Moro-Reflex: Normal oder gefährlich? Alle Infos!

Vielleicht kennt ihr das auch: 9 Monate habt ihr auf euer Baby gewartet, und als es endlich da war, wolltet ihr es am liebsten gar nicht mehr aus den Augen lassen. Wir Mamas beobachten gerade am Anfang doch jede noch so kleine Bewegung, die unser Schatz macht. Und eine Sache kann uns dabei einen ganz schönen Schrecken einjagen: der Moro-Reflex. Plötzlich zuckt unser Baby ruckartig, streckt Arme und Beine von sich und schnappt nach Luft. Zum Glück entspannen sich die Kleinen auch genauso schnell wieder, trotzdem kann der Anblick uns Mamas erst einmal erschrecken.

1. Ist der Moro-Reflex bei Babys ganz normal oder gefährlich?

Auch wenn der Moro-Reflex gefährlich aussieht, bei Neugeborenen ist er völlig normal – und teilweise sogar überlebenswichtig. Was der Moro-Reflex genau ist und wann er wieder verschwindet, wie ihr eurem Baby helfen könnt und vieles mehr: Wir haben hier alle wichtigen Infos dazu für euch zusammengestellt:

2. Was ist der Moro-Reflex bei Babys?

Der Moro-Reflex oder auch Klammerreflex ist ein frühkindlicher Reflex und wurde nach dem Kinderarzt Ernst Moro benannt. Er bildet sich schon in der 9. Schwangerschaftswoche und wird ab dem 3. oder 4. Lebensmonat langsam wieder weniger. Der Moro-Effekt wird ausgelöst, wenn sich dein Baby erschrickt oder denkt, dass es fällt, zum Beispiel, wenn du es hinlegst, und es gerade nicht damit gerechnet hat.

Dann streckt es ruckartig Arme und Beine aus, spreizt die Finger ab, öffnet seinen Mund und atmet tief ein. Wenn es ausatmet legt es die Arme wieder an den Körper und ballt die Hände zu einer Faust. Gleichzeitig atmet es schneller, sein Herz schlägt schneller, und der kleine Körper schüttet Stresshormone aus.

Baby wird durch Moro-Reflex geweckt

Der Moro-Reflex lässt Babys häufig aus dem Schlaf hochschrecken.
Foto: Bigstock

3. Was ist der Sinn des Moro-Reflexes?

Die Symptome sehen allerdings schlimmer aus, als sie sind, denn der Moro-Reflex ist bei Babys völlig normal. Und er hat sogar einen Sinn: Direkt nach der Geburt sorgt er zum Beispiel dafür, dass dein Baby seinen ersten Atemzug nehmen kann. Und in den ersten Lebensmonaten hilft er dabei, die Luftröhre zu öffnen, wenn dein Baby zu ersticken droht.

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Der Klammerreflex ist also für Säuglinge sogar lebenswichtig! Deshalb versucht der Kinderarzt in der Regel bei den ersten U-Untersuchungen, den Moro-Reflex bei deinem Baby auszulösen. Wundere dich also nicht, wenn er deinen Schatz kontrolliert aus dem Sitzen in die Rückenlage fallen lässt. Der Arzt will damit nur prüfen, ob der Moro-Reflex vorhanden ist und funktioniert.

4. Was kann ich gegen den Moro-Reflex meines Babys tun?

Der Moro-Reflex ist eine natürliche Schutzfunktion des Körpers, deshalb ist es eigentlich nicht notwendig, etwas dagegen zu tun. Vielleicht ist dir aber aufgefallen, dass dein Baby auch im Schlaf manchmal zusammenzuckt. Bei vielen Kindern tritt der Klammerreflex tatsächlich nicht nur auf, wenn sie sich im wachen Zustand erschrecken, sondern auch, wenn sie schlafen. Das kann so weit gehen, dass dein Baby mehrmals pro Nacht davon aufwacht.

1. Pucken hilft

Das Problem dabei ist nicht das Zucken an sich, aber dein Schatz kommt so nicht wirklich zur Ruhe (du als Mama natürlich auch nicht), und sein Schlaf ist nicht besonders erholsam. Deshalb kannst du dein Baby pucken, falls es besonders unruhig ist. Mit Hilfe eines engen Tuches werden Arme und Beine an den Körper gebunden, sodass der Moro-Reflex es nicht mehr aufwecken kann. Dein Baby spürt dadurch außerdem eine Begrenzung, die es schon aus der Zeit in deinem Bauch kennt. Wichtig: Bitte achte unbedingt darauf, dass du dein Baby richtig puckst, und lasse ein gepucktes Baby nicht unbeaufsichtigt schlafen.

