„Abscheulicher Dreck“: Polizei zerschlägt Kinderschänder-Ring

Es ist eine dieser Meldungen, die nicht nur bei uns Mamas für blankes Entsetzen sorgen. Die Polizei Münster hat insgesamt 11 Personen festgenommen, die mit schwerem Kindesmissbrauch in Verbindung gebracht werden. Über mehrere Jahre sollen sie mindestens drei Kinder im Alter von 5, 10 und 12 Jahren immer wieder schwer missbraucht haben. Außerdem sollen sie die Kinder auch anderen Pädophilen angeboten und ihre abscheulichen Taten gefilmt und im Darknet verbreitet haben.

„Selbst die erfahrensten Kriminalbeamten sind an die Grenzen des menschlich Erträglichen gestoßen und weit darüber hinaus.“

Das hat Rainer Furth, der Polizeipräsident von Münster, über die Ermittlungen zu dem Fall gesagt. Die Beamten hatten Häuser in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Hessen und Niedersachsen durchsucht und insgesamt elf Personen festgenommen. Sieben von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Als mutmaßlicher Haupttäter gilt ein 27-jähriger Mann aus Münster. Adrian V. soll den Sohn seiner Lebensgefährtin über mehrere Jahre immer wieder schwer missbraucht haben. Der Junge ist heute zehn Jahre alt. Die Polizei konnte bisher außerdem zwei weitere Kinder im Alter von zehn und zwölf Jahren identifizieren.

Die meisten Missbrauchsfälle sollen in einer Gartenlaube eines Kleingartenvereins in Münster stattgefunden haben. Sie gehört der Mutter des Hauptverdächtigen. Die 45-Jährige arbeitete bis zu ihrer Festnahme als Erzieherin in einem Kindergarten. Sie steht im Verdacht, von den furchtbaren Taten ihres Sohnes gewusst zu haben.

Insgesamt kann die Polizisten dem Hauptverdächtigen bisher 15 Missbrauchsfälle nachweisen

Die Taten soll er im Zeitraum zwischen November 2018 und Mai 2020 begangen haben. Den Missbrauch soll er außerdem gefilmt und im Darknet verbreitet haben. Das ist ein spezieller Teil des Internets, den man nur über eine bestimmte Software erreichen kann und in dem alle Daten vollkommen anonym bleiben. Zusätzlich soll der Verdächtige den zehnjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin und den fünfjährigen Neffen eines anderen Verdächtigen dort angeboten und an andere Pädophile „vermittelt“ haben.

Hauptverdächtiger wurde schon zwei Mal wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt

Besonders erschreckend: Es ist nicht das erste Mal, dass Adrian V. mit Kindesmissbrauch in Verbindung gebracht wird. Wie zeit.de berichtet, wurde der 27-Jährige schon 2016 und 2017 wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt – jeweils zu zwei Jahren auf Bewährung. Eine Bewährungsauflage soll es gewesen sein, dass der Mann sich wegen seiner pädophilen Neigungen einer Therapie unterzieht.

Laut bild.de soll die Polizei sogar schon vor zehn Jahren gegen Adrian V. ermittelt haben. Schon damals soll es um den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen gegangen sein. Laut des Berichts habe es danach noch acht Ermittlungsverfahren wegen Kinderpornografie gegeben.

Und zwar bis zum Jahr 2014 – dem Jahr, in dem er die Mutter eines kleinen Jungen kennenlernte. Der Sohn von Sabrina K. war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal vier Jahre alt. Nach jetzigem Stand gehen die Ermittler davon aus, dass der Kleine seitdem von seinem Stiefvater sexuell missbraucht wurde – und zwar bis zu dessen Festnahme, also ganze sechs Jahre lang.

Festnahmen sind das Ergebnis monatelanger Arbeit

Dass die Polizei Adrian V. und zehn andere Verdächtige festnehmen konnte, war ein Zufall. Schon 2018 hatten die Beamten entdeckt, dass jemand im Internet kinderpornografische Dateien angeboten hatte. Die IP-Adresse konnten sie einem landwirtschaftlichen Betrieb zuordnen – dem Arbeitgeber von Adrian V. Am 7. Mai stürmten die Polizisten seine Wohnung, beschlagnahmten seinen Laptop und fanden mehrere Festplatten. Als die Beamten die Daten auf dem Laptop entschlüsseln konnten, fanden sie unter anderem ein Video, auf dem laut Ermittlungsleiter „sexuelle Handlungen schwerster Art begangen wurden“. Und zwar am zehnjährigen Stiefsohn des Hauptverdächtigen.

Als die Ermittler die Gartenlaube von Adrian V.s Mutter untersuchten, fanden sie dort eine Zwischendecke, in der Videokameras versteckt waren. Damit sollen der Hauptverdächtige und die anderen Beschuldigten den Missbrauch der Kinder gefilmt haben. Auch in einem extra eingerichteten Technikraum und der Wohnung von Adrian V. stellten die Beamten Beweismaterial sicher.

Insgesamt wurden elf Personen verhaftet

Neben Adrian V. verhaftete die Polizei noch zehn weitere Personen. Sieben von ihnen sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Dabei handelt es sich laut zeit.de um:

  • seine Mutter, der die Gartenlaube gehört, und die von den abscheulichen Taten ihres Sohnes gewusst haben soll.
  • einen 43-Jährigen aus Kassel, der seinen 12-jährigen Neffen missbraucht haben soll
  • einen 41-Jährigen aus Köln, der den zehnjährigen Stiefsohn von Adrian V. missbraucht haben soll. Er hat die Tat bereits gestanden.
  • einen 30-Jährigen aus Stauffenberg – den Vater des 5-jährigen Jungen, der in dem Gartenhaus missbraucht wurde.
  • einen 35-Jährigen aus Hannover und einen 42-Jährigen aus Schorfheide.

Wie viele Opfer es noch geben könnte, ist unklar

Bisher konnte die Polizei drei Kinder als Missbrauchsopfer identifizieren. Sie sollen vor dem Missbrauch von den Tätern betäubt worden sein. Sie befinden sich inzwischen in der Obhut der jeweiligen Jugendämter.

Wie viele Opfer es noch geben könnte, steht bisher nicht fest. Wie „Bild am Sonntag“ berichtet hat, haben die Ermittler rund 600 Terabyte an Daten gefunden, die ausgewertet werden müssen. „Abscheulicher Dreck“, so Rainer Furth, der Polizeipräsident von Münster.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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