Letzte Chemo nach 1,5 Jahren: „Pia ist eine Superheldin“

Ihr Lieben, vor einigen Monaten haben wir euch Pia vorgestellt. Die Diagnose Hirntumor erhielt sie am 20. Dezember 2018, vier Tage vor Weihnachten. Pia war im Sommer eingeschult worden und voller Lebensfreude. Aber immer öfter fühlte sie sich schlapp und müde, erbrach oft. Durch ein MRT stellten die Ärzte dann die Schockdiagnose. Pia wurde schon am nächsten Tag über zehn Stunden operiert. Aber die Ärzte konnten den Tumor nicht ganz entfernen. Sonst wäre die Gefahr zu groß, dass sie nach der OP nicht mehr hätte laufen oder sprechen können.

Nun hat Pia die letzte Chemotherapie hinter sich gebracht. Hier erzählt ihre Mama, warum sie trotzdem noch nicht durchatmen kann:

„Meine Pia hat es geschafft. Sie hat die letzte Chemotherapie hinter sich gebracht. Es war ein komischer Tag für mich. Dabei sollte es ein toller, ein ganz großartiger Tag sein! Wenn da nur nicht diese Angst wäre vor dem, was kommen könnte. Aber da ist sie immer noch, die Angst vor einem Rückfall.

Trotzdem möchte ich positiv denken. Und meiner Pia die Kraft geben, die sie so dringend braucht. Denn sie hat schon so viel geschafft.

Über drei Meter Mut

Wie viel, das sieht man an Pias ganzem Stolz. Ihrer Mut-Mach-Kette.

Pias Mutmachkette

Pias Mutmachkette Foto: privat

 

Über drei Meter ist sie inzwischen lang und mit bunten Perlen bestückt. Jede dieser Perlen steht für eine Behandlung – zum Beispiel eine Bestrahlung oder eine Chemotherapie-Sitzung, die Pia über sich ergehen lassen musste. Und nun hat sie es tatsächlich geschafft. Die letzte Chemotherapie ist beendet, der Tumor in ihrem Kopf ist weg. Doch was ist, wenn er wiederkommt?

Dieser Gedanke begleitet mich jeden Tag. Die Angst, dass er wiederkommt, der Krebs in ihrem Kopf. Am 23. Januar hat Pia das letzte mal Chemo-Medikamente in ihren Körper bekommen. Angst und Freude halten momentan die Waage. Aber ich möchte mich freuen für meine starke Tochter.

Am Tag der letzten Chemotherapie  habe ich Pias Infusionsständer geschmückt.

Infusionsständer

Infusionsständer Foto: privat

Ich wollte meiner Tochter zeigen, wie stolz ich auf sie bin. Ihr einen besonderen Moment schenken. Pia sagte: „Er sieht aus wie ein Weihnachtsbaum“, und freute sich riesig. Das hatte sie sich verdient nach all dieser langen Zeit, über 1.5 Jahren im Krankenhaus.

Auch ein Superheldenkostüm haben wir mitgebracht. Denn genau das ist sie. Eine Superheldin.

superheldin-pia-back

Superheldin Pia Foto: privat

Pia schlüpfte in ihr Superheldenkostüm und es konnte ihr keiner etwas anhaben. Sie war so glücklich an diesem besonderen  Tag, ihr Lachen hat alle angesteckt. Und dass dieses Lachen für immer anhält. Das wünsche ich mir.

Du möchtest Pia einen Gruß senden? Hier kannst du ihr auf Facebook eine Nachricht schreiben.

Sarah Wiedenhoeft

Hamburger Deern, Journalistin, Mutter eines Sohnes. Immer auf der Suche nach besonderen Menschen und dankbar, ihre Geschichten zu erzählen.

Alle Artikel

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.