Missbrauch durch die Mutter: „Darüber zu sprechen, war der erste Schritt zur Heilung“

Wenn wir von sexuellem Missbrauch lesen, denken die meisten an männliche Täter. Dabei gibt es auch Frauen, die zu Täterinnen werden. So wie bei Noah, der als Kind missbraucht wurde – von seiner eigenen Mutter.

Triggerwarnung: Dieser Text thematisiert Gewalt und sexuellen Missbrauch. Lies die Geschichte also nur, wenn du dich emotional dazu in der Lage fühlst.

Über Frauen als Täterinnen wird meistens geschwiegen.

Es ist der absolute Albtraum aller Eltern: Die Vorstellung, dass das eigene Kind missbraucht werden könnte, ist kaum zu ertragen. Kein Wunder, dass wir den Gedanken am liebsten verdrängen möchten. Und trotzdem passiert es viel zu oft, häufig sogar im familiären Umfeld. Meistens denken wir zuerst an männliche Täter. Doch auch Frauen können zu Täterinnen werden, nur wird darüber meist geschwiegen. Genau das möchte Noah ändern, denn ihm ist es als Kind passiert. Er wurde missbraucht – von seiner eigenen Mutter. Wie Noah es geschafft hat, sich aus der Situation zu befreien, was ihm hilft, das Trauma zu bewältigen, und wie er anderen Betroffenen Mut macht, hat er uns in seiner Echten Geschichte erzählt.

„Meine Eltern haben sich getrennt, als ich ungefähr drei Jahre alt war. Meine Mutter hat damals meinen Vater verlassen, und er hatte jahrelang keinen Kontakt zu mir. Als ich sechs oder sieben war, hat er sich dann vor dem Familiengericht ein Umgangsrecht erstritten. Ab diesem Zeitpunkt sah ich meinen Vater und meine Stiefmutter jedes zweite Wochenende.

Meine Mutter leidet schon seit Jahren an psychischen Problemen.

Dazu kamen leider irgendwann auch Alkohol- und Substanzmissbrauch. In den Jahren, in denen ich regelmäßig bei meinem Vater und seiner Frau war, haben sich die Gewalt und der psychische Terror meiner Mutter fast ausschließlich gegen die beiden gerichtet.

Auch wenn es schon Momente gab, in denen ich auch davon betroffen war, als ich noch kleiner war. Zum Beispiel hat ein Freund meiner Mutter mich mal als Strafe über einen Hundezwinger gehalten, und ein großer, kläffender Hund hat dann nach mir geschnappt.

Solche Dinge habe ich auch schon in meiner frühen Kindheit erlebt.

Allerdings nie in einem so großen einem Ausmaß wie später, weil meine Mutter ihre Wut hauptsächlich gegen meinen Vater und meine Stiefmutter gerichtet hat.

Als ich elf Jahre alt war, ging es ihr dann psychisch plötzlich schlechter. Es kam immer in Phasen, und es gab Schübe, in denen sie Wahnvorstellungen hatte. In dieser Zeit hat sich ihre Gewalt über mehrere Wochen und Monate dann auch gegen mich gerichtet.

Meine Mutter lebte schon damals sehr in ihrer eigenen Realität.

Sie dachte zum Beispiel häufiger, dass ich bei meinem Vater misshandelt und missbraucht werden würde, und sie mich davor beschützen müsse. Einmal hat sie meinen Vater dann zum Beispiel geschlagen und hatte danach eine blutige Faust. Als sie wieder in die Wohnung kam, hatte sie tatsächlich so viel getrunken, dass sie zwei oder drei Promille hatte, und wollte, dass ich ihre blutige Faust küsse.

Eines Abends kam ich nach Hause und habe durch die Schlafzimmertür gesehen, dass meine Mutter auf dem Bett saß und sich einen Porno angesehen hat. Neben ihr lagen mehrere Weinflaschen. Ich wolle direkt in mein Zimmer gehen, aber sie rief mich zu sich, und ich sollte mich auf ihren Schoß setzen. Sie hat mich dann gefragt, ob ich so etwas mit meinen Freunden auch schauen würde. Gleichzeitig hat sie mich mit ihrem Arm am Hals gepackt, festgehalten und gewürgt.

