Mutter gibt „Problem-Kindern” Drogen: „Ich war überfordert.”

Joint-Runden und Drogen-Kakao: Unfassbar, was sich in einer Familienwohnung abgespielt haben soll. Eine Mutter aus Baden-Württemberg hat nicht nur selbst zu Marihuana und Betäubungsmitteln gegriffen, sondern die Drogen auch an drei ihrer minderjährigen Kinder weitergereicht. Die Frau und ihr Lebensgefährte mussten sich nun vor Gericht dafür verantworten.

Mehrfach gaben die Erwachsenen den Minderjährigen Drogen

Die 37-Jährige lebt gemeinsam mit ihren sechs Kindern in einer Wohnung in Mengen. Dort soll es zwischen Februar und Juni 2020 zum gemeinsamen Drogenkonsum gekommen sein. Mittäter war der neue Lebensgefährte der Frau, ein 39-Jähriger, der selbst Familienvater ist. Erst kurz zuvor hatte sich die Mutter vom Vater der Kinder getrennt, der gerade in Haft saß, wie schwäbische.de berichtet.

Die beiden Erwachsenen konsumierten regelmäßig Drogen in der Wohnung und gaben diese auch den damals zwischen 12 und 16 Jahre alten Kindern. Dabei machte sich die Mutter in fünf Fällen der Abgabe von Marihuana an Minderjährige schuldig, ihr damaliger Lebensgefährte zusätzlich in zehn Fällen der Abgabe von Amphetaminen.

Laut des Richters soll es dabei zu bizarren Situationen gekommen sein.

Vor Gericht war die Rede davon, dass die Frau und ihre Lebensgefährte gemeinsam mit den Kindern Joints geraucht hätten. Außerdem lösten sie Drogen in Kakao auf und verpackten sie in Papier, das sie anschließend aßen. Sogar der Richter war schockiert, er sagte in der Gerichtsverhandlung: „Als Familienvater ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass man seine Kinder nicht vor so etwas bewahrt, sondern es auch noch fördert und gemeinsam konsumiert.“

Er beharrte auf eine Erklärung der Mutter und fragte später erneut: „Wie kann man seinen Kinder Betäubungsmittel geben?” Die 37-Jährige wollte den Nachfragen des Richters zunächst ausweichen, bekam zunächst kaum ein Wort heraus und erklärte sich schließlich so: „Mir ging es sehr schlecht zu dem Zeitpunkt, ich war überfordert mit der Situation.“ Mit ihren drei ältesten Kinder, die Kinder, mit denen sie die Drogen konsumiert hatte, habe es immer Probleme gegeben.

Im Laufe der Verhandlungen stellte sich außerdem heraus, dass die 37-Jährige schon lange konsumierte.

Offenbar sind ihre Kinder damit aufgewachsen, es sei etwas Normales für sie gewesen. Die Mutter hatte als junge Erwachsene mit Marihuana und Amphetaminen angefangen und konsumierte fortan. Auch der neue Lebensgefährte hatte schon früh mit Drogen begonnen und mehrere Bewährungsstrafen hinter sich.

Rausgekommen war alles nur, weil der Vater der Kinder, der zum Tatzeitraum im Gefängnis saß, von den Geschehnissen erfahren hatte. Er setzte daraufhin ein Schreiben auf und beschuldigte den neuen Mann der Mutter. Glücklicherweise nahmen die Beamten die Ermittlungen auf und konnten dem Drogenkonsum der Minderjährigen ein Ende setzen.

Der 39-Jährige erhielt eine Freiheitsstrafe in Höhe von zwei Jahren, die Mutter bekam ein Jahr und drei Monate.

Beide Haftstrafen sind auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist relativ mild ausgefallen, weil die schwere Kindheit der beiden Täter berücksichtig wurde. Inzwischen ist das Paar getrennt und die Mutter wieder mit dem Vater der Kinder zusammen, der seine Haftstraße abgesessen hat.

Die 37-Jährige begab sich Anfang 2021 in psychiatrische Behandlung, dabei wurde ihr eine Depression und Borderline diagnostiziert. Ihre sechs Kinder waren zwischenzeitlich in der Obhut des Jugendamtes. Die beiden älteren Kinder leben heute wieder bei den Eltern, doch die vier jüngeren sind in Pflegeheimen und in Pflegefamilien untergebracht. Beide Verurteilten sind nicht mehr straffällig geworden und nach eigenen Angaben nicht mehr drogenabhängig.

Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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