Mann schreibt Vollzeit-Mutter ein Zeugnis – geht gar nicht, oooder?

Oh je, Erziehungsfragen sind bei Eltern häufig Streitthemen. Doch im Fall eines verzweifelten Vaters geht es nicht um banale Kleinigkeiten, sondern um einen gewaltigen Familienstreit. Der Grund: Der Mann hat seiner Frau, einer Vollzeit-Mama, ein „Arbeitszeugnis” ausgestellt. Wie bitte? Was für eine Unverschämtheit! Moment, wenn man die Hintergründe kennt, ändert das noch mal einiges…

Der Papa erzählt auf Reddit vom Auslöser für das Zeugnis

Er ist 33 Jahre alt und hat eine gemeinsame sechsjährige Tochter mit seiner 36-jährigen Frau. Außerdem lebe noch die 13-jährige Tochter seiner Frau aus einer vorherigen Beziehung bei ihnen sowie die 15-jährige Nichte, für die das Paar das Sorgerecht hat. Es handelt sich also um eine Patchwork-Familie. Eigentlich könnte alles so schön sein: „Die Teenager sind die besten Freunde, sie teilen sich ein großes Schlafzimmer, das nach ihren Wünschen eingerichtet wurde.”

Doch leider ist die Familiendynamik nicht besonders harmonisch: Denn im Alltag würden seine Frau und die jüngste Tochter sich gegen die Teenager verbünden. Der Vater müsse dann häufig Schiedsrichter spielen. „Meine Frau hat der Jüngsten beigebracht, dass es ganz leicht ist, ihre Fehler auf die Älteren zu schieben, um davonzukommen. Sie muss nur ein Wort sagen und schon wird einer der Teenager ohne weitere Fragen bestraft. Es besteht kein Zweifel, sie ist der Liebling meiner Frau. Ich liebe sie, aber sie wird langsam zu einem verzogenen Gör.”

Der Vater schildert auch ein Beispiel:

„Meine Frau und ich hatten einen Termin, an dem wir beide teilnehmen mussten. Als wir zurückkamen, war es offensichtlich, dass der Pool benutzt worden war. Sie dürfen nicht schwimmen, wenn wir nicht zu Hause sind. Die Jüngste behauptete sofort: ‚Mama, ich war in meinem Zimmer, ich war nicht schwimmen.‘ Die Teenager sagten, das sei nicht wahr, sie sei auch schwimmen gegangen. Nur die Teenager wurden bestraft, meine Frau weigerte sich, der Jüngsten irgendwelche Konsequenzen zu geben.

Später fand ich ihren nassen Badeanzug versteckt in der Garage. Meine Frau und ich stritten, ich wollte, dass unsere jüngste Tochter nicht nur fürs Schwimmen, sondern auch fürs Lügen bestraft wird. Nach einer unerbittlichen Meinungsverschiedenheit brachte sie mich zum Schweigen, indem sie der Jüngsten eine wirklich minimale Konsequenz gab.”

Die Lügen, Schuldzuweisungen und Bevorzugungen führen dazu, dass die Teenagerinnen aufbegehren.

Doch das sorgt nur dafür, dass ihre Mutter ihnen noch mehr Haushaltsaufgaben überträgt – bevorzugt die, die eigentlich die Sechsjährige hätte erledigen sollen. Manchmal würde seine Frau den älteren Mädchen auch den Musikunterricht streichen, wenn sie sich über die ungerechte Behandlung beschweren. „Ich glaube, sie sind so frustriert, dass es ihnen egal ist, wenn sie weitere Strafen erhalten. Schließlich werden sie bereits für Dinge beschuldigt und bestraft, die sie nicht einmal tun.”

Nach unzähligen Streitigkeiten mit seiner Frau ergreift der Vater eine ungewöhnliche Maßnahme. „Ich beschloss, ihr als Vollzeit-Mutter eine Leistungsbeurteilung zu schreiben. Ich habe darin angesprochen, dass sie besser zuhören und aufhören muss, voreingenommen zu sein. ‚Sei fair bei deinen Entscheidungen, hör auf, voreilige Entscheidungen zu treffen, ohne alle drei Kinder zu berücksichtigen.‘ Ich empfahl ihr, jedem Kind die gleiche Menge an Einzelgesprächen zu geben.”

Er geht auch darauf ein, was sie bereits gut macht und lobt sie für ihre Stärken.

„Ich hatte das Gefühl, dass dies am besten funktionieren könnte, weil ich meine Gedanken auf Papier ordnen konnte.” Doch sein Zeugnis fliegt dem Vater schnell um die Ohren: „In der ersten Stunde, nachdem ich es ihr gegeben hatte, war sie still. Dann explodierte sie total, sagte, wenn wir diesen Scheiß machen, bekommt sie ein privates Bankkonto und nimmt jede Woche die Hälfte meines Gehaltsschecks. Sie sagte weiter, die Überprüfung sei missbräuchlich und ein manipulativer sexistischer Schachzug.”

Nun fragt sich der verzweifelte Vater, ob er seiner Frau Unrecht getan hat und ob er mit der Ausstellung eines Arbeitszeugnisses zu weit gegangen ist. In den Kommentaren zu seinem Beitrag wird mittlerweile auch gestritten, denn die Nutzer sind sich keineswegs einig, ob der Vater falsch gehandelt hat oder ob die Maßnahme berechtigt war.

Jemand weist den Mann darauf hin, dass man eine Sechsjährige generell nicht so bestrafen und mit Haushaltsaufgaben belasten kann wie Teenager. Andere finden seine Kritik an der Mama berechtigt, würden sich aber ein anderes Mittel wünschen, um seine Gedanken vorzubringen. Schließlich ist er nicht der Arbeitgeber seiner Ehefrau und sie nicht seine Angestellte.

Was denkt ihr über diesen Fall?

Verratet es mir gerne in den Kommentaren!

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Lena Krause
Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und übe mich als Patentante (des süßesten kleinen Mädchens der Welt, versteht sich). Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert. Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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