„Mit jedem Tag des Lockdowns hasse ich es mehr, zu spielen!“

Ich bin 37 Jahre alt und verheiratet, meine Tochter ist vier. Wir sind eine glücklich Familie, ich kann gar nichts Dramatisches berichten, wie es sonst auf dieser Plattform oft geschieht.

Gott sei Dank sind wir gesund, haben keine Geldsorgen, verstehen uns meistens gut. Insofern ist es mir fast peinlich, euch mein ,Problemchen` hier zu schildern, aber vielleicht bin ich ja nicht alleine damit…

Ich gestehe: Ich hasse es, zu spielen.

Das war schon immer so. Ich liebe es, meiner Tochter vorzulesen, mit ihr zu kuscheln, auf den Spielplatz zu gehen, Gesellschaftsspiele sind auch voll okay. Aber Rollenspiele mit Figuren oder Puppen – ich kann das einfach nicht.

Das Problem dabei ist: Meine Tochter liebt es. Auf ihre ganz eigene Art und Weise, nämlich nur so, wie sie die Ansagen macht.

Im normalen Alltag arbeite ich 30 Stunden die Woche im Büro, mein Mann mindestens 40 und unsere Kleine geht bis nachmittags in die Kita.

So richtig Zeit zum ausgiebigen Spielen finden wir also nur am Wochenende. Nervt mich auch schon, ist aber okay.

Aber jetzt, im zweiten Lockdown, arbeite ich komplett von zu Hause aus, meine Tochter ist ebenfalls seit Wochen zu Hause. Wir waren da von Anfang an sehr vorsichtig. Darüber, wie schwierig die Kinderbetreuung während der Arbeitszeit ist, möchte ich hier gar nicht sprechen – das wissen im Moment mehr von uns Mama, als uns lieb ist.

Aber ich habe jetzt meine Stunden etwas reduziert, um mehr Zeit für meine Tochter zu haben. Das ist wunderschön. Aber: Ich muss soviel spielen!

Am Anfang habe ich mich gezwungen, scheinbar begeistert mitzumachen. Sie war schon verwirrt und deprimiert genug, dass sie ihre Freunde – wieder –nicht sehen durfte.

Und so war ich alles, was sie wollte: Prinzessin, Prinz, Barbies´ Ken, Findus, kranker Hund, krankes Mädchen… all meine Rollen hier aufzuzählen, würde definitiv den Rahmen sprengen.

Sie hat so viel Fantasie, das ist wundervoll! Aber am liebsten wäre es, wenn sie diese ohne mich ausleben würde…

Denn es ist die Art, wie wir spielen, die mich so aggressiv macht. Sie denkt sich das Script zur Geschichte aus – das ist okay. Sie verteilt die Rollen – meinetwegen. Aber dann fängt sie an, mir wirklich jedes Wort vorzuschreiben, dass ich sagen soll. Heißt: Sie sagt ABC. Ich muss ABC dann genauso wiederholen. Wort für Wort. Stundenlang. Wenn ich eine Idee anbringe, übergeht sie diese im besten Fall einfach, im schlechtesten brüllt und heult sie.

Ich hasse es. Ich habe Malbücher, Bastelsets und Hörspiele gekauft. Puzzles besorgt und einfache Backrezepte herausgesucht.

Aber auf nichts hat sie so viel Lust als auf Rollenspiele. Ich hasse es. Jeden einzelnen Tag mehr.

Mein Kopf hat dabei nichts zu tun, wir bekommen uns eher in die Haare, als das wir einträchtig etwas Mama-Tochter-Zeit verbringen.

Und trotzdem lasse ich mich immer wieder darauf ein, weil es ihr soviel Freude macht.“

Sagt mal, wie geht es euch denn damit? Wie verbringt ihr die Zeit mit euren Kindern?

 


 

Liebe Madita, vielen Dank, dass du deine Meinung mit uns geteilt hast! Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe.

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Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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