Alternativ zum Pucken kannst du dein Baby auch in Bauchlage auf deinem eigenen Bauch schlafen lassen. Das hat bei meinen Kindern übrigens super funktioniert.

5. Wann hört der Moro-Reflex auf?

Der Moro-Reflex wird schon in der 9. Schwangerschaftswoche gebildet, wenn dein Baby noch als winziger Embryo in deinem Bauch ist. In den meisten Fällen lässt er ab dem 2. Lebensmonat nach. Gegen Ende des 4. Monats ist das Nervensystem deines Babys dann so weit ausgebildet, dass der Klammerreflex verschwindet und vom sogenannten Schreckreflex abgelöst wird.

Es gibt allerdings auch Kinder, bei denen der Moro-Reflex sehr viel länger anhält, teilweise sogar bis ins Erwachsenenalter.

6. Was bedeutet es, wenn der Klammerreflex nicht verschwindet?

Wenn der Moro-Reflex bei deinem Baby nach dem 4. Monat immer noch auftritt oder vielleicht schon verschwunden war und plötzlich wieder da ist, nennt man das persistierenden Moro-Reflex. Du solltest das dann auf jeden Fall mit eurem Kinderarzt besprechen, denn es kann (muss aber nicht!) ein Anzeichen für eine Entwicklungsstörung oder auch eine Erbkrankheit sein.

Kinder und auch Erwachsene, die von diesem persistierenden Moro-Reflex betroffen sind, haben häufig Probleme damit, sich zu entspannen. Sie kommen nicht wirklich zur Ruhe, sind oft schreckhaft, und ihr Körper schüttet schon bei kleinsten Reizen Stresshormone aus. Deshalb werden sie auch nachts häufig wach, weil sie hochschrecken.

7. Was bedeutet der persistierende Moro-Reflex für mein Kind?

Der persistierende Moro-Reflex sorgt außerdem für eine ständige Wachsamkeit. Der Körper ist ständig in Alarmbereitschaft, um jede Gefahr möglichst schnell zu erkennen. Das führt dazu, dass dein Kind vielleicht sehr ängstlich ist, gewohnte Abläufe mag und mit Unwohlsein auf Veränderungen reagiert.

Außerdem kann es sich darin zeigen, dass dein Kind besonders wissbegierig ist, alle Informationen aufsaugt und immer das Bestmögliche erreichen möchte. Oder aber es lässt sich besonders schnell ablenken, hat Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und wird extrem schnell aufbrausend. Das ist dann nicht böse gemeint, sondern passiert aus dem Reflex heraus.

Kleinkinder mit Moro-Reflex schreien häufig

Kleinkinder, bei denen der Moro-Reflex noch vorhanden ist, sind häufig überfordert.
Foto: Bigstock

1. Welche körperlichen Auswirkungen hat er?

Auch rein körperlich kann der persistierende Moro-Reflex Auswirkungen auf dein Kind haben. Er kann zum Beispiel zu Gleichgewichts- oder Koordinationsproblemen und sogar zu Wahrnehmungsstörungen führen, viele Kinder sind auch anfälliger für Allergien und haben ein geschwächtes Immunsystem, weil der Körper bei der Stressreaktion ständig Kortisol ausschüttet. Durch die Schlafstörungen und die ständige Ausschüttung von Stresshormonen kann es bei Erwachsenen mit Moro-Reflex außerdem zu Bluthochdruck kommen.

2. Moro-Reflex mit 5 Monaten

Zum Ende des 4. Monats hin ist das Nervensystem der meisten Babys soweit ausgereift, dass der Moro-Reflex verschwindet bzw. gegen den normalen Schreckreflex ausgetauscht wird, den auch wir Erwachsene besitzen. Trotzdem ist es kein Grund zur Panik, wenn der Moro-Reflex mit 5 Monaten bei deinem Baby noch nicht vollständig verschwunden ist. Es ist normal, dass der Klammerreflex nicht über Nacht verschwindet, sondern nach und nach verschwindet. Einige Babys lassen sich zum Beispiel jetzt nach hinten legen, ohne dass der Moro-Reflex ausgelöst wird, zucken aber trotzdem noch zusammen, wenn sie sich erschrecken.

