Moltontücher: Sinnvoll oder unnötige Anschaffung?

Als ich zum ersten Mal schwanger war, habe ich wie so viele Mamas das Internet nach Dingen durchforstet, die bei der Erstausstattung auf keinen Fall fehlen dürfen. Eine Sache, die mir dabei immer wieder über den Weg gelaufen ist, waren Moltontücher. Aber wofür braucht man sie eigentlich? Oder kann man sich das Geld auch sparen? Wir haben alle Infos dazu für dich zusammengestellt:

1. Was sind Moltontücher?

Der Name „Moltontücher“ leitet sich vom französischen Wort „mollet“ ab, was übersetzt „weich“ bedeutet. Und genau das sind sie auch: weiche Tücher, die zu 100 % aus Baumwolle bestehen. Ein Moltontuch ist kuschelig und gleichzeitig sehr saugfähig. Der Stoff der Tücher ist etwas dicker als zum Beispiel der einer Mullwindel und auf beiden Seiten leicht angeraut.

2. Wofür brauche ich Moltontücher bei meinem Baby?

Wie gesagt sind Moltontücher zum einen schön kuschelig, zum anderen sehr saugfähig. Deshalb sind sie bei vielen Eltern so beliebt, denn sie können vielseitig eingesetzt werden, zum Beispiel als:

  • Wickelunterlage
  • Spucktuch
  • Matratzenschutz
  • Windeleinlage
  • Pucktuch
  • Unterlage im Laufstall
  • Unterlage im Kinderwagen
  • Unterlage im Babybett – hier sollte das Tuch allerdings fest unter die Matratze gesteckt werden, damit dein Baby es nicht herausziehen und über sein Gesicht legen kann.
  • Kuscheltuch beim Stillen, allerdings solltest du es nicht über das Gesicht deines Babys legen

3. Wie groß ist ein Moltontuch?

Generell gibt es zwei Standardgrößen für Moltontücher, nämlich 80 x 80 cm und 40 x 40 cm. Als Wickelunterlage, Pucktuch oder Matratzenschutz sind eher die größeren Tücher geeignet. Zum Kuscheln oder als Spucktuch reicht im Normalfall auch die kleinere Größe aus.

Du findest Moltontücher aber auch in verschiedenen anderen Größen und kannst sie dir einfach selbst passend zuschneiden. Teilweise wird Molton auch als Meterware angeboten. Das ist natürlich praktisch, du solltest aber darauf achten, dass es für Babys geeignet ist.

4. Sind Moltontücher luftdurchlässig?

Nein. Der Stoff ist zwar weich und kuschelig, aber dadurch leider nicht atmungsaktiv. Deshalb solltest du ein Moltontuch beim Stillen nicht über das Gesicht deines Babys legen. Und wenn du es als Unterlage im Babybett verwendest, ist es wichtig, dass du es fest unter die Matratze klemmst. So kann dein Baby es nicht herausreißen und versehentlich im Schlaf über sein Gesicht ziehen. Auch als Hitze- oder Sonnenschutz beim Kinderwagen sind Moltontücher nicht geeignet. Ganz im Gegenteil: Die Wärme kann sich darunter sogar noch mehr stauen.

5. Sind Moltontücher wasserdicht?

Nein, wasserdicht sind die Tücher nicht. Aber sie verfügen über eine sehr hohe Saugkraft. Deshalb sind sie gut als Spucktücher, Einlage für Stoffwindeln oder Unterlagen im Kinderwagen oder Babybett geeignet. Es gibt auch spezielle Matratzenauflagen aus Molton (Affiliate-Link), die wasserdicht sind. Sie haben dann eine Zwischenschicht aus Kunststoff oder ähnlichem, die Flüssigkeit von der Matratze abhält.

Moltontücher gibt es schlicht in weiß oder mit bunten Babymotiven

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6. Moltontücher und Mullwindeln: Was sind die Unterschiede?

Wenn du online nach der passenden Ausstattung für dein Baby suchst, findest du neben Moltontüchern vermutlich auch Mullwindeln. Das kann manchmal etwas verwirrend sein, deshalb erklären wir hier einmal die Unterschiede:

Material

Sowohl Moltontücher als auch Mullwindeln bestehen zu 100 % aus Baumwolle. Allerdings werden beide auf unterschiedliche Arten gewebt. Moltontücher nämlich dichter, und die Oberfläche wird auf beiden Seiten aufgeraut. Dadurch sind sie weicher und kuscheliger als Mullwindeln, lassen aber auch weniger Luft durch. Außerdem ist ein Moltontuch blickdicht.

Mull wird aus kleinen Rauten gewebt und ist deutlich dünner als Molton. Er ist ebenfalls weich, aber nicht so kuschelig. Mullwindeln sind nicht blickdicht, aber dafür auch luftdurchlässiger.

Saugfähigkeit

In Sachen Saugfähigkeit haben Moltontücher die Nase vorn. Denn durch die aufgerauten Seiten vergrößert sich die Oberfläche der Fasern, sodass sie mehr Flüssigkeit aufnehmen können, und sich diese außerdem besser verteilt.

