Nasenbluten in der Schwangerschaft: Das hilft!

Übelkeit, Heißhunger und Verstopfung – das sind leider typische Symptome einer Schwangerschaft. Doch auch Nasenbluten kommt während einer Schwangerschaft sehr oft vor. Aber keine Angst, Nasenbluten ist in den meisten Fällen vollkommen ungefährlich. Wir möchten dir hier eine Übersicht geben, was du zu Nasenbluten in der Schwangerschaft wissen musst. Und natürlich möchten wir dir auch Tipps geben, was du bei Nasenbluten am besten machst und wie du Nasenbluten vielleicht auch im Vorfeld verhindern kannst.

Warum kommt es zu Nasenbluten in der Schwangerschaft?

Nasenbluten beginnt meist schon in den ersten Schwangerschaftswochen und zieht sich über die gesamte Schwangerschaft. Ärzte werten Nasenbluten als ein typisches Schwangerschaftsanzeichen. Neben dem Bluten haben viele Schwangere eine empfindliche und verstopfte Nase – ähnlich wie bei einer Erkältung, nur ohne die anderen Erkältungssymptome.

Der Körper von Schwangeren durchgeht eine Reihe von Veränderungen, um sich auf das heranwachsende Kind einzustellen. Diese Veränderungen zeigen oft durch Symptome, die du davor vielleicht noch nie erlebt hast, so auch Nasenbluten. Der Grund für das Bluten ist:

  • Höherer Östrogenspiegel
  • Höheres Blutvolumen
  • Höherer Blutdruck
  • Stärkere Durchblutung der Nasenschleimhaut

Während der Schwangerschaft bildet dein Körper mehr Progesteron und Östrogen. Diese Hormone machen deine Blutgefäße lockerer. Zudem wird die Nasenschleimhaut nun intensiver durchblutet, schwillt dadurch an und wird empfindlicher.

Wenn du nun niest oder dir die Nase putzt, kann die Schleimhaut aufreißen und zu bluten beginnen. Blutet die Nase ohne zusätzlichen Reiz, liegt es daran, dass ein kleines Blutgefäß in der Nase geplatzt ist – auch das ist normal.

Im Winter kommt es besonders häufig zu Nasenbluten. Die Kälte belastet die empfindliche Nase zusätzlich, doch besonders problematisch ist die trockene Heizungsluft. Die Luft trocknet die Nasenschleimhaut, die immer feucht sein sollte, aus und reizt sie. Es können winzig kleine Risse entstehen, die dann zu Nasenbluten führen.

Ist Nasenbluten in der Schwangerschaft gefährlich?

Im Normalfall ist Nasenbluten weder für dich noch dein Kind gefährlich. Nasenbluten kann dramatisch aussehen, aber in Wirklichkeit verlierst du nur kleine Mengen an Blut, die absolut nicht bedenklich sind. Auch kannst du eine blutende Nase unkompliziert selber behandeln und eine ärztliche Hilfe ist in der Regel nicht notwendig.

Dennoch ist es empfehlenswert, das Nasenbluten bei deinem Arzt anzusprechen. Besonders, wenn deine Nase häufig und stark blutet. Der Arzt wird dann mögliche Ursachen, wie zum Beispiel Bluthochdruck, abklären. Bluthochdruck sollte während der Schwangerschaft möglichst früh erkannt werden, denn es kann zu durchaus ernsteren Krankheiten wie Präeklampsie führen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Nasenbluten klingt meist nach einigen Minuten ganz von selbst wieder ab. In einigen Fällen solltest du jedoch unbedingt schnell zu einem Arzt – und am besten gleich einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Und zwar wenn:

  • Das Nasenbluten nach 20 Minuten nicht aufhört
  • Blut in den Rachen fließt
  • Die Nase sichtbar verletzt ist

Besonders vorsichtig solltest du sein, wenn die Blutung im oberen Teil der Nase ist, dann fließt das Blut nicht aus den Nasenlöchern, sondern läuft direkt in den Rachen. Wenn das passiert, solltest du unbedingt schnell den Arzt aufsuchen, da eine ernsthaftere Verletzung der Nase und der Nasenschleimhäute vorliegen kann. Das passiert jedoch wirklich selten, mach dir daher nicht zu viele Sorgen.

