Munchhausen-by-proxy: Mutter erfindet Krebsleiden ihres Sohnes – 13 OPs!

Der größte Wunsch jeder Mama: Dass ihr Kind gesund auf die Welt kommt und gesund bleibt.

Dieser Wunsch scheint die natürlichste Sache auf der Welt zu sein – und ist es im Normalfall auch. Nicht so aber, wenn die Mutter an einer Krankheit namens Munchhausen-by-proxy leidet und krankhaft lügt.

Es ist eine Art des Kindesmissbrauchs, bei dem die Mutter ihr Kind mit unnötigen, medizinischen Diagnosen und Behandlungen quält, für die sie die Symptome zum Beispiel selbst herbeiführt. Die Motivation bei Munchhausen-By-Proxy: Krankhafte Sehnsucht nach Aufmerksamkeit.

Ein besonders krasser Fall wurde laut NBC5 jetzt in der USA bekannt:
Krass ist nicht nur, dass die Texanerin Kaylene Bowen ihrem Sohn Christopher 323 unnötige Arztbesuche aufhalste und ihn 13 Mal unnötigerweise operieren ließ, sondern dass ihr Sohn acht (!) Jahre lange leiden musste, bevor Ärzte und Behörden reagierten, und der Mutter das Kind entzogen.

Man fragt sich auch: Welcher Arzt operiert ein kerngesundes Kind?

Denn das Martyrium von Christopher, das schon sein ganzes Leben lang dauert, war nur erfunden. Los ging es kurz nach der Geburt: Da behauptete Kaylene Bowen, dass ihr Sohn eine Milchallergie habe und alle Milch ausspucke.

Christophers Vater Ryan Crawford konnte das bei seinem Sohn selbst nicht beobachten, doch darauf angesprochen blieb Kaylene bei ihrer Behauptung. Das Paar stritt sich immer öfter wegen der Lügengeschichten der Mutter, die Eltern trennten sich und trafen sich zehn Monate nach der Geburt beim Familienrichter wieder.

Als Crawford dem Familienrichter von den chronischen Lügen seiner Frau berichtete, glaubte der Richter nicht ihm, sondern der Mutter. Christopher blieb bei seiner Mutter.

So glücklich präsentierte sich Kapläne Bowen mit ihrem Sohn.

Dabei sorgte die Frau aus Dallas dafür, dass ihr kerngesundes Kind fast starb.

So bekam er zum Beispiel einen künstlichen Zugang zu seinem Dünndarm gelegt, was zu einigen lebensgefährlichen Blutvergiftungen führte.

Es gab eine Zeit, in der er voll beatmet wurde und im Rollstuhl saß. Sie behauptete ihr Sohn habe Krebs im Endstadium und sammelte Geld für ihn.


Christopher war angeblich so krank, dass er im Rollstuhl sitzen musste.

Ein kerngesundes Kind – krank gemacht durch die Hände seiner kranken Mutter.

Zwischen 2009 und 2016 war Christopher 323 Mal bei Kinderarzt oder im Krankenhaus in Dallas und Houston und wurde 13 Mal operiert.

Immer an seiner Seite: Seine scheinbar liebende und treu sorgende Mutter, die sich mit voller Aufmerksamkeit um ihren kranken Sohn kümmerte.

Kaylene Bowen schaffte es so über Jahre, Ärzte und Behörden von ihren Lügen und den Krankheiten ihres Sohnes zu überzeugen. Der Vater versuchte immer Mal wieder einzuschreiten (nicht konsequent genug, wie er heute bereut), doch er wurde nicht gehört bzw. verlor er sogar sein Besuchsrecht, als die Mutter behauptete, ihr Mann könne die lebensbedrohliche Krebserkrankung seines Kindes nicht akzeptieren.

Christopher musste erst acht Jahre alt werden, bis die Ärzte nicht nur Verdacht schöpften, sondern endlich reagierten und die Missbrauchsstelle einschalteten. Diese sorgte schließlich dafür, dass Christopher und seine zwei Halbgeschwister auf der Familie genommen wurden. Warum die Ärzte nicht eher skeptisch wurden, ist noch nicht geklärt.

Christopher ist inzwischen in einer Pflegefamilie, sein Vater darf ihn zwei Mal in der Woche unter Aufsicht besuchen. Seine an Münchhausen-by-proxy erkrankte Mutter sitzt im Gefängnis.

Verloren haben in diesem Fall alle, doch am Ende gibt es hoffentlich einen Gewinner: Christopher, der seine Gesundheit wieder hat und in einer liebevollen Umgebung aufwächst.

Die nicht fake ist.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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