3. Moro-Reflex mit 6 Monaten

Wenn der Moro-Reflex mit 6 Monaten bei deinem Baby noch stark ausgeprägt oder noch nicht komplett verschwunden ist, solltest du dir erst mal keine Sorgen machen. Alle Babys sind verschieden, und bei den einen dauert es etwas länger als bei den anderen. Zwischen dem 6. Und 7. Lebensmonat steht für dein Baby ja die U6 auf dem Programm. Die beste Gelegenheit, um das Thema einmal mit deinem Kinderarzt zu besprechen. Er kann dich beraten, ob du weiter abwarten kannst, oder ob weitere Untersuchung sinnvoll bzw. notwendig sind.

4. Moro-Reflex mit 1 Jahr

Nicht bei allen Kindern bildet sich der Klammerreflex im Laufe der ersten 4 Monate komplett zurück. Wenn der Moro-Reflex mit 1 Jahr bei deinem Kind noch nicht verschwunden ist, handelt es sich um einen persistierenden Moro-Reflex, und du solltest mit eurem Kinderarzt darüber sprechen.

Normalerweise wird der frühkindliche Reflex durch den normalen Schreckreflex abgelöst, den auch wir Erwachsenen kennen. Passiert das nicht, ist der Körper deines Kindes ständig in Alarmbereitschaft und muss mit einem sehr hohen Stresslevel klarkommen. Deshalb schreien kleine Kinder mit Moro-Reflex oftmals deutlich mehr. Vor allem unbekannte Situationen und fremde Personen können großen Stress auslösen, und davon gibt es gerade für Kleinkinder in den ersten Jahren ja unglaublich viele – denke nur einmal an die Kita-Eingewöhnung.

5. Moro-Reflex mit 2 Jahren, 3 Jahren oder 5 Jahren

Wenn dein Kleinkind auch mit 2, 3 oder 5 Jahren nach wie vor unter dem Moro-Reflex leidet, kann das Auswirkungen auf euren gesamten Alltag haben. Gerade die Situation in der Kita kann dein Kind extrem unter Stress setzen, denn täglich stürmen unglaublich viele Eindrücke auf es ein – und zwar auf allen Kanälen. Für dein Kind, das alle Reize noch stärker empfindet, kann das schnell zu viel werden. Es kann deshalb sein, dass dein Kind das Spielen mit anderen als unangenehm empfindet, und lieber für sich allein ist.

Kleinkinder mit Klammerreflex spielen häufig lieber allein

Durch die ständige Angst vor Gefahren hat es möglicherweise Schwierigkeiten damit, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Es vermeidet Situationen, in denen es aus seiner Sicht ein Risiko eingehen muss. Da der Gleichgewichtssinn häufig gestört ist, werden also Dinge wie Balancieren oder Klettern vermieden.

Und auch auf die Gesundheit deines Kindes kann sich der Moro-Effekt auswirken: Durch das erhöhte Stresslevel produziert der kleine Körper große Mengen des Hormons Cortisol. Dadurch wird wiederum das Immunsystem geschwächt, und es kann sein, dass dein Kind häufiger krank wird.

6. Moro-Reflex bei Kleinkindern: Was kann helfen?

Ein fester Tagesablauf, tägliche Rituale und entspannende Maßnahmen wie Kinder-Yoga, Atemübungen oder Singen können deinem Kind helfen, mit weniger Stress durch den Tag zu kommen. Zeige deinem Kind, dass es sich auf dich verlassen kann, und kündige größere Veränderungen am besten rechtzeitig an. Außerdem solltest du versuchen, bestimmte Ängste deines Kindes zu akzeptieren. Möchte es zum Beispiel nicht im Dunkeln schlafen, lasse einfach ein Nachtlicht brennen.

Da viele Kleinkinder mit Moro-Reflex häufig extrem ängstlich oder aggressiv reagieren, wird häufig die Diagnose ADHS oder ADS gestellt, weil der eigentliche Grund nicht erkannt wird.

Junge malt in der Schule

In der Schule wirkt sich der Moro-Reflex häufig auf Konzentration und Geduld aus.
Foto: Bigstock

7. Moro-Reflex bei Schulkindern

Wenn dein Kind in die Schule kommt, ist das eine aufregende Zeit. Für viele Kinder und auch für uns Eltern ist der Start in diese neue Etappe des Lebens unglaublich spannend. Und genau da liegt für einige Schulanfänger das Problem: Es gibt nämlich Kinder, bei denen der Moro-Reflex mit 7 Jahren nach wie vor vorhanden ist. Für sie bedeutet der Schulstart vor allem eins: jede Menge Stress. Und der wird leider im Laufe der Schuljahre nicht unbedingt weniger.