Ich habe dann gesagt, dass ich so etwas nicht schaue, und sie hat mich immer weiter festgehalten und immer mehr zugedrückt. Ich dachte, sie würde mich erwürgen oder mir das Genick brechen. Bis ich ihr schließlich meinen Ellenbogen in die Rippen gestoßen habe und mich befreien konnten.

Dann habe ich sie angeschrien und bin in mein Zimmer gegangen.

Die Situation war dann auch vorbei, und ich weiß nicht, ob sie sich heute überhaupt noch daran erinnert.

In den nächsten Wochen gab es dann viele ähnliche Situationen, bis ich an einem Umgangswochenende meinem Vater davon erzählt habe. Er kannte meine Mutter ja und wusste, wie sie ist. Also hat er mir direkt geglaubt.

Und ich habe damals zum Glück bei meinem Vater und meiner Stiefmutter diese gesunde Parallelwelt gesehen, die mir gezeigt hat, wie es normalerweise in einer Familie ist, wie es normal ablaufen und wie ich mich fühlen sollte.

Wir haben dann zusammen alles aufgeschrieben und sind zur Polizei gegangen.

Dort musste ich dem Polizisten alles noch einmal erzählen. Denn eigentlich hätte mein Vater mich nach dem Wochenende zurückbringen müssen, wegen des Sorge- bzw. Umgangsrechts. Er musste deshalb immer sehr aufpassen, dass er keinen Fehler macht.

Aber in diesem Moment hat der Polizist zum Glück auch gesagt, dass ich vorerst bei meinem Vater bleiben kann.

Dann sind wir zum Familiengericht gegangen, dort wurde in einem Eilverfahren das Aufenthaltsrecht auf meinen Vater übertragen.

In den ersten Wochen dort ging es mir erst einmal gar nicht gut.

Denn in diesem sicheren Umfeld bin ich zwar endlich zur Ruhe gekommen und hatte einen normalen Alltag. Dadurch kam bei mir allerdings alles, was früher passiert war, wieder hoch.

Ich hatte dann ganz viele Panikattacken, Albträume und sogar Suizidgedanken, bis ich endlich eine Therapie anfangen konnte. Die Traumatherapie lief über drei Jahre, und auch heute bin ich wieder in Therapie, allerdings woanders.

Solche traumatischen Erlebnisse prägen einen für das ganze Leben. Das habe ich auch von vielen anderen Betroffenen gehört, die ich kennengelernt habe.

Außerdem fühlte es sich trotz allem wie ein Verrat an meiner Mutter an.

Es war für mich wirklich schwer, von ihr wegzukommen. Denn ich liebe sie ja trotzdem, auch heute noch. Ich verbinde trotzdem positive Gefühle und Erinnerungen mit ihr. Zum Beispiel kann ich mich an Urlaub auf Usedom erinnern oder an schöne Aktivitäten, die wir zusammen hatten.

Deshalb bin ich auch nicht früher zu meinem Vater gegangen.

Es gab einfach diese Hürde, diesen Schritt zu gehen, und mich jemand anderem gegenüber zu öffnen. Auch mit meinen damals 11 Jahren wusste ich natürlich, dass sich dadurch mein ganzes Leben ändern wird. Ich wusste, ich werde mein komplettes Umfeld und alles, was ich kenne, verlieren.

Deshalb konnte ich diesen Schritt erst gehen, als der Schmerz sehr, sehr groß wurde.

Heute bin ich sehr froh darüber, dass ich ihn gegangen bin! Ich glaube, dass es viele Kinder gibt, die keine sicheren Bezugspersonen außerhalb des Tatkontextes haben, die es nicht schaffen, diesen Schritt zu gehen.

