Mann rettet Baby aus heißem Auto – und wird angezeigt

Eigentlich sollte es sich langsam rumgesprochen haben, dass ein kleines Kind gerade im Sommer niemals allein im Auto bleiben sollte. Sind es draußen 32 Grad, sind es im Inneren des Autos nach einer halben Stunde bereit 46 Grad und die Temperatur klettert weiter – tödlich für einen kleinen Körper, der Hitze viel schlechter ausgleichen kann als ein großer.

Erschreckenderweise sterben in jedem Sommer dennoch weiterhin Kinder, weil ihre Eltern sie im Wagen zurückgelassen haben. Deswegen empfehlen Polizei und Feuerwehr: Greift immer ein, wenn ihr bei hohen Temperaturen ein kleines Kind alleine im Auto sitzen seht. Auch wenn die Eltern nicht begeistert sind, wie es gerade ein Mann erleben musste, der auf Fehmarn bei großer Hitze ein schreiendes Baby aus einem Auto gerettet hat.

Der Vater war stocksauer

Kurzentschlossen schlug der besorgte Mann die Scheibe ein, um das Kind zu befreien, wie RTL berichtet. Kurz darauf kehrte die Familie des Babys zurück. Anstatt sich bei dem Helfer zu bedanken, war der Vater allerdings stocksauer – und zeigte den Mann wegen Sachbeschädigung an. Er fand die Reaktion des Mannes nicht angemessen, da die Familie das Baby nur ganz kurz allein gelassen habe, um zur Toilette zu gehen.

Falls das stimmt, ist es natürlich ärgerlich, nach wenigen Minuten Abwesenheit eine eingeschlagene Scheibe vorzufinden – und zu hören, dass ein Bericht der Beamten über den Verdacht der Kindeswohlgefährdung an das Jugendamt geht, das Standardverfahren in solchen Fällen. Andererseits: Wie hätte der Passant einschätzen sollen, wie es um das Kind steht? Das Baby war allein, soll geschrieen haben wie am Spieß und es war sehr heiß an dem Tag.

Deshalb: Auch wenn es nervig erscheinen mag, das Kind bei jeder Erledigung abzuschnallen und mitzunehmen – lasst euer Kind zumindest bei warmen Temperaturen nie alleine im Auto. Das kann lebensbedrohlich werden – und euch eine Menge Ärger einhandeln.

Was ihr tun könnt, wenn ihr ein Kind allein im Auto beobachtet

Wenn ihr im Hochsommer ein überhitztes Kind seht, dass allein im Auto sitzt, seid ihr sogar zur Hilfe verpflichtet. Das könnt ihr tun:

  • Weit und breit sind die Eltern nicht in Sicht und das Kind macht gar keinen guten Eindruck? Dann scheut euch nicht, die 112 anzurufen. Bleibt bei dem Kind, bis die Helfer eintreffen.
  • Das Kind ist nicht mehr ansprechbar oder bewusstlos: Dann sollte es an einen kühlen Ort in den Schatten gebracht werden, auch wenn das bedeutet, die Scheibe einzuschlagen. Am besten sucht ihr euch vorher die Unterstützung anderer Passanten. Fragt diese, ob sie auch denken, dass es dem Kind so schlecht geht, dass es sofort aus dem Auto geholt werden muss. So habt ihr auch gleich Zeugen, falls der uneinsichtige Besitzer des Fahrzeugs euch – so wie in dem aktuellen Fall – wegen Sachbeschädigung drankriegen will. Denn natürlich ist es grundsätzlich erst einmal verboten, fremdes Eigentum zu beschädigen. Falls ihr jedoch ein Leben retten müsst, hat der Besitzer des Fahrzeugs „Pech“ gehabt. Das gilt als Notstandslage.

 

 

Jana Stieler

Ich lebe mit Mann und Sohn im Süden Hamburgs – am Rande der Harburger „Berge“ (Süddeutsche mal kurz weghören: Der höchste Punkt misst immerhin sagenhafte 155 Meter ü. M.). Wenn ich nicht gerade einen Text verfasse, liebe ich Outdoor-Abenteuer mit meiner Familie, lange Buch-Badewannen-Sessions mit mir allein und abendliches Serien-Binge-Watching.

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