8. Klammerreflex kann zu Schulangst führen

Durch ihre grundsätzliche Ängstlichkeit kann sich eine regelrechte Schulangst entwickeln. Sie leiden unter Konzentrationsproblemen oder können Aufgaben nicht lösen, weil ihnen einfach Konzentration und Ausdauer fehlen, und sie sich leicht ablenken lassen.

Dazu kommt, dass Moro-Kinder häufig schwer stillsitzen können. Sie sind zappelig, kippeln zum Beispiel mit den Stühlen und werden dafür von den Lehrern ermahnt. Gleichzeitig können sie häufig schwer mit Kritik umgehen und möchten um jeden Preis die Kontrolle behalten.

Das alles führt wiederum zu Frustration und neuem Stress – und zu einem geringen Selbstwertgefühl. Übrigens kann der Moro-Reflex auch mit 10 Jahren noch ausgeprägt sein – oder sogar bis ins Erwachsenenalter.

9. Moro-Reflex bei Erwachsenen

Wenn sich die frühkindlichen Reflexe deines Babys nicht zurückbilden oder von den normalen Reflexen abgelöst werden, bleiben sie vermutlich sein ganzes Leben lang bestehen. Deshalb kommt der Moro-Reflex bei Erwachsenen ebenso vor wie bei Kita- oder Schulkindern. Zwar machen sich die Folgen im Erwachsenenalter häufig in unterdrückter Form bemerkbar, für die Betroffenen können sie trotzdem deutlich spürbar sein.

10. Psychische & körperliche Folgen

Genau wie bei Kindern stehen auch Erwachsene, bei denen der Moro-Reflex noch vorhanden ist, häufiger unter Stress. Ihr Körper ist ständig in Alarmbereitschaft, und sie nehmen deutlich mehr Reize wahr. Das kann auch im Erwachsenenalter noch zu Überreaktionen wie starker Aggression oder Ängstlichkeit bis hin zu Panikattacken führen. Und auch Bluthochdruck kann eine Folge des Moro-Reflex bei Erwachsenen sein.

Wenn der Moro-Reflex bei Erwachsenen nur noch leicht ausgeprägt ist, kann er allerdings einfacher ausgeglichen werden als bei Kindern. Trotzdem leiden häufig das Selbstbewusstsein und die emotionale Entwicklung. Dazu können starke Verspannungen kommen, die durch ausgleichende Bewegungen hervorgerufen werden.

11. Persistierender Moro-Reflex: Therapie

Wenn sich der Moro-Reflex bei deinem Baby oder Kleinkind (noch) nicht zurückgebildet hat, solltest du als erstes mit deinem Kinderarzt sprechen. Er kann am besten beurteilen, ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind, und wird euch an einen Spezialisten überweisen, wenn es notwendig ist.

Um deinem Kind bestmöglich zu helfen, ist es wichtig, möglichst früh mit einer entsprechenden Therapie zu starten. Sehr gut geeignet ist zum Beispiel die Neurophysiologische Entwicklungsförderung.

12. Neurophysiologische Entwicklungsförderung

Dort werden zuerst Übungen mit deinem Kind gemacht, um Dinge wie Grob- und Feinmotorik, Gleichgewichtssinn, Bewegungsmuster, die Koordination von Auge und Hand und seine Wahrnehmung zu testen. Gleichzeitig wird festgestellt, ob dein Kind eine „Lieblingsseite“ hat, also Dinge verstärkt mit einer Körperseite tut.

Anschließend bekommt ihr ein Programm aus Bewegungsübungen, die speziell auf dein Kind abgestimmt sind. Die Übungen könnt ihr täglich zuhause machen und so die Bewegungsmuster und den Gleichgewichtssinn deines Kindes trainieren. Das hilft deinem Kind dabei, seine Motorik und seine Wahrnehmung zu verbessern und wirkt sich positiv auf viele Verhaltens-, Lern-, und Bewegungsprobleme aus.

