Liebespost von Mama: „Darum schreibe ich meinem Baby Briefe.”

„Der Satz ‚Die Zeit vergeht wie im Flug‘ fühlt sich als Mama so wahr an wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich wusste schon immer, dass ich Mama werden will und als ich dann endlich den passenden Mann kennenlernte, war der richtige Zeitpunkt gekommen.

Aber es funktionierte einfach nicht: Ganze zwei Jahre lang versuchten wir vergeblich, schwanger zu werden. Dann endlich, als wir die Hoffnung fast aufgegeben hatten, hielt ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen und war mir sicher: Diesen Moment werde ich nie vergessen.

Doch es fühlte sich an, als könnten wir dieses Wunder gar nicht richtig begreifen, so schnell flog die Schwangerschaft an uns vorbei.

In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt unserer Tochter war ich immer wieder überrascht, wie schnell die Zeit verging. So viele Momente verschmolzen einfach miteinander und deswegen wuchs in mir der Wunsch, alles irgendwie festhalten, um mich später erinnern zu können.

Also begannen mein Mann und ich, unserer Tochter Briefe (eigentlich E-Mails) zu schreiben, um ihre vielen Meilensteine ​​​​und ersten Male zu feiern und zu dokumentieren, während sie heranwächst. Damit die vielen besonderen Augenblicke nicht einfach verpuffen, sondern immer wieder für uns zugänglich sind

Einen der emotionalsten Briefe schrieb ich ihr, als ich nach der Elternzeit in den Job zurückkehrte.

Auch wenn das vielleicht eher mein Meilenstein war als ihrer – ich war ziemlich nervös. Nachdem wir praktisch jede Minute zusammen verbracht hatten, war es aber für uns beide eine große Umstellung, fast den ganzen Tag getrennt zu sein.

Ich saß an diesem Morgen im Zug und versuchte aufzuschreiben, was ich fühlte. Das Schreiben hilft mir, meine Gefühle zu kanalisieren und besser mit ihnen umzugehen. Es war außerdem meine Art, meiner Tochter zu versichern, dass ich, obwohl wir einen neuen Tagesablauf hatten, den ganzen Tag an sie dachte und für sie da war, wenn ich nach Hause kam.

Solche Notizen machten mein Mann und ich während des ersten Lebensjahres unserer Tochter ganz oft.

Ihr erstes Lachen, das erste Durchschlafen (das war ein großer Gewinn für uns alle), als ihre Zähne kamen und als sie anfing, Brei zu essen. Wir haben auch ein paar süße Erinnerungen beschrieben: Wie sie es liebte, Schlager zu singen und zu tanzen oder wie sie eine zeitlang auf alle Stühle kletterte und unsere Hände ganz fest mit ihren winzigen Fingern hielt.

An meinem ersten Muttertag habe ich darüber geschrieben, wie sie mein Herz höher schlagen lässt und wie dankbar ich war, ihre Mama zu sein. In anderen Briefen habe ich aufgezeichnet, wie sie zum ersten Mal ‚Ich liebe Mama‘ sagte und als sie lernte, uns (und sich selbst im Spiegel) Küsse zuzuwerfen. Nun, Jahre später, ist es einfach nur schön, diese Zeilen durchzugehen und in Erinnerungen zu schwelgen.

Vieles wäre ansonsten längst in Vergessenheit geraten.

Inzwischen ist unser Baby schon sechs Jahre alt, aber wir schreiben ihr immer noch Briefe zu besonderen Anlässen. An Geburtstagen, zu ihrer Einschlug neulich oder, wenn sie etwas Bemerkenswertes sagt oder tut. Inzwischen haben wir auch einen Sohn und führen die Tradition mit ihm fort.

Wir hoffen, dass unsere beiden Kinder diese Briefe irgendwann genauso schätzen werden, wie es uns Spaß macht, sie zu schreiben. Die Zeit vergeht immer noch wahnsinnig schnell und es kann schwer sein, Schritt zu halten. Die Briefe an unsere Kinder haben uns geholfen, innezuhalten, um ihre Entwicklung, unser Wachstum als Familie zu schätzen und uns an die süßen Momente zu erinnern, die viel zu schnell vergehen.”


Liebe Lara, vielen Dank für deine Geschichte. Wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Liebe für die Zukunft.

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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