Macht euren Kindern keine Angst vor den Masken!

Vielleicht habt ihr im Internet auch schon Horrormeldungen gelesen, nach denen angeblich mehrere Kinder durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gestorben sein sollen. Laut Polizei handelt es sich dabei allerdings um so genannte „Fake News“. Und auch mehrere Kinderärzte appellieren an uns Eltern, die Meldungen nicht zu glauben – und vor allem, unseren Kindern keine Angst vor den Masken zu machen.

Maskenpflicht an Schulen sorgt für Proteste bei Eltern

Corona hat uns weiter fest im Griff. In den letzten Wochen sind die Infektionszahlen stark angestiegen, ein Ende der Pandemie ist leider nicht in Sicht. Um einen zweiten Lockdown zu verhindern, werden nach und nach die Schutzmaßnahmen wieder verschärft. Dazu gehört auch, dass die Maskenpflicht inzwischen auch an vielen öffentlichen Orten gilt – und an den Schulen. Je nach Bundesland müssen Schüler ab der 5. Klasse die Masken inzwischen sogar im Unterricht tragen. Genau das hat zu großen Protesten bei vielen Eltern geführt, die Angst um die Gesundheit ihrer Kinder haben.

Verschwörungstheoretiker nutzen unsere Ängste als Eltern

Zum einen gibt es die Befürchtungen, dass die Masken zu Bakterienschleudern werden, wenn die Kinder sie über einen zu langen Zeitraum tragen. Zum anderen werden die Ängste durch ominöse Meldungen befeuert, dass die Sauerstoffversorgung unter den Masken nicht gewährleistet sei. Relativ häufig habe ich zum Beispiel das „Argument“ gelesen, man würde durch die Masken seine verbrauchte Atemluft immer wieder einatmen.

Das Ganze gipfelte schließlich in mehreren Meldungen, bei denen angeblich Schulkinder ohnmächtig geworden oder sogar gestorben seien – natürlich als Folge der Maskenpflicht. Verbreitet werden diese Meldungen sehr gezielt, und zwar nicht nur von Maskengegnern, sondern vor allem Anhängern der so genannten „Querdenker-Bewegung“. Sie wissen genau, dass sie mit solchen Falschmeldungen Ängste schüren, und streuen sie deshalb gezielt im Internet.

Bitte glaubt die Horror-Storys nicht!

Nachdem eine Schülerin in einem Karlsruher Krankenhaus starb, wurde im Internet das Gerücht verbreitet, ihr Tod sei durch die Maskenpflicht im Schulbus verursacht worden. Auch in Schweinfurt soll ein sechsjähriges Mädchen angeblich wegen der Maskenpflicht zu Tode gekommen sein. Die Stellungnahme der Polizei war allerdings eindeutig, wie die „Badischen Neuesten Nachrichten“ (bnn.de) berichten. Der Fall sei eine reine Erfindung. Die Beamten appellierten deshalb noch mal eindringlich, die ominösen Falschmeldungen bitte nicht zu glauben.

Trotzdem gibt es online leider immer noch viel Elterngruppen, in denen gezielt Ängste geschürt werden. Dass das funktioniert, ist eigentlich kein Wunder. Schließlich machen wir Mamas und Papas uns um nichts mehr Sorgen als um unsere Kinder und ihre Gesundheit.

Im Fall der Maskenpflicht sind diese Befürchtungen allerdings wirklich vollkommen unbegründet, wie auch Ingeborg Krägeloh-Mann bestätigt. Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) sagt gegenüber bnn.de: „Die Eltern brauchen da keinerlei Angst zu haben“. Ihres Wissens nach gebe es keinerlei Hinweise darauf, dass es unter den Masken zu problematischen Kohlendioxid-Konzentrationen kommen könne. Dass der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid auch durch die Masken funktioniert, hätten „anstrengende Sport-Versuche mit Erwachsenen“ bewiesen.