8. Der Klammerreflex im Alltag

Als meine Tochter auf die Welt kam, hatte ich noch nie etwas vom Moro-Effekt gehört. Und ehrlichgesagt hätte ich auch nicht gedacht, dass ein frühkindlicher Reflex so viele Situationen des Alltags beeinflussen kann. Kann er aber tatsächlich: Der Moro-Reflex kann dazu führen, dass dein Baby schreit, nicht schlafen kann, nicht baden mag und einiges mehr.

Und auch wenn es dir manchmal so vorkommen mag, als ob der Moro-Effekt ohne Grund auftritt – unsere Babys sind so sensibel, dass oft schon eine Kleinigkeit ausreichen kann, um den frühkindlichen Reflex auszulösen:

Baby mit Moro-Reflex streckt Ärmchen in die Luft

Babys werden durch den Moro-Reflex häufig aus dem Schlaf gerissen.
Foto: Bigstock

9. Moro-Reflex: mein Kind schreit

Kennst du das auch? Du bist gerade kurz vor dem Einschlafen, dämmerst langsam vor dich hin – zuckst plötzlich aus unerklärlichem Grund zusammen und bist wieder wach. Genauso geht es deinem Baby mit dem Moro-Effekt. Vielleicht hat es etwas Schlechtes geträumt, vielleicht hat ein Geräusch es erschreckt.

In jedem Fall wird der Moro-Reflex vollkommen unkontrolliert ausgelöst. Dein Kind wacht auf, ist selbst erschrocken und schreit. Am besten kannst du ihm helfen, wenn du es schnell beruhigst, ihm zeigst, dass du da bist, leise mit ihm sprichst oder es auf den Arm nimmst.

10. Moro-Reflex: Baby kann nicht schlafen

Um zu verhindern, dass dein Kind durch den Moro-Effekt mehrmals in der Nacht aufwacht und nicht zur Ruhe kommt, kannst du es zum Beispiel pucken. Die Begrenzung des Pucktuches wirkt beruhigend, außerdem verhindert das enganliegende Tuch das Zucken von Armen und Beinen. Bei vielen Babys ist der Moro-Reflex ohne Pucken vorhanden, wird mit Hilfe des Pucktuchs aber soweit unterdrückt, dass das Kind schlafen kann.

Alternativ kannst du dein Baby auch in Bauchlage auf deinem Bauch schlafen lassen. Die Nähe zu Mama sorgt in diesem Fall für die nötige Sicherheit, zusätzlich verhindert die Bauchlage das unkontrollierte Hochreißen der Arme.

11. Moro-Reflex: Seitenlage kann tagsüber helfen

Damit dein Baby tagsüber entspannt schlafen kann, kannst du versuchen, es auf die Seite zu legen. Dabei legt es die Arme und Hände vor dem Körper ab, sodass sie nicht nach oben gerissen werden. Damit dein Kind im Schlaf nicht zurückrollt, kannst du seinen Rücken zum Beispiel mit einem Stillkissen stützen. Und wenn dein Schatz auf der Seite nicht einschlafen mag, klappt es vielleicht, ihn erst schlafend auf die Seite zu legen.

Wichtig: Die Seitenlage bitte wirklich nur tagsüber ausprobieren
, wenn du dabei bist und dein Baby im Blick hast. Nachts besteht die Gefahr, dass es sich auf den Bauch oder gegen das Kissen rollt und keine Luft bekommt.

12. Moro-Reflex beim Wickeln

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass der Moro-Reflex beim Wickeln besonders häufig auftritt. Das liegt daran, dass er ausgelöst wird, wenn dein Baby das Gefühl hat, dass es fällt. Deshalb lässt der Kinderarzt es bei der U3 auch ein kleines Stück aus dem Sitzen nach hinten fallen, um zu testen, ob der Klammerreflex vorhanden ist.

Wenn du dein Baby beim Wickeln also gerade nach hinten auf den Rücken legst, hat es möglicherweise das Gefühl zu fallen – und der Moro-Effekt wird automatisch ausgelöst. Verhindern kannst du das, indem du es über die Seite auf den Wickeltisch legst und es erst dann langsam auf den Rücken drehst.

13. Moro-Reflex beim Stillen

Das gleiche gilt im Prinzip für den Moro-Reflex beim Stillen. Während dein Baby trinkt, liegt es meistens etwas seitlich vor deiner Brust. Auch wenn du eine andere Position wählst, hat es immer festen Halt durch deinen Arm, ein Stillkissen oder ähnliches.

