Pandemie-Macken: Traut ihr euch noch, draußen herzhaft zu niesen?

Seit viel zu vielen Monaten bestimmt Corona unser Leben. Wir haben gezwungenermaßen gelernt, mit der Pandemie zu leben und sich zu arrangieren. Jeder auf seine Weise. Ganz viele Dinge, für die wir unseren Mitmenschen vor Corona einen Vogel gezeigt hätten, sind jetzt unser Alltag.

Unseren Kindern, und das kommt mir noch viel schlimmer vor, geht es nicht anders. So wurde beispielsweise in einem Bericht des Bayerischen Rundfunks über die Notbetreuung in Kitas auch eine Erzieherin zitiert, die sagt: „Manche Kinder trauen sich schon gar nicht mehr zu niesen. Sie sagen dann sofort, nein, ich habe kein Corona. Bitte rufe nicht die Mama an, sonst dürfen die nicht mehr in die Arbeit.“

Mann, die armen Mäuse, oder?

Aber: Kennt ihr diese völlig neuen Paranoia auch selbst? Ich schon!

Ich hab Heuschnupfen und der ist grad in Hochform. Das heißt, ich schniefe, hüstele, niese. Als ich neulich mit Maske auf Nase und Mund und meiner Tochter an der Hand in der Schlange vorm Kinderarzt gewartet habe, bin ich zum Ausschnupfen ständig in die hinterletzte Ecke des Treppenhauses gegangen. Und hab mir echt Sorgen gemacht, was die anderen wohl denken!

Ich hatte im Supermarkt schon einen Hustenanfall, wurde misstrauisch beäugt, hab versucht, mir das Husten zu verkneifen und bin dabei gefühlt fast erstickt hinter der Maske.

Pure Panik, am liebsten hätte ich auch laut gerufen: Ich habe keeeeiiiinnnnn Corona!!!!!

Ich selbst bin natürlich totaaal entspannt, is klar. Aber wenn neben mir jemand doll hustet – blinken bei mir im Kopf ganz kurz doch die Alarmglocken auf, ich kann nichts dagegen tun.

Und es geht ja noch weiter:

Hat sich euer Empfinden, was eine „Menschenansammlung“ ist, auch so verändert?

„Mensch, ist der Spielplatz aber voll!“ sagen wir, wenn an einem sonnigen Tag jede Bank besetzt ist. Die früher übrigens doppelt und dreifach besetzt waren.

„Boah, die Leute bummeln aber auch so richtig langsam durch den Supermarkt… Und das mit der ganzen Familie!“ stöhnte neulich eine Nachbarin, die gerade aus dem Discounter kam. Wäre sonst so auch keinem aufgefallen.

Man kann von all den Maßnahmen halten, was man will … ich habe das Gefühl, spurlos geht das alles an keinem von uns vorbei.

Und bin total gespannt, wie wir denn sind, wenn „alles vorbei“ ist. Ob man sich schnell wieder an die entspannten Vor-Corona-Verhältnisse gewöhnt? Oder ob wir einige Dinge mitnehmen?

Hoffen wir, dass es nicht mehr allzu lange dauert, bis wir es herausfinden können.

Erzählt doch mal: Habt ihr auch solche Pandemie-Macken?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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