Während der Therapie sprechen wir natürlich auch über meine Kindheit.

Inzwischen glaube ich, dass es auch in Phasen, in denen es meiner Mutter psychisch gut ging, Probleme gab. Man wird ja als Baby und kleines Kind sehr stark dadurch geprägt, wie man von den Eltern angesprochen und gehalten wird, also zum Beispiel nervös oder aufgebracht.

Das wirkt sich auch aus, wenn man sich nicht daran erinnert. Deshalb frage ich mich natürlich schon, wie sehr es mich beeinflusst, dass meine Mutter schon früher nicht die stabilste und berechenbarste Person war. Obwohl es auch viele schöne Momente gab.

Aber genau das ist auch das Schwierige:

Meine Mutter ist ja kein abgrundtief böser Mensch.

Wenn ich Kommentare lese oder E-Mails bekomme, sind viele sehr erschrocken darüber, wie ein Mensch so etwas tun kann. Weil sie selbst denken, sie würden es ihren Kindern niemals antun.

Aber für mich war es nicht dieses abstrakt Böse ganz weit weg, sondern auch nur eine normale Person. Meine Mutter mit ihren eigenen psychischen Problemen und einem nicht sehr stabilen Leben, dann kam Alkohol dazu, und schon ist sie in einem Teufelskreis gelandet.

Kontakt zu meiner Mutter habe ich heute trotzdem fast nicht mehr.

Seit ich ausgezogen bin, habe ich sie vielleicht drei Mal gesehen, und das immer in Begleitung. Einmal am Ende meiner Therapie mit meiner Therapeutin zusammen, und danach zwei Mal mit meiner Beziehungsperson.

Ansonsten schreiben wir uns alle drei oder vier Monate mal eine kurze WhatsApp, weil es mich trotz allem interessiert, wie es ihr geht, und was sie gerade tut. Aber mehr ist es nicht und ich weiß auch nicht, ob ich das Bedürfnis habe, sie zu sehen.

Meine Gefühle sind da sehr zwiespältig. Einerseits habe ich Angst, wenn wir uns treffen, und es ist mit sehr viel Schmerz verbunden. Andererseits hat es mir auch ein bisschen gutgetan.

Ich wusste auch nie, wie es ihr in dem Moment psychisch ging. Ob sie sich zum Beispiel daran erinnert hat, was sie getan hat.  Es gab einen Moment, in dem sie sich tatsächlich entschuldigt hat. Und danach gab es eine Phase, in der sie mir um 5 Uhr morgens Sprachnachrichten geschickt hat, in denen sie im Wahn irgendjemanden anschrie.

Es fühlt sich für mich an, als ob wir nicht in der gleichen Realität leben.

Und ich weiß nie, wie sehr sie gerade in meiner Welt ist, und wie sehr in ihrer eigenen. Das wiederum beeinflusst, ob sie sich an die Dinge erinnert und weiß, was sie getan hat, oder dass ich nicht weggegangen bin, weil jemand anderes mich missbraucht hat.

Neben der Therapie haben mir auch meine Freund*innen von früher sehr geholfen.

Am Anfang wussten nur meine engsten Freund*innen und meine Familie Bescheid. Und als wir dann zum Beispiel Silvester gefeiert haben, und ich zum ersten mit meiner Mutter telefoniert habe, und danach nicht so glücklich war, haben sie gewusst, was los war, und mich getröstet.

Und auch heute noch hilft mir mein stabiles Umfeld aus Menschen, die sensibel und rücksichtsvoll sind und mich lieben.

Besonders natürlich meine Beziehungsperson, mit der ich zusammenwohne. Immer, wenn ich einen Vortrag halte und danach weinen muss, weil er alte Wunden wieder aufreißt, nimmt Tom mich einfach in den Arm. Das hilft mir sehr und unterstützt mich dabei, meine schlimmen Erfahrungen in etwas Positives umzuwandeln und anderen Menschen damit zu helfen.

Das ist auch der Grund, aus dem ich offen über meine Erfahrungen spreche.

