„Mein Mann geht immer wieder fremd: Gibt es noch Hoffnung für uns?“

„Ich bin seit einigen Jahren mit meinem Mann zusammen, ein paar davon sind wir verheiratet. Gemeinsam haben wir eine Tochter, die inzwischen fast drei Jahre alt ist. In meinen Augen hatten wir eine glückliche Ehe, wir waren das perfekte Team und haben uns so gut wie nie gestritten.

Allerdings war mir bewusst, dass er sich mehr Zärtlichkeiten von mir wünschte. Nach der Geburt hatten wir nur wenig Sex. Trotzdem beschlossen wir, noch ein Kind zu bekommen. Wir hatten dann auch ein sehr gutes Gespräch miteinander, wir sind uns wieder sehr nahe gekommen und alles schien gut zu laufen – bis es dann zur Katastrophe kam.

Mich beschlich ein komisches Gefühl

Mein Mann kam abends plötzlich immer später nach Hause und war für mich in dieser Zeit nicht erreichbar. Er behauptete, dass er einfach ein wenig mit dem Auto durch die Gegend gefahren sei, aber irgendwie beschlich mich gleich so ein komisches Gefühl. Als er dann plötzlich eine Displaysperre am Handy einrichtete und sein Profilbild bei Whatsapp änderte, war ich mir sicher, dass er mich betrog und ich konfrontierte ihn möglichst ruhig damit. Er war leider nicht ehrlich zu mir und gab es zunächst nicht zu, aber irgendwann ließ sich seine Affäre nicht mehr geheim halten.

Mein Mann betrog mich nicht mit einer Unbekannten: Die andere Frau war eine Nachbarin, bei der ich von Anfang an ein komisches Bauchgefühl hatte. Sobald es raus war, zog ich mit unserer Tochter zu meinen Eltern. Er hielt mich zwar nicht davon ab, doch direkt nach unserem Auszug beendete er die Affäre. Er wollte mich zurück und ich gab ihm schließlich noch eine zweite Chance. Bald darauf wurde ich dann mit unserem zweiten Kind schwanger und war überglücklich. Ich war mir sicher, dass die Affäre ein einmaliger Ausrutscher war.

Die andere Frau ließ nicht locker

Doch leider ließ die andere Frau nicht locker und mein Mann wurde wieder schwach. Ich merkte es an den selben Zeichen wie beim letzten Mal – der Schlaueste ist er dabei nämlich nicht. Auch dieses Mal und trotz meiner Schwangerschaft ließ er mich gehen und ich zog mit unserer Tochter wieder zu meinen Eltern. Was soll ich sagen, das Spiel wiederholte sich: Er beendete die Affäre und ich gab ihm noch eine Chance.

Für mich fühlte es sich einfach nicht richtig an, dass meine Kinder ohne ihren Vater aufwachsen. Trotzdem war mein Misstrauen natürlich groß, genauso wie die Angst, wieder verletzt zu werden. Es vergingen ein paar Monate und ich begann, mich wieder sicher zu fühlen. Ich wollte unbedingt daran glauben, dass wir es schaffen, schließlich war ich schwanger mit unserem zweiten Kind. Doch schon nach ein paar Monaten bekam unser Familienglück wieder Risse. Ich stand kurze Zeit später zum dritten Mal vor einem Scherbenhaufen. Die beiden hatten ihr Verhältnis wieder aufgenommen und mein Mann dafür erneut unsere Ehe riskiert.

Ich zog zum dritten Mal bei meinen Eltern ein

Also bin ich wieder bei meinen Eltern eingezogen – zum dritten Mal. Eigentlich hatten meine Mama und mein Mann immer ein tolles Verhältnis, inzwischen hat er meine ganze Familie gegen sich aufgebracht. Eigentlich sehen es alle in meinem Umfeld so, dass ich diesem Mann nie wieder eine Chance geben soll, weil er mich immer wieder betrügen wird. Trotz allem – und das verstehe ich nicht mal selbst – habe ich uns als Familie immer noch nicht aufgegeben.

Die Affäre wurde inzwischen wieder beendet. Entweder weil der Reiz des Heimlichen weg ist, oder weil es ihr doch zu ernst geworden ist. Ich habe das Gefühl, zwischen den Stühlen zu sitzen, weil meine Familie und Freunde es niemals gutheißen würde, wenn ich noch mal zu meinem Mann zurückgehe. Aber andererseits habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir es als Paar noch mal schaffen können.

Manchmal frage ich mich, wieso mein Mann immer wieder schwach wird

Mittlerweile sehen wir uns wieder regelmäßig, wir haben sogar Sex miteinander. Den Schritt zurück in die Beziehung möchte ich trotzdem nicht wagen, das Vertrauen ist einfach weg. Eigentlich sehe ich mich als starke Frau, die weiß, dass sie es auch alleine schaffen kann. Aber möchte ich das überhaupt? Die Vorstellung fühlt sich so falsch an. Im Januar habe ich meinen ersten Termin bei einer Eheberatung, einfach für mich, um zu verarbeiten, was passiert ist. Vielleicht lässt er sich auch mal darauf ein, mit zu gehen.

Manchmal stelle ich mir die Frage, wieso mein Mann immer wieder schwach wird. Eine richtige Antwort finde ich darauf nicht. Ich glaube, dass er mich wirklich liebt, aber die andere Frau ihm gegeben hat, was er bei mir vermisst. Er lässt sich leider sehr schnell beeinflussen und sie weiß, welche Knöpfe sie drücken muss. Ich möchte auch nicht ausschließen, dass ich Fehler gemacht habe.

Eigentlich sollte ich ihn hassen

Trotzdem, es muss sich etwas ändern, wir können als Paar nicht immer so weiter machen. Inzwischen habe ich die nötigen Schritte für eine Unterhaltszahlung eingeleitet, wovon er natürlich nicht begeistert ist. Ich wünschte, dass ich nicht dazu gezwungen wäre, denn ich kenne meinen Mann wie keine andere und habe das Gefühl, dass er doch so gar nicht ist. Trotzdem hat er mich immer wieder hintergangen und lässt mir damit keine andere Wahl.

Eigentlich sollte ich ihn wohl dafür hassen, was er mir angetan hat. So viel geweint und gelitten habe ich noch nie in meinem Leben…“

Liebe Mama (echter Name ist der Redaktion bekannt), vielen Dank, dass Du Deine Geschichte mit uns geteilt hast. Wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Liebe!

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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