Mullwindeln sind wie gesagt deutlich dünner gewebt als Moltontücher. Deshalb können sie weniger Flüssigkeit aufsaugen. Allerdings macht es einen Unterschied, ob du einfach oder doppelt gewebte Mullwindeln kaufst. Die Saugkraft bei den doppel gewebten ist nämlich um einiges höher. Außerdem wichtig zu wissen: Nach dem Waschen werden die Mullwindeln knitteriger. Dadurch vergrößert sich ihre Oberfläche, und sie können etwas mehr Wasser aufnehmen.

Kuschelfaktor

Auch beim Thema Kuschelfaktor liegen die Moltontücher vorn. Kein Wunder, schließlich leitet sich ihr Name vom französischen Wort „mollet“ ab – und das bedeutet „weich“. Der Grund dafür ist ihre aufgeraute Oberfläche, sie macht das Moltontuch so schön flauschig.

Mullwindeln sind zwar auch weich, aber eben nicht kuschelig. Das ändert sich mit der Zeit: Wenn du sie oft genug gewaschen hast, wird auch eine Mullwindel etwas flauschiger. An ein Moltontuch kommt sie trotzdem nicht heran.

Größe

Sowohl Moltontücher als auch Mullwindeln bekommt man am häufigsten in den Standardgrößen 80 x 80 cm und 40 x 40 cm. Allerdings gibt es beides auch in verschiedenen anderen Größen, nur eben etwas seltener. Bei Mullwindeln findest du zum Beispiel die Größe 70 x 70 cm, Moltontücher gibt es auch deutlich größer, zum Beispiel in 120 x 120 cm. In dieser Größe werden sie aber meistens eher als Moltonauflage oder Pucktuch angeboten.

Einsatzzweck

In den meisten Fällen kannst du sowohl Moltontücher als auch Mullwindeln für dein Baby benutzen. Allerdings gibt es einige Einsatzzwecke, für die das eine oder andere besser geeignet ist:

Dafür sind Moltontücher besser geeignet:

Ein Moltontuch ist besonders weich und extrem saugfähig. Deshalb ist es im Vergleich zu einer Mullwindel besser geeignet als:

  • Wärmende Unterlage, zum Beispiel für Wickeltisch, Babybett oder Kinderwagen
  • Nässeschutz, zum Beispiel bei Spucke, ausgelaufenen Windeln, aber auch Schwitzen
  • Kuscheldecke

Dafür sind Mullwindeln besser geeignet:

Eine Mullwindel ist wie gesagt dünner und dadurch auch luftdurchlässiger als ein Moltontuch. Deshalb eignet sich besser als:

  • Sichtschutz, zum Beispiel, wenn du ungestört stillen möchtest
  • Schutz im Kinderwagen, zum Beispiel vor Sonne oder äußeren Reizen
  • Einsatz für Stoffwindeln

Übrigens werden sowohl Moltontücher als auch Mullwindeln manchmal als Stoffwindeln bezeichnet. Dabei bezeichnet das Wort „Stoffwindel“ genau genommen nur den äußeren Teil der Windel. Und der besteht meistens aus anderen Materialien, der nur mit Molton, Mull oder einer anderen Einlage gefüllt wird. Mullwindeln sind also im Grunde genommen gar keine Windeln und haben auch nicht die Form. Der Name kommt nur dadurch zustande, dass sie häufig zum Wickeln verwendet werden.

7. Wie heiß kann ich Moltontücher waschen?

Dein Baby hat eine Ladung Milch auf das Moltontuch gespuckt, oder die Windel ist ausgelaufen? Kein Problem! Du kannst die Tücher problemlos bei mindestens 60° in der Waschmaschine waschen. Viele Moltontücher halten sogar eine Kochwäsche mit 90° aus. Am besten schaust du einmal auf das Etikett, da es sich von Hersteller zu Hersteller unterscheiden kann.

Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu vielen Handtüchern werden Moltontücher auch nach mehreren Wäschen nicht hart, sondern bleiben im Normalfall schön kuschelig.

8. Wo kann ich Moltontücher kaufen?

Du bekommst Moltontücher in allen Baby-Fachgeschäften, aber auch in einigen Drogerien und natürlich online. Dabei kannst du dich entscheiden, ob du schlichte weiße Tücher (Affiliate-Link) möchtest oder doch lieber bunte Tücher mit niedlichen Babymotiven (Affiliate-Link).

9. Fazit: Moltontücher sind die beste Wahl, wenn…

… du sie als Wärmeunterlage oder Schutz vor Nässe und Flecken kaufst. Ich habe sie zum Beispiel auf dem Wickeltisch benutzt, damit meine Kinder nicht direkt auf der kühlen Wickelunterlage liegen. Und auch als Unterlage im Kinderwagen oder Babybett sind Moltontücher sinnvoll. Für fast alle anderen Zwecke kannst du auch Mullwindeln verwenden – ganz wie du möchtest.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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