Mir selbst tut das zwar nach wie vor weh. Es ist wirklich nicht angenehm, bei jedem Vortrag und jedem Interview einer Person, die ich nicht kenne, meine intimsten traumatischen Erfahrungen zu erzählen. Das ist sehr anstrengend, und ich habe auch das Gefühl, dass ich dadurch psychisch etwas labil bleibe.

Auf der anderen Seite merke ich, dass ich damit sehr viel für andere tun kann.

 Ich habe das Gefühl, ich kann vielleicht etwas an ihrer Situation verbessern.

Am Anfang war es tatsächlich keine aktive Entscheidung von mir. Ich habe zusammen mit Katja Sturm vom Kinderschutzbund einen Vortrag gehalten, in dem wir die fachliche und die Betroffenen-Perspektive verbunden habe. Es waren 300 Leute da, und ich habe sehr viel positives Feedback bekommen.

Durch den Kontakt mit der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung habe ich dann bei einer Aufklärungskampagne mitgemacht.

Ich habe gedacht: Wenn ich meine Erfahrungen teile, kostet mich das zwar Kraft und Überwindung, aber anscheinend hilft es anderen. Das war der Punkt, an dem ich dachte, ich werde jetzt nicht „Nein“ sagen.

Dann kamen nach und nach immer mehr Anfragen, und ich möchte diese Chance einfach nutzen.

Ich habe unglaublich viele Nachrichten von anderen männlichen Betroffenen bekommen.

Zum einen geht es darum, auszusprechen, dass ein Mann auch missbraucht werden kann. Denn es gibt immer noch viel zu oft diese patriarchale Vorstellung in die Richtung ‚Ein Mann kann doch gar nicht nicht wollen‘.

Das führt aus meiner Sicht zu einer sehr, sehr hohen Dunkelziffer an männlichen Betroffenen. Ganz oft höre ich, dass jemand auch missbraucht wurde, aber noch nie mir jemandem darüber gesprochen hat.

Und natürlich ist auch ein Thema, dass meine Mutter die Täterin war.

Denn es ist nach wie vor so, dass der größte Anteil von Gewalt und Missbrauch von Männern ausgeht und Frauen trifft. Ich glaube, 90 bis 95 Prozent der Täter sind Männer. Das ist mir auch wichtig zu betonen, dass ich nicht der Regelfall bin, sondern die Ausnahme.

Trotzdem ist es wichtig, auch diese Ausnahme zu sehen, weil sie das doppelte Tabu von männlichen Betroffenen und der Mutter als Täterin zeigt.

Ich würde mir sehr eine Enttabuisierung wünschen – und weniger Berührungsängste.

Zum Beispiel merke ich, dass die meisten Lehramtsstudenten, die zu unseren Veranstaltungen kommen, wirklich Lust haben, etwas über das Thema zu lernen. Im Gegensatz dazu merken wir auch bei vielen Lehrpersonen, die nicht so viel über das Thema wissen, dass sie Berührungsängste haben. Weil sie nichts Falsches sagen oder tun möchten.

Da würde ich mir sehr wünschen, dass man ein bisschen wegkommt von dem Schock und dem Gedanken, dass alles so schrecklich ist.

Denn das ist nun mal leider meine Lebensrealität gewesen – und heute noch die Lebensrealität von Hunderttausenden Kinder.

Deshalb finde ich es so unglaublich wichtig, dass man sich als Erwachsener an das Thema rantraut und sich damit beschäftigt. Weil man nur so diese feinen Antennen dafür entwickelt, das es Missbrauch geben kann – überall und eben auch im eigenen Umfeld.

Es gibt einfach Studien, die zeigen, dass in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Und ich glaube, es würde schon helfen, wenn man das Thema nicht ausblendet, sondern sich bewusst macht, dass man höchstwahrscheinlich selbst ein betroffenes Kind kennt, und es nicht weiß. Und vermutlich auch betroffene Erwachsene, weil es sie überall gibt, und nur die allerwenigsten darüber sprechen.