Nach dem „Abdocken“ kannst du dein Baby entweder direkt zu dir hochnehmen oder es langsam über die Seite abrollen, wenn du es hinlegen möchtest. So wird der Moro-Reflex nicht ausgelöst, und falls dein Schatz beim Stillen eingeschlafen ist, wird er nicht direkt durch den Klammerreflex wieder geweckt.

14. Moro-Reflex im Kinderwagen

Wenn du mit deinem Baby unterwegs bist, schläft es vielleicht im Kinderwagen ein. Dabei liegt es auf dem Rücken, und das sanfte Schaukeln und die gleichmäßigen Geräusche geben ihm ein sicheres Gefühl. Gleichzeitig sorgt der begrenzte Platz, den dein Schatz noch aus deinem Bauch kennt, für Geborgenheit. Deshalb wird der Moro-Reflex im Kinderwagen häufig deutlich seltener oder sogar gar nicht ausgelöst.

15. Moro-Reflex beim Baden

Viele Babys lieben es zu baden, denn das warme Wasser erinnert sie an das Fruchtwasser in Mamas Bauch. Andere Babys haben Angst vor dem Wasser und schreien, sobald es in Richtung Wanne geht.

Vor allem bei diesen Kindern kann der Moro-Reflex beim Baden dazu führen, dass sie sich beim Eintauchen ins Wasser erschrecken und anfangen zu weinen. Besonders, wenn du dein Baby mit dem Rücken zuerst eintauchst, ist es wahrscheinlich, dass der Moro-Reflex ausgelöst wird.

Baby im Badeeimer

Ein Badeeimer kann deinem Baby die Angst nehmen.
Foto: Bigstock

16. Das kann deinem Baby helfen

Wenn dein Baby zu denen gehört, die sich nicht gern baden lassen, hilft euch vielleicht ein Badeeimer. In den setzt du dein Baby nämlich hinein, anstatt es zu legen. Außerdem sorgt die Enge des Eimers häufig für weniger Angst als eine große Badewanne.

Auch hilfreich kann es sein, dein Baby vor dem Baden in eine dünne Stoffwindel einzuwickeln, ähnlich wie beim Pucken.

17. Moro-Reflex bei einem Wachstumsschub

Während der ersten 14 Monate macht dein Baby insgesamt 8 Wachstumsschübe durch. Dabei wächst es nicht nur körperlich, sondern es entwickeln sich auch seine geistigen Fähigkeiten weiter. Die neuen Eindrücke führen oft zu Stress, viele Babys schreien dann besonders viel, sind unruhig oder schlafen schlecht.

Die vielen neuen Reize überfordern viele Babys – ein Grund, warum der Moro-Reflex bei einem Wachstumsschub möglicherweise häufiger auftreten kann. Die gute Nachricht: Schon ab dem ersten Wachstumsschub, der um die 5. Woche herum stattfindet, fängt der Moro-Effekt an, sich langsam zurückzubilden.

18. Moro-Reflex bei Fieber

Wenn dein Baby Fieber bekommt, ist sein kleiner Körper besonders anfällig für Stress und reagiert noch empfindlicher auf äußere Reize. Deshalb kann es sein, dass der Moro-Reflex bei Fieber häufiger auftritt, als wenn dein Kind gesund ist. Auch wenn dein Kind den Klammereffekt eigentlich schon hinter sich gelassen hat, kann er eine Zeit lang bei hohem Fieber wieder auftreten.

Baby mit Fieber

Wenn dein Baby Fieber hat, solltest du es bitte nicht pucken, um den Moro-Reflex zu unterdrücken.
Foto: Bigstock

1. Bei Fieber bitte nicht pucken

Wichtig: Wenn dein Baby Fieber hat, solltest du es nicht pucken, um den Moro-Effekt zu unterdrücken. Das Pucktuch sorgt dafür, dass sich die Wärme im Körper deines Kindes noch mehr staut, und er sich noch mehr aufheizt, als er es durch das Fieber ohnehin schon tut.

Und wenn du das Gefühl hast, dass der Moro-Reflex bei Fieber extrem häufig auftritt, dein Baby bei jeder kleinsten Berührung erschrickt oder häufig scheinbar ohne Grund zusammenzuckt, solltest du einen Kinderarzt aufsuchen. Denn auch ein Fieberkrampf kann sich teilweise mit ähnlichen Symptomen wie der Moro-Effekt äußern.