Auch die absurde Theorie, dass die Masken einen bestimmten Nerv im Gesicht unserer Kinder reizen und damit einen Herzstillstand auslösen könnten, ist für Krägeloh-Mann an den Haaren herbeigezogen. „Ich bin Kinderneurologin und kenne mich mit Nerven also aus“, so die Expertin. „Ich halte das für absurd.“

Sind Masken im Unterricht wirklich ein Problem?

Während einige Erwachsene schon darüber stöhnen, dass sie den Mund-Nasen-Schutz während des Einkaufens tragen müssen, gilt die Maskenpflicht in Baden-Württemberg für Schüler ab der fünften Klasse auch im Unterricht. Aber auch, wenn uns Eltern der Gedanke erst einmal nicht behagt: Gefährlich für unsere Kinder ist das nach Aussage der Expertin nicht.

Denn schon vor Corona mussten schwerkranke Kinder, die ein geschwächtes Immunsystem haben und damit besonders anfällig sind, sich mit einer Maske schützen. Laut Krägeloh-Mann habe sie dabei keine auffälligen Probleme festgestellt.

Eine Ausnahme sind für die Ärztin Kinder, die unter besonderen Vorerkrankungen leiden. Wenn dadurch ihre Lungenfunktion eingeschränkt ist, wie zum Beispiel bei Mukoviszidose oder starkem Asthma, sollten sie ihrer Meinung nach von der Maskenpflicht befreit werden.

Wir Eltern sollten Vorbilder für unsere Kinder sein

Es gibt also keinerlei Hinweise dafür, dass das Tragen einer Maske die Gesundheit unserer Kinder beeinträchtigt. Trotzdem lesen wir immer wieder von Eltern, die berichten, dass ihre Kinder unter Kopfschmerzen leiden oder unter dem Mundschutz nicht richtig atmen können. Laut Till Reckert, dem Landessprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), könnte das vor allem psychisch bedingt sein. Denn: „Angst alleine kann Atemprobleme verursachen“, so Reckert.

Anders ausgedrückt heißt das: Wenn unsere Kinder mitbekommen, dass wir über die Masken fluchen und uns vielleicht deshalb sogar (unnötige) Sorgen machen, verunsichern wir sie damit und schüren ihre Ängste. Stattdessen sollten wir unserem Nachwuchs sachlich erklären, warum es im Moment wichtig ist, eine Maske zu tragen. Nämlich um uns, unsere Familien und andere zu schützen.

Machen wir es also unseren Kindern doch bitte nicht schwerer als nötig. So lange die Infektionszahlen weiter steigen, wird es auch die Maskenpflicht weiter geben – und das völlig zu Recht. Lasst uns deshalb unsere Vorbildfunktion nutzen und unseren Kindern vorleben, dass es kein Problem ist, eine Maske zu tragen. Ihnen erklären, dass das im Moment leider dazugehört – und dass es sicherlich (hoffentlich!) irgendwann auch wieder vorbei sein wird.

Wiebke Tegtmeyer
Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Nach meinem Bachelor in Medienkultur an der Uni Hamburg, einem Volontariat zur Online-Redakteurin und einigen Jahren Erfahrung als (SEO-)Texterin bin ich nach meiner zweiten Elternzeit bei Echte Mamas gelandet. Hier kann ich als SEO-Redakteurin meine Leidenschaft für Texte ausleben, und auch mein Herzensthema Social Media kommt nicht zu kurz. Dabei habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Ernährung von der Schwangerschaft über die Stillzeit bis hin zum Babybrei beschäftigt. Und wenn ihr auf der Suche nach einem Vornamen für euer Baby seid, kann ich euch garantiert passende Vorschläge liefern. Außerdem nutze ich die Bastel-Erfahrungen mit meinen beiden Kindern für einfache DIY-Anleitungen. Wenn der ganz normale Alltags-Wahnsinn als 2-fach Mama mich gerade mal nicht im Griff hat, fotografiere ich gern, gehe meiner Leidenschaft für Konzerte nach oder bin im Volksparkstadion zu finden.

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