Ohne Kinder zur Hochzeit eingeladen? Besser geht’s nicht!

Neulich hatte ich einen sehr empörten Anruf meiner Freundin: Ihre Cousine hatte sie und ihren Mann zur Hochzeit eingeladen – die Kinder aber nicht. Das Brautpaar hatte sehr freundlich, aber trotzdem bestimmt, darum gebeten, den Nachwuchs an dem Tag doch bitte zu Hause zu lassen. Die erste Reaktion meiner Freundin: Wenn ihre Kinder nicht eingeladen werden, dann kommt sie auch nicht. Dabei kann uns Mamas (und Papas) doch eigentlich gar nichts Besseres passieren!

Darf man Kinder einfach so „ausladen“?

Zugegeben, als ich letztes Jahr eine Einladung zu einer „kinderfreien“ Hochzeit bekam, war ich erst auch etwas irritiert. Wieso wollte jemand mich bei seiner Hochzeit dabeihaben, meine Kinder aber offensichtlich nicht? Ja, sie waren noch relativ klein, und Stillsitzen war (und ist) nicht unbedingt ihr Ding. Aber hey, es sind eben Kinder – und sie gehören zu mir! Kann man die Kleinen denn wirklich so doof finden, dass man den schönsten Tag seines Lebens unbedingt ohne sie feiern möchte? Und ist es nicht fast schon ein „Angriff“ auf unsere Mama-Ehre, wenn unsere Schätze so direkt ausgeladen werden? Schließlich gehören unsere Kinder nun einmal zu uns dazu und sind ein großer Teil unseres Lebens.

Allerdings stellten sich mir dann relativ schnell auch einige andere Fragen. Und die brachten mich zum Umdenken:

Was haben unsere Kinder davon, wenn sie dabei sind?

Denn ganz ehrlich, ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber meine Mäuse sind spätestens um 20 Uhr so erledigt, dass gar nichts mehr geht. Meistens sogar schon früher. Die Party zur Hochzeit sollte um 19 Uhr starten – ich hätte also theoretisch nach einer Stunde schon verschwinden müssen. Vor der Feier waren vormittags die Hochzeit um Standesamt und nachmittags die kirchliche Trauung geplant.

Für uns Erwachsene ist das schon ein relativ straffes Programm. Besonders für kleine Kinder wird das ganz schön anstrengend. Denn schließlich sollten sie im besten Fall sowohl im Standesamt als auch in der Kirche möglichst stillsitzen – und vor allem leise sein. Wenn nicht, muss Mama (oder Papa) mit den Kleinen nach draußen – und verpasst im schlechtesten Fall die Trauung.

Das gleiche gilt natürlich auch für die zahlreichen Reden und/oder anderen Programmpunkte, die während einer Hochzeitsparty meistens stattfinden. Und auch das Essen dauert auf einer Hochzeit erfahrungsgemäß länger, als es die Kleinen auf ihren Stühlen hält. Heißt übersetzt: Mama und Papa können auch nicht am Tisch sitzen bleiben.

Wenn die Party dann richtig losgeht – müssen die Kinder ins Bett, und wir nach Hause. Heißt also, dass wir den spaßigsten Teil verpassen, die Kinder vermutlich völlig erledigt sind, und das Brautpaar auf unsere Anwesenheit verzichten muss. So gern ich meine Zwerge auch um mich habe: In diesem Fall hätte vermutlich niemand etwas davon.

Das Brautpaar entscheidet, wie es feiern möchte – und mit wem

Abgesehen davon sollten wir nicht vergessen, dass es bei einer Hochzeit, zu der wir eingeladen werden, nicht um uns geht. Es geht um die Braut und den Bräutigam, die sich seit Wochen, vielleicht auch Monaten, auf diesen Tag freuen. Und der einer der schönsten Tage ihres Lebens werden soll, wenn nicht sogar DER schönste. Sie haben alles nach ihren Wünschen geplant, und sie freuen sich darauf, den Tag mit ihren Liebsten zu verbringen. Es ist IHR großer Tag. Deshalb haben sie auch jedes Recht der Welt, zu entscheiden, wen sie dabeihaben möchten – und wen eben nicht.

Wenn die beiden entscheiden, dass sie ihre Hochzeit ohne Kinder feiern möchten, ist das daher vollkommen okay! Und nein, es ist kein Angriff gegen uns Mamas oder unsere Kinder. Vielleicht möchten die Zwei einfach ganz in Ruhe heiraten. Ohne Kindergeschrei, volle Windeln (oder Hosen), verschüttetes Wasser oder Essen, das durch die Luft fliegt. Vielleicht wünschen sie sich an diesem einen Tag unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Ohne, dass wir ständig unserem Nachwuchs hinterherrennen und verschwinden (müssen), wenn es am schönsten wird.

Und ganz ehrlich: Auch für uns selbst gibt es doch keine bessere Gelegenheit, um endlich mal wieder Zeit für uns zu haben, oder?

Endlich wieder Zeit als Paar

Sehen wir so eine Hochzeit ohne Kinder doch einfach als Chance für uns! Wir können mit unseren Freunden feiern, ohne auf unsere Kinder zu achten. Die Nacht durchtanzen, weil wir eben nicht um 20 Uhr spätestens nach Hause müssen. Dazu beitragen, dass unsere Freunde eine unvergessliche Hochzeit haben. Und das Beste: Wir können endlich mal wieder einen ganzen Tag (oder zumindest den Abend) zu zweit verbringen.

Die Zeit als Paar kommt bei den meisten Eltern doch sowieso immer viel zu kurz. Welche Gelegenheit könnte da also besser sein als eine Hochzeit? Wir können in Erinnerung an unseren eigenen Hochzeitstag (oder auch den Kennenlerntag) schwelgen, romantische Momente genießen und abends endlich mal wieder richtig zusammen feiern. Wenn wir den richtigen Babysitter haben, und unsere Kinder es mitmachen, können wir uns sogar ein Hotelzimmer buchen und ganz „verrückt“ über Nacht wegbleiben – inklusive Ausschlafen am nächsten Morgen. Herrliche Vorstellung, oder?

Kinder sind die beste Ausrede

Abgesehen davon hat so eine Einladung zur „kinderfreien“ Hochzeit noch einen anderen, großen Vorteil: Sie ist die beste Ausrede. Falls du keine Lust hast, hinzugehen – kein Problem: Du hast einfach keinen Babysitter gefunden. Vielleicht ist auch ein Kind gerade krank? Oder der Zwerg schläft einfach nicht ohne Mama ein? Ganz ehrlich, wir alle haben doch unsere Kleinen irgendwann schon mal als Vorwand benutzt, oder? Was kann uns also besseres passieren, als dass sie nicht mit eingeladen werden?

So oder so: Ich habe meine Meinung geändert und finde Hochzeitseinladungen ohne Kinder nicht nur völlig okay, sondern wirklich klasse! Und falls du gern hingehen möchtest, aber wirklich keinen Babysitter finden kannst, bin ich mir sicher, dass fast jedes Brautpaar mit sich reden lässt. Zumindest, wenn es um Familie oder wirklich gute Freunde geht.

Was meint ihr dazu: Ist es okay, jemanden zur Hochzeit einzuladen, aber die Kinder auszuschließen? Habt ihr das vielleicht sogar selbst gemacht? Oder ist es ein absolutes No Go? Erzählt doch mal!

Und wenn ihr euch zu diesem und anderen Themen austauschen wollt, kommt in unsere geschlossene Facebook-Gruppe „Wir sind Echte Mamas“.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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