Lockerungen: Und wieder gucken die Schüler in die Röhre…

„Die Schulen werden als Letztes geschlossen – und als Erstes wieder geöffnet!“

Dieses Versprechen der Bundesregierung haben Eltern und Kinder noch in den Ohren. Hörte sich vernünftig an, ne?

Nun sieht es in den meisten Teilen Deutschlands fallen aktuell ENDLICH die Inzidenzen wieder und die Bundesländer beraten allmählich über Lockerungen.

Im Gespräch sind laut BILD dabei geöffnete Kinos, Theater, Biergärten… Von den Schulen ist in den meisten Bundesländern anscheinend noch gar nicht die Rede!

Ich gönne es jedem von Herzen, der nach dieser abartig langen Durststrecke seinen Betrieb wieder öffnen darf. Gastronomen etc. haben so sehr gelitten in den letzten Monaten.

Darum geht es gar nicht.

Aber: Für zahllose Kinder fällt anscheinend weiterhin der (normale) Unterricht aus.

  1. Was ist denn mit dem Versprechen? Schon vergessen?
  2. Wie soll denn das weitergehen?

Seit Beginn der Pandemie leiden Eltern und Kinder. Hin und Her, Homeoffice mit Kind, Homeschooling neben dem Job… Alles sind platt. Fix und fertig.

Meine Tochter geht in die Vorschulklasse einer Grundschule. Sie hat Hybridunterricht, d. h., sie geht höchsten jeden zweiten Tag zur Schule. Immerhin! Die anderen Tage ist sie mit uns zu Hause. Das wäre wunder-, wunderschön – wenn wir nicht arbeiten müssten. Zum Glück besteht ihr Homeschooling nur aus zuckersüßen Aufgaben, die schnell gelöst sind und die ich auch noch locker erklären kann.

Eltern, die ihren Kindern das Große Einmaleins oder Schreiben beibringen müssen, haben meinen vollen Respekt.

Die Wahrheit ist aber auch: Sie macht das absolut prima, aber nach ein paar Stunden, in denen wir in Zoom-Meetings hängen und sie zur Ruhe ermahnen, weil wir uns konzentrieren müssen, hängt eine Fünfjährige eben total durch.

Andere Kinder aber sind, ja nach Klassenstufe, seit bis zu fünf Monaten nicht mehr in der Schule gewesen. Ist das nicht unvorstellbar? Was das für die Bildung, aber auch das soziale Miteinander der Kinder bedeutet?

Ich weiß es nicht: Sind Kinder nun „Pandemietreiber“?

Sind sie durch Mutationen selbst stark gefährdet? Oder stimmt es eher, was eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München herausgefunden hat: Offene Schulen sind immer sicherer als geschlossene, egal bei welcher Inzidenz? (Das hänge vor allem mit der Dunkelziffer und der Testpflicht zusammen.)

Medizinisch weiß ich es natürlich nicht. Und mir ist natürlich klar, dass Maßnahmen und Beschränkungen leider sehr nötig waren und sind, um das Virus einzudämmen.

Ich weiß nur: Psychisch ist es für die Kinder eine Zumutung.

Und eines weiß ich noch: Das Schul-Versprechen der Regierung hat anders ausgesehen.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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