Das kannst du bei Nasenbluten in der Schwangerschaft tun

Im Verlauf ihrer Schwangerschaft wird fast jede Frau mal Nasenbluten erleben. Da ist richtiges Handeln gefragt, damit die Blutung schnell gestoppt wird und sich deine Nase wieder erholt. Nasenbluten wird bei Schwangeren auf die gleiche Weise behandelt wie bei Nicht-Schwangeren. Ärzte empfehlen Folgendes:

  1. Setze dich aufrecht hin, beuge dich leicht nach vorn und lass das Blut auslaufen
  2. Drücke deine Nasenflügel für ein paar Minuten sanft zusammen
  3. Lege dir ein Kühlpack oder ein feuchtes Tuch in den Nacken

Gerade bei Nasenbluten haben sich viele Tipps und Tricks eingeschlichen, die die Blutung stoppen sollen. Gut gemeint sind sie bestimmt, aber nicht immer hilfreich. Möglicherweise könnten sie die Blutung sogar verschlimmern.

So solltest du dich bei Nasenbluten zum Beispiel nicht hinlegen, nach hinten beugen oder deinen Kopf nicht in den Nacken legen. Das könnte dazu führen, dass das Blut in den Rachen oder die Atemwege gerät.

Stecke dir auch keine “Propfen” aus Taschentüchern in die Nasenlöcher. Das reizt die Nasenschleimhaut zusätzlich und kann eine neue Blutung auslösen. Taschentücher solltest du trotzdem stets dabeihaben, damit du für plötzliches Nasenbluten gewappnet bist.

Wie kann ich Nasenbluten in der Schwangerschaft vorbeugen?

Nasenbluten lässt sich in der Schwangerschaft leider kaum komplett vermeiden. Dennoch kannst du einiges tun, um es vorzubeugen und zu mindern.

Die wirksamste Methode, Nasenbluten vorzubeugen, ist, deine Nasenschleimhaut vor dem Austrocknen zu bewahren.

Sind die Schleimhäute befeuchtet, sie sind standhafter und somit auch weniger anfällig für Verletzungen, die zu Nasenbluten führen. Das kannst du tun:

1. Viel trinken

Ausreichend trinken: mindestens zwei Liter am Tag.

2. Mehr Luftfeuchtigkeit

Gefäß mit Wasser auf die Heizung stellen. Das verdampfende Wasser sorgt für mehr Luftfeuchtigkeit. Außerdem kannst du einen Wäscheständer mit feuchter Wäsche in den Raum stellen. Auch das steigert die Luftfeuchtigkeit.

3. Künstliche Luftbefeuchter

Luftbefeuchter: die Geräte lassen Wasser verdampfen und halten Luftfeuchtigkeit konstant.

4. Grünpflanzen:

Kauf dir Pflanzen! Das Wasser verdunstet über ihre Blätter und sorgt für besseres Raumklima.

Übrigens: um die Luftfeuchtigkeit in einem Raum zu messen, lege dir ein Hygrometer zu. Solche Geräte sind nicht teuer, aber wirklich hilfreich. Manchmal sind sie bereits in multifunktionalen Thermometern verbaut.

Um deine Nase nicht zu reizen, putze deine Nase vorsichtig und lieber nicht zu oft. Je mehr die Nasenschleimhaut gereizt wird, desto schneller und häufiger kommt es zu Blutungen. Vermeide es außerdem, in deiner Nase zu bohren. Wenn du die Krusten löst, kann das die Nasenschleimhaut beschädigen und eine Blutung auslösen.

Um einer verstopften und empfindlichen Nase zu helfen, kannst außerdem ein Nasenspray oder -spülungen auf Kochsalz-Basis verwenden. Diese sind rezeptfrei in Apotheken oder Drogerien erhältlich. Ist deine Nasenschleimhaut bereits angegriffen, kannst du die Heilung mit einem Nasenöl oder einer Nasensalbe mit Dexpanthenol unterstützen.

Von Nasensprays mit abschwellender Wirkung raten Ärzte übrigens ab. Auf Dauer können solche Sprays die Nasenschleimhaut schädigen und abhängig machen. Nicht alle Nasensprays sind für Schwangere geeignet, spricht dich daher am besten mit einem Arzt ab, bevor du Medikamente verwendest.

Die gute Nachricht ist jedoch: ist dein Baby auf der Welt, wird sich dein Körper wieder umstellen und deine Nase wird weniger empfindlich sein. Bis dahin – statte dich mit Taschentüchern aus. Wir wünschen viel Geduld!

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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