19. Moro-Reflex und Stress

Jedes Mal, wenn der Moro-Reflex ausgelöst wird, produziert der Körper deine Babys die Stresshormone Adrenalin und Cortisol. Je häufiger der Reflex auftritt, desto gestresster ist dein Kind. Umgekehrt sorgen gerade bei Babys und kleinen Kindern neue Situationen für Stress, denn sie machen ihnen Angst. Diese Angst führt wiederum dazu, dass der Reflex häufiger ausgelöst wird. Das ist einer der Gründe, warum häufig ein geregelter Tagesablauf für Babys und Kleinkinder empfohlen wird.

20. Moro-Reflex nach Impfung

Wenn dein Baby geimpft wird, kann es in den Tagen danach unruhiger sein und zum Beispiel schlechter schlafen oder anders essen. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Der kleine Körper kämpft gegen die Viren, und das ist gut so, denn nur so kann er die benötigten Antikörper produzieren. Durch die Unruhe kann es sein, dass dein Kind auch schreckhafter wird – was wiederum einen häufiger auftretenden Moro-Reflex zur Folge haben kann.

Wir sollten allerdings nicht vergessen, dass die ersten Impfungen bei Babys häufig in die Zeit der Entwicklungsschübe fallen. Ein verändertes Verhalten kann also auch dadurch begründet sein und ist nicht zwingend eine Folge der Impfung. Am besten gibst du deinem Kind nach einer Impfung die Gelegenheit, sich auszuruhen.

Kleinkind wird geeimpft

Die Unruhe nach einer Impfung kann sich auf den Moro-Reflex auswirken.
Foto: Bigstock

21. Moro-Reflex nach Kaiserschnitt

Es gibt die Theorie, dass sich ein Kaiserschnitt auf die Entwicklung des Moro-Effekts bei Kindern auswirken kann. Als Grund wird unter Anderem der Schreck angegeben, den das Baby bekommt, wenn es plötzlich und ohne Vorwarnung aus dem Bauch der Mama herausgeholt wird, statt den Weg durch den Geburtskanal zu nehmen.

22. Moro-Reflex oder Epilepsie?

Wenn du beobachtest, dass der Moro-Reflex bei deinem Baby häufiger als Serie mehrmals hintereinander auftritt, solltest du am besten mit deinem Kinderarzt darüber sprechen. Denn das sogenannte West-Syndrom, eine Form der frühkindlichen Epilepsie, kann sich mit ähnlichen Symptomen wie der Klammerreflex bemerkbar machen. Allerdings tritt es nur sehr selten auf, das erst einmal zur Beruhigung.

1. Das West-Syndrom

Das West-Syndrom tritt bei Babys im Alter bis zu einem Jahr auf und wird auch als BNS bezeichnet, das steht für Blitz-Nick-Salaam. Dabei kommt es zu 3 verschiedenen Anfallsarten, die meistens hintereinander auftreten. Der Blitzanfall führt dazu, dass die Kinder abrupt kurz innehalten, als ob sie sich erschrecken.

Beim anschließenden Nickanfall kommt es durch verkrampfte Nacken- und Schultermuskulatur zu einer nickenden Kopfbewegung. Und schließlich wirft das Kind beim Salaam-Anfall seine Arme nach vorn und knickt die Beine in der Hüfte ein, ähnlich, wie es auch beim Moro-Reflex der Fall ist.

2. Moro-Reflex und ADHS

Kinder, bei denen der Moro-Reflex nicht nach den ersten Monaten abklingt, haben wie schon geschrieben häufig mit den Auswirkungen zu kämpfen. Dabei ähneln die Folgen in vielen Punkten der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

3. Ähnliche Symptomatik

Auch der anhaltende Moro-Reflex versetzt ihren Körper in permanente Alarmbereitschaft und stellt das Kind unter Dauerstress. Das Kind ist überempfindlich gegenüber allen Eindrücken, die es wahrnimmt, kann sich dadurch nur schwer konzentrieren und lässt sich leicht ablenken. Wenn es ihm zu laut ist, wird es schnell müde, zieht sich in sich zurück oder weird aggressiv. Im Gegensatz dazu erwecken ADHS-Kinder häufig den Eindruck, als würden sie nicht zuhören.

Wenn dein Kind unter einem oder mehreren dieser Symptome leidet, sprichst du am besten mit eurem Kinderarzt darüber.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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