Aber ich verstehe natürlich auch, dass es sehr erschreckend ist, wenn man mit dem Thema keine Berührungspunkte hat.

Deshalb finde ich es wichtig, auch Kinder schon möglichst früh aufzuklären, dass es so etwas gibt.

Das fängt schon im Umgang mit dem eigenen Kind an. Dass wir zum Beispiel das Kind nicht zwingen, etwas Bestimmtes zu essen, anzuziehen oder an bestimmte Orte zu gehen.

Natürlich gibt es auch Punkte, an denen man sich durchsetzen muss. Zum Beispiel, wenn man weiß, man muss jetzt wirklich schnell los, weil man einen Arzttermin hat, dann muss man den Schuh jetzt anziehen, auch wenn das Kind sich wehrt. Aber man sollte schauen, dass man es trotzdem schafft, das Kind auf Augenhöhe zu behandeln, und ihm zu zeigen, ich nehme dich und deine Wünsche und Bedürfnisse ernst. Und falls ich dich gerade zu etwas zwingen muss, dann erkläre ich dir das.

Genauso sollte man so früh wie möglich mit Kindern über Sexualität und den eigenen Körper sprechen.

Das fängt schon damit an, dass Kinder ihre Körperteile richtig benennen können, und keine ausgedachten Wörter benutzen. Das ist so wichtig, damit ein Kind, wenn es misshandelt oder missbraucht wird, genau benennen kann, wo es angefasst wurde. Dafür ist es wichtig, dass das Kind weiß, was Konsens ist. Und an wen es sich wenden kann, wenn jemand etwas tut, das das Kind nicht möchte.

Das Thema Missbrauch würde ich konkret erst ansprechen, wenn das Kind elf oder zwölf ist, das habe ich in einem Podcast „einbiszwei“ der Missbrauchsbeauftragten gehört. Trotzdem kann man ja auch vorher schon darüber reden, was sind meine Grenzen, was ist in Ordnung – und was nicht.

Das fängt schon mit der Oma an, die unbedingt ein Küsschen will, weil sie sonst „ganz traurig ist“.

 Ich studiere zum Beispiel auf Lehramt, und in meinen Praktika mache ich es auch so, dass ich kein Kind anfasse, nicht mal an der Schulter. Und ich nehme auch keine Federmappe oder etwas anderes weg, ohne vorher zu fragen.

 Aus meiner Sicht fängt es genau mit solchen Dingen an, weil die Kinder lernen: Das, was ich möchte und das, was ich sage, das zählt!

In unserer Gesellschaft behandeln wir Kinder oft von oben herab.

 Oft heißt es zum Beispiel ‚Du machst das und das jetzt, weil ich erwachsen bin und es dir sage‘. Und dann muss man es als Kind oder Jugendlicher erst einmal schaffen, diesen Gedankenschritt zu gehen, dass es nicht immer gut und richtig sein muss, was ein Erwachsener sagt.

Allen, die ebenfalls von Missbrauch und Gewalt betroffen sind, möchte ich sagen:

Es ist unglaublich wichtig, stark und mutig, sich Hilfe zu holen!

Ich kann allen Betroffenen nur empfehlen, eine Therapie zu machen. Mir hat sie einfach so, so sehr dabei geholfen, mit meinen Erfahrungen umzugehen und heute gesund und glücklich leben zu können.

Es lohnt sich wirklich, sich darauf einzulassen, und den Aufwand in Kauf zu nehmen, einen Therapieplatz zu suchen. Auch wenn die Lage aktuell wirklich schlimm, was freie Therapieplätze angeht.

Ich würde mir sehr wünschen, dass viel mehr Menschen sich trauen, offen darüber zu sprechen.

Das heißt nicht, dass ich Betroffene in die Verantwortung nehmen möchte, im Sinne von: Ihr müsst jetzt alle darüber reden. Denn viele haben auch einfach nicht die Kraft dazu, und das kann ich sehr gut verstehen.

