Maskne: Was hilft gegen Hautprobleme durch den Mundschutz?

Kaum etwas erhitzt die Gemüter 2020 so wie dieses Stückchen Papier oder Stoff: Der Mund-Nasenschutz ist nicht nur vor, sondern auch in aller Munde. Nervt oft kolossal, muss ja aber sein. Und ist eigentlich nur ein kleiner Preis für die Gesundheit vieler. Und ja, irgendwie hat man sich ja auch daran gewöhnt, an vielen Plätzen im öffentlichen Raum Maske zu tragen. Nur ein paar Dinge, an die werden wir uns wohl nie gewöhnen: Erstens ist es das Beschlagen der Brille – Blindschleichen-Alarm! Hierzu hatte meine wunderbare Kollegin und Brillenträger-Schwester im Herzen Wiebke schon mal einige Tipps zusammengefasst. Nun aber tut sich nach all den maskierten Wochen langsam, aber sicher ein weiteres Problem auf: Unreinheiten und andere Haut-Probleme durch den Mundschutz. Diese werden oft unter einem etwas sperrigen Begriff zusammengefasst: Maskne (Maske und Akne). Noch so etwas, worauf wir liebend gerne verzichtet hätten. Denn manchmal sieht das Ganze so schlimm aus, dass man tatsächlich ganz froh ist, wenn man die Maske wieder aufsetzen kann.

Deswegen lautet die große Frage: Kann man dagegen etwas tun? Denn ja, ein paar Pickel könnte man in Kauf nehmen für die Möglichkeit, Ansteckungen zu verhindern. Könnte man – aber muss man in den meisten Fällen gar nicht.

Alle Infos und Tipps habe ich dir hier zusammengefasst:

Was ist denn eigentlich Maskne?

Maskne bezeichnet Pickelchen und Hautirritationen, die durch das Tragen eines Mund-Nasenschutzes entstehen. Und diese Probleme sind gar nicht so selten!

Wodurch entsteht Maskne?

Unsere Haut ist nicht so richtig begeistert von dem reibenden Stoff, dem Schwitzen unter der Maske und unserer feuchten Atemluft, die sich dort oft erstmal etwas fängt. Sie reagiert – und beschwert sich so bei uns.

Wer hat am meisten darunter zu leiden?

Maskne kann tatsächlich jeden treffen. Denn für die meisten von uns ist das häufige Tragen des Mundschutzes eben eine ganz neue Situation – und für unsere Haut auch. Allerdings ist es wie bei allem: Manche betrifft es und viele eben auch nicht. Und der Deutsche Asthma- und Allergiebund  (DAAB) gibt an, dass vor allem Kontaktallergiker und Menschen mit Neurodermitis über Probleme durch die Masken klagen.

Was hilft gegen die Probleme?

Ein paar Dinge kann man tatsächlich beachten, um die Reizungen und damit die Maskne zu minimieren:

1. Das Material der Maske klug auswählen

Unsere Haut hat natürliche Stoffe wie Baumwolle oder Leinen viel lieber als synthetische Materialien. Diese lassen allerdings auch mehr Luft / Viren durch – deswegen sollte eine Maske aus natürlichen Stoffen aus mehreren, eng gewebten Lagen bestehen. Dann ist sie wirksam – und trotzdem schonender zur Haut.

Und: Wie der DAAB schreibt, kann es „gerade bei bunten Stoffmasken zu Hautreaktionen kommen. Farbstoffe und andere Substanzen aus den Materialien können austreten und zu Hautreizungen, Rötungen und Juckreiz führen. Auch die angebrachten Gummibänder können zu Reizungen oder allergischen Reaktionen führen.“ In diesem Fall können Masken helfen, die mit Stoffbändern am Kopf befestigt werden.

2. Maske häufig wechseln

Einweg-Masken sollten eigentlich auch wirklich nur einmal getragen werden… Spätestens aber, wenn sie einmal durchfeuchtet waren oder schon richtig schietig aussehen, müssen sie weg! Besser aber noch deutlich davor. Möchte man sie einige Tage tragen, kann man sie zu Hause zumindest prima auslüften lassen. Stoffmasken sollten ebenfalls nach jedem Tragen bei 60 Grad gewaschen werden. Kein Auge zudrücken darf man hier ebenfalls, wenn sich der Stoff einmal feucht anfühlt.

Über das gewissenhafte und sehr regelmäßige Wechseln freut sich nicht nur die Gesundheit (gebrauchte Masken werden schnell zu wahren Keimschleudern und bieten keinen ausreichenden Schutz mehr), sondern auch die Haut! Denn wenn die eng anliegende Maske voller Keime ist, reiben diese auf der Haut herum – und geben Unreinheiten so richtig Futter.

3. Die Haut bei Maskne nicht zusätzlich mit Kosmetika reizen

Sprießen die Unreinheiten, juckt es einen häufig in den Fingern, „einmal Großreine“ zu machen. Dabei sollten wir unbedingt auf reizende Inhaltsstoffe wie mechanische Peelings (das sind die mit den Körnchen drin) oder Produkte mit Retinol verzichten. Sie machen die Haut sehr angreifbar und diese nimmt uns dann eine reibende Maske erst recht übel. Bei bestehenden Pickeln werden eher Cleanser mit (niedrig dosierter, die Grenze bei Kosmetik liegt bei zwei Prozent) Salicylsäure empfohlen. Sie sind die sanftere Alternative zu mechanischen Peeling, reinigen aber trotzdem porentief. Können aber auch reizen – einen Versuch wert ist es aber allemal, wenn man eine eher robuste Haut hat.

4. Die Reibung zwischen Stoff und Haut verringern

Wer eher unter Hautreizungen als unter Unreinheiten leidet, tut gut daran, einen Schutzwall zwischen Maske und Haut aufzubauen. Wer nur kurz zum Supermarkt huschen will oder in den Öffis fährt, der kann das ganz einfach mit einer etwas dickeren Cremeschicht tun. Diese verhindert das Austrocknen der Haut (dann ist sie noch verletzlicher) und minimiert die direkte Reibung.

5. Das Waschmittel überdenken

Stoffmasken sollten vor dem ersten Tragen gewaschen werden. Und natürlich sollten empfindliche Hauttypen duftstofffreie Waschmittel nutzen, die für sensible Haut (gerne auch Babyhaut!) geeignet sind.

6. Oben ohne gegen Maskne

Neeeeinnnn, nicht ohne Maske, sorry! Aber wer drauf verzichten mag, sollte möglichst oft ohne Make-up das Haus verlassen. Moderne Produkte verstopfen die Poren zwar eigentlich nicht, aber in Verbindung mit dem Schwitzen und der Reibung kann es doch dazu kommen.

Und wer nicht ohne kann und will (ich verstehe das am besten), der gönnt seiner Haut an freien Tagen einen Kurzurlaub von der Schminke.

Ganz wichtig, so oder so: Abends das Gesicht sehr gut mit milden Produkten reinigen!

7. Tee trinken, ach nee: Die Beutel auflegen

Eine super Akuthilfe gegen ein gereiztes Kinn o.ä.: Teebeutel! Einen Beutel mit Schwarztee durchfeuchten und auf die gereizte Haut auflegen. Das kennen wir  doch alle von wunden Babypopos, oder?

Mit diesen Tipps sollte die „Maskne“ verschwinden oder zumindest viel besser werden. Habt ihr noch Tipps auf Lager?

Wer größere Probleme hat und/oder die Maske aus beruflichen Gründen über Stunden tragen muss, der sollte sich an seinen Hautarzt wenden.

 

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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