sitzt er an einer sehr wichtigen Stelle im Gehirn und lässt sich nicht operieren. Für Steffi bedeutet das: Nach Jonas und Sebastian wird sie auch noch ihre ältere Tochter verlieren. Die Ärzte geben der Siebenjährigen nur noch wenige Wochen.

„Mein Herz bricht, meine Tränen können nicht gestoppt werden“

In einem bewegenden Facebook-Post hat Steffi die Diagnose ihrer Tochter öffentlich gemacht:

Es tut uns Leid – wir sehen etwas was da nicht hingehört- Neele 18.10.20 Diagnose DIPG – unheilbar, inoperable…

Gepostet von Stefanie Ewald am Sonntag, 18. Oktober 2020

„Am Donnerstag hat sie noch ihr Freischwimmer Abzeichen gemacht und heute 3 Tage später halbseitig gelähmt, kann nicht mehr richtig schlucken und sprechen. Mein Herz bricht, meine Tränen können nicht mehr gestoppt werden, ich halte es nicht aus“, schreibt Steffi verzweifelt.

So können wir alle Steffi und ihren Töchtern helfen

Um Steffi und ihre beiden Töchter in der mehr als schweren Zeit zu unterstützen, haben Freundinnen von ihr eine Spendenseite für die Familie eingerichtet. „Wir können ihr ihre Liebsten zwar nicht wiedergeben und sie und ihre auch Familie nicht wieder gesund machen“, heißt es dort. „Aber wir können Neele alle sinnvollen Therapien ermöglichen und Steffi das Gefühl geben, dass egal was passiert, Lenja gut versorgt sein ist.“ Denn die kleine Lenja ist als einziges Kind der Familie nicht von dem seltenen Gendefekt betroffen.

„Finanziell sieht es aufgrund der vielen unglaublich bösen Schicksalsschläge alles andere als rosig aus“, schreiben Steffis Freunde weiter. „Wir wünschen uns, dass Neele alle sinnvollen Therapieversuche unternehmen kann, um noch etwas Lebensqualität zurückzubekommen und noch etwas Zeit mit ihrer Familie zu verbringen, auch wenn der Tumor nochmal deutlich aggressiver als der ihres Bruders zu sein scheint. Etablierte Verfahren, die eine wesentliche Verbesserung der Situation versprechen, gibt es nicht! Wir brauchen Strohhalme und das Ganze zeitnah! Und das soll nicht an nicht vorhandenen finanziellen Mitteln scheitern.“

Die Familie hat wirklich schon mehr mitgemacht, als man eigentlich ertragen kann. Deshalb teilen wir an dieser Stelle auch sehr gern den Spendenaufruf und würden uns freuen, wenn viele von euch mitmachen – jeder noch so kleine Betrag kann Neele und ihrer Familie helfen.

Hier geht’s zur Spendenseite.

Alle aktuellen Infos zu Steffi und ihrer Familieposten ihre Freundinnen auch auf der Facebook-Seite „Team Ewald“.

Wir wünschen Steffi, Neele und der kleinen Lenja alles erdenklich Gute und alle Kraft der Welt. Wir denken ganz fest an Euch!

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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