„Noch nie habe ich so viel gelernt wie in der ersten Zeit mit Baby.”

Liebe Mamas,

ich bin Mutter eines sieben Monate alten zuckersüßen Jungen und kann inzwischen auf eine Menge Lektionen zurückblicken. Gefühlt ticken die Uhren mit Kind einfach anders. Denn dieses halbe Jahr hat mich mehr gelehrt und reifen lassen als die letzten zehn Jahre.

Ich weiß nicht, ob es Euch ähnlich geht, aber es ist eine unfassbare Reise, die noch lange anhalten wird. Gerne möchte ich ein paar meiner bisherigen Learnings mit Euch teilen. Achtung, eine gewisse Ironie schwingt hier natürlich mit.

1. Sich in Geduld üben

Ich bin grundsätzlich ein eher ungeduldiger Mensch und oftmals kann es nicht schnell genug gehen. Meinen Sohn interessiert das jedoch herzlich wenig, denn wenn er gerade nicht schlafen möchte, dann ist es nicht von Bedeutung, dass ich seine Schlafenszeit gerne für den Haushalt nutzen möchte.

Oder wenn ich mal schnell die Windel wechseln möchte, bevor ich zum Einkaufen oder einer Verabredung möchte, kann ich mich darauf einstellen, dass das ganze unter der Dusche endet. Richtig gelesen…auch Mama darf dann nochmal duschen.

Und natürlich klappt nicht alles auf Anhieb. Bestes Beispiel scheint hier die Umstellung auf die Flasche zu sein: das kann gut und gerne mal einige Abende dauern, bis anstelle der Brust auch ein Fläschchen akzeptiert wird. Zugegebenermaßen hat die Müdigkeit meist gesiegt und er hing dann doch wieder an der Brust. 1:0 fürs Kind würde ich sagen!

2. Privatsphäre ist ein Privileg

Hier muss ich zugeben, dass ich dies schon früher lernen durfte: Wer Katzen zu Hause hat, der/die kennt das nur zu gut. Kein Toilettengang ohne Begleitung. Auch mit Baby wird die Dusche oder der Toilettengang zum gemeinsamen Erlebnis. Baby in den Kinderstuhl bzw. Liege, Freddy (ein knisterndes und schillernd-buntes Glühwürmchen) in die Hand und den Schnuller in den Mund. Perfekt, möchte man jetzt meinen. Aber dann landet Freddy sowie der Schnuller abwechselnd alle fünf Sekunden auf dem Boden und Mama kann duschen und Frühsport zu gleich machen.

3. Ein Baby ist kein Kunstobjekt

Welche Mutter kennt es nicht: man steht beim Bäcker und plötzlich, die Stimme von hinten: ‚Oh Gott, ist der süss! Wie alt ist er denn? Darf ich mal anfassen? Nimmt er die Brust?‘

Ja, richtig erkannt, sechs Monate, NEIN und schauen Sie meine Oberweite an, die ist kurz vorm Platzen! Okay das ist überspitzt, aber auch das ist Daily Business als Mutter. Mit der Zeit wird man sicherlich entspannter und die Antworten werden dementsprechend schlagfertiger. Kleiner Tipp für eine mögliche Antwort: ‚Ja, süß ist er. Allerdings habe ich die Betriebsanleitung noch nicht durch… mehr kann ich Ihnen nicht sagen.

Die Blicke sind unbezahlbar.

4. Sorgen und Ängste

Ich glaube jede Mutter und jeder Vater stimmt mir zu, wenn ich sage, dass man mit Kindern eine neue Ebene von Angst erreicht. Die Sorge um sein eigenes Kind ist meiner Meinung nach mit nichts zu vergleichen, denn die Gefühle die in einem hochkommen bei der Vorstellung, dass dem Kleinen etwas zustößt, sind immens.

Gerade in der Anfangszeit erwischt man sich sehr häufig dabei, die Atmung durch sanftes Handauflegen zu prüfen, um selbst (weitestgehend) entspannt einschlafen zu können. Ich frage mich, ob sich das jemals ändert…

5. Die Freude über die kleinen Dinge des Lebens

Ich habe festgestellt, dass Trauer und Freude oft sehr nah beieinander liegen können. Man fühlt sich schlecht und hat womöglich gerade eine Hiobsbotschaft überbracht bekommen und dann passiert etwas Magisches: Der Kleine Fratz grinst, winkt oder hat gerade etwas Neues gelernt, was voller Stolz gezeigt werden muss. Dein Herz geht auf und zack ist die Welt für einen Moment wieder in Ordnung.

Ein herzhaftes Lachen oder auch ein besonders lauter Pups, bei dem sich die Kleinen selbst erschrecken – das sind die kleinen, aber feinen Auszeiten im oftmals stressigen Alltag mit Kind. Diese Momente, in denen man kurz inne hält und/oder selbst lachen muss, sind einfach Gold wert.

6. Bonus: warum viele Mütter gerne Ocker-/Senfgeld tragen

Lange habe ich mich gefragt, warum diese Farbe bei jungen Müttern so angesagt ist. Neben der Tatsache, dass diese Farbtöne gerade einfach in Mode sind, musste es einen weiteren Grund geben. Inzwischen kann ich mitreden und konnte das Mysterium für mich aufklären, nachdem wir mit der Beikost begonnen haben:

Wer sich die Brei-Regale mal genauer angeschaut hat, wird festgestellt haben, dass die Farbpalette überwiegend eine Mischung aus orange und gelb darstellt. Aha, daher weht der Wind. Nach der ersten Brei-Mahlzeit und einem Anruf beim Maler unseres Vertrauens stand fest: ich brauche ockergelbe Kleidung. Nun bin ich stolze Besitzerin eines Kleides sowie von mehreren Shirts in der Farbe.

Kleiner Tipp: Wer weniger waschen möchte, zieht sich und das Baby für die Mahlzeiten einfach komplett aus. Das gefällt dem Papa und die Kleidung bleibt sauber!

Als Fazit kann ich sagen, dass Mama sein wirklich anstrengend ist, aber mit der richtigen Portion Humor, Ironie und einem tollen Partner an der Seite wirklich sehr gut zu handeln.“


Liebe Marie, vielen Dank für diesen humorvollen und ehrlichen Einblick! Wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Liebe für die Zukunft.

Wenn ihr noch mehr von Mama Marie lesen möchtet: Hier schreibt sie darüber, dass sie früher nie einen starken Kinderwunsch hatte und jetzt trotzdem die glücklichste Mama ist.

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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