Ich selbst würde mir auch wünschen, dass ich irgendwann dieses Etikett einfach mal abnehmen kann.

Aber ich glaube, es würde wirklich sehr helfen, wenn Menschen offen und ehrlich darüber sprechen, was sie erlebt haben.

Ich möchte allen Sorgeberechtigten, die dieses Interview lesen, noch ans Herz legen, die eigene Biografie aufzuarbeiten und sich eigener blinder Flecke bewusst zu werden.

Wir alle haben in unserem Leben Erfahrungen mit Gewalt gemacht – auf unterschiedlichste Art und Weise.

Und es ist superwichtig, dass wir aus dem Gewaltkreislauf ausbrechen und nicht das an unsere Kinder weitergeben, was uns von unseren Eltern angetan wurde. Und dazu zählt nicht nur das, was ich erlebt habe – sondern auch Demütigungen, Beleidigungen, angeschrien zu werden oder ‚der Klaps auf den Po‘.“

Lieber Noah, vielen Dank für Dein Vertrauen, Deine emotionale Geschichte mit uns zu teilen! Wir wünschen Dir von Herzen alles Gute.

Möchtest du Noah eine Botschaft hinterlassen? Oder musstest du vielleicht etwas Ähnliches erleben? Wenn du magst,

0
Schreib uns deine Botschaft oder Erfahrung:x
schreib es uns in die Kommentare.[/wpdiscuz-feedback] Du bist nicht allein!

Echte Geschichten protokollieren die geschilderten persönlichen Erfahrungen von Eltern aus unserer Community.

Wir freuen uns auf deine Geschichte!

Hast Du etwas Ähnliches erlebt oder eine ganz andere Geschichte, die Du mit uns und vielen anderen Mamas teilen magst? Dann melde Dich gern! Ganz egal, ob Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Mamaleben, besonders schön, ergreifend, traurig, spannend oder ermutigend – ich freue mich auf Deine Nachricht an [email protected]

Du bist auch Opfer von Missbrauch oder Gewalt? Hier bekommst du Hilfe!

Wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, der Hilfe braucht, kannst du dich an diese Stellen wenden:

  • Hilfetelefon sexueller Missbrauch0800 22 55 530 (anonym, kostenlos, 24 Stunden erreichbar)
  • Online-Beratung über beauftragte-missbrauch.de
  • Hilfetelefon „Gewalt an Männern“0800 1239900 (anonym, kostenlos, Montag bis Donnerstag 8 – 20 Uhr, Freitag, 8 – 15 Uhr), oder Online per Chat oder Mail unter maennerhilfetelefon.de
  • Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“116 016 (anonym, kostenlos, 24 Stunden erreichbar)
  • Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ – 116 111 (montags bis samstags von 14:00 bis 20:00 Uhr), oder Online-Beratung per Mail oder Chat unter nummergegenkummer.de

 

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Nach meinem Bachelor in Medienkultur, einem Volontariat und einigen Jahren Erfahrung als (SEO-)Texterin bin ich passenderweise nach meiner zweiten Elternzeit bei Echte Mamas gelandet. Hier kann ich als SEO-Redakteurin meine Leidenschaft für Texte ausleben, und auch mein Herzensthema Social Media kommt nicht zu kurz. Dabei habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Ernährung von der Schwangerschaft über die Stillzeit bis hin zum Babybrei beschäftigt. Und wenn ihr auf der Suche nach einem Vornamen für euer Baby seid, kann ich euch garantiert passende Vorschläge liefern. Außerdem nutze ich die Bastel-Erfahrungen mit meinen beiden Kindern für einfache DIY-Anleitungen. Wenn der ganz normale Alltags-Wahnsinn als 2-fach Mama mich gerade mal nicht im Griff hat, fotografiere ich gern, gehe meiner Leidenschaft für Konzerte nach oder bin im Volksparkstadion zu finden.

Alle Artikel

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Neueste
Älteste Beliebteste
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen