Mathe-Reform: Kein schriftliches Dividieren mehr für Grundschüler

Revolution im Mathe-Lehrplan: Als erstes Bundesland schafft Niedersachsen schriftliches Dividieren an Grundschulen ab. Die Entscheidung sorgt für Diskussionen, Kritiker fürchten Nachteile für unsere Kinder.

Zahlenverständnis soll gefördert werden

Die Entscheidung, den Lehrplan zu ändern, kommt von Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg. Durch den Wegfall der schriftlichen Division in der Grundschule werde das Zahlenverständnis der Kinder gefördert und gleichzeitig die Fehlerquote reduziert.

Erst in der weiterführenden Schule steht schriftliches Dividieren dann wieder auf dem Lehrplan.

Grundstein für den Beschluss wurde schon im Jahr 2022 gelegt

Der Weg für die Änderung des Mathe-Lehrplans wurde schon vor einigen Jahren geebnet. Der Beschluss, dass schriftliches Dividieren für Grundschüler abgeschafft wird, basiert auf einer Entscheidung der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2022. Demnach wurden mathematische Kompetenzen, die Schüler*innen in der Grundschule und in verschiedenen Jahrgangsstufen erreichen sollen, überarbeitet.

Obwohl diese Entscheidung schon vier Jahre her ist, setzt Niedersachsen sie jetzt als erstes Bundesland um.

Schriftliches Dividieren: Zu kompliziert für Grundschüler?

Erinnerst du dich noch an deine Schulzeit: Wie war das noch mal mit dem schriftlichen Dividieren? Eins ist klar: Zumindest am Anfang ist es ganz schön kompliziert. Das Kultusministerium bezeichnet es laut ndr.de als „das komplexeste aller schriftlichen Rechenverfahren“.

Denn um zur Lösung zu kommen, müssen mehrere Teilschritte in unterschiedlichen Rechenarten ausgeführt werden: Dividieren, Multiplizieren und Subtrahieren. Das macht das schriftliche Dividieren natürlich relativ anfällig für Fehler – und besonders für Grundschüler sehr kompliziert.

Ab Sommer wird nur noch halb-schriftlich dividiert

Genau deshalb verzichtet Niedersachsen ab dem kommenden Schuljahr an den Grundschulen auf diese Rechenart. Stattdessen lernen die Kinder dort „nur“ noch das halbschriftliche Dividieren. Dabei teilt man größere Zahlen in Teilschritten in kleinere Zahlen auf und zählt die Ergebnisse zusammen. Deutlich einfacher!

„Das unterstützt Kinder darin, Rechenwege eigenständig zu strukturieren, Zwischenschritte sichtbar zu machen und die zugrunde liegenden Denkprozesse nachzuvollziehen“, heißt es dazu aus dem Kultusministerium.

Kritik: Werden Anforderungen zu niedrig?

Für die Entscheidung Niedersachsens gibt es viel Zuspruch, zum Beispiel vom niedersächsischen Landeselternrat.

Doch es hagelt auch Kritik: Die Ansprüche und Anforderungen an die Kinder wären dadurch zu niedrig, die fehlenden Fähigkeiten würden sich später an der weiterführenden Schule rächen, leistungsstarke Schüler würden ausgebremst.

Ganz im Gegenteil! – sagt Kultusministerin Julia Wille

Kultusministerin Julia Wille kann die Kritik nicht nachvollziehen. Gegenüber dem Spiegel sagte sie, das Ziel der neuen Regelung sei nicht, das Lernniveau zu senken. Aus ihrer Sicht würden Kinder nachhaltiger lernen, wenn sie zunächst ein „tragfähiges Zahlenverständnis“ entwickeln.

Das heißt, die Schüler*innen verstehen, was sie tun, und wenden es nicht nur nach Schema F an – um es schnell wieder zu vergessen. Das kommt ihnen dann in der weiterführenden Schule zugute, wenn schriftliche Division wieder auf dem Lehrplan steht.

Die neue Regelung gilt für Kinder, die ab dem Schuljahr 2026/27 eingeschult werden. Ein Jahr später soll sie auch in den 3. und 4. Klassen umgesetzt werden.

Schriftliches Dividieren wird an Grundschulen abgeschafft: Was sagst du dazu – richtige Entscheidung oder völliger Humbug?

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Nach meinem Bachelor in Medienkultur, einem Volontariat und einigen Jahren Erfahrung als (SEO-)Texterin bin ich passenderweise nach meiner zweiten Elternzeit bei Echte Mamas gelandet. Hier kann ich als SEO-Redakteurin meine Leidenschaft für Texte ausleben, und auch mein Herzensthema Social Media kommt nicht zu kurz. Dabei habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Ernährung von der Schwangerschaft über die Stillzeit bis hin zum Babybrei beschäftigt. Und wenn ihr auf der Suche nach einem Vornamen für euer Baby seid, kann ich euch garantiert passende Vorschläge liefern. Außerdem nutze ich die Bastel-Erfahrungen mit meinen beiden Kindern für einfache DIY-Anleitungen. Wenn der ganz normale Alltags-Wahnsinn als 2-fach Mama mich gerade mal nicht im Griff hat, fotografiere ich gern, gehe meiner Leidenschaft für Konzerte nach oder bin im Volksparkstadion zu finden.

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