Ich kam mir ziemlich blöd vor: In der Nachbarschaft fieberten und schnieften alle Kleinkinder. Mein Sohn war der letzte, den es traf. Und ich war die erste, die zum Arzt ging. Vielleicht bildete ich mir die verständnislosen Blicke nur ein, aber doch, ich hatte kurzzeitig das Gefühl, überzureagieren. Es war Freitag, das Söhnchen hatte den […]

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    Ich kam mir ziemlich blöd vor: In der Nachbarschaft fieberten und schnieften alle Kleinkinder. Mein Sohn war der letzte, den es traf. Und ich war die erste, die zum Arzt ging. Vielleicht bildete ich mir die verständnislosen Blicke nur ein, aber doch, ich hatte kurzzeitig das Gefühl, überzureagieren.

    Es war Freitag, das Söhnchen hatte den zweiten Tag Fieber, und zwar fast 40 Grad. Und ich hatte noch sehr gut vor Augen, was mit meiner Tochter im gleichen Alter geschah, als sie sich eine Streptokokken-Infektion zugezogen hatte: Das Kind war an Tag drei mit Fieber kaum noch ansprechbar, hing völlig lethargisch auf meinem Schoß, als ich im Wartezimmer des Kinderarztes saß. Da war Tag drei aber auch ein Donnerstag. Der Arzt stellte die Diagnose, verschrieb ein Antibiotikum und Ruhe.

    Ich wollte absolut nicht, dass ich Samstags so einen kranken Zwerg bei mir habe und hin- und hergerissen wäre, ob ich mit ihm ins Krankenhaus fahren sollte. Also machte ich Freitagmorgen einen Termin beim Kinderarzt. Als wir Mittags im Wartezimmer saßen, spielte Söhnchen fröhlich vor sich hin, ließ sich entspannt ein Buch vorlesen und meckerte, als die Ärztin ihm in die Ohren sehen wollte. Von Fieber keine Spur mehr.

    Ok, dachte ich. Lieber einmal zu oft gegangen. Das sagte mir auch die Ärztin. Außerdem bemerkte sie, dass er einen ziemlich roten Hals und leicht entzündete Ohren habe. Er also wirklich eine ordentliche Erkältung hat, die auch seinen Appetitmangel erklärte. Ich war froh, dass das Wochenende vor der Tür stand und mein Kleiner nun zwei ruhige Tage vor sich hatte.

    Trotzdem: Wann soll man mit dem Kind zum Arzt, wann kann man warten? Will ich mein angeschlagenes Kind auch noch in ein Wartezimmer schleppen, in dem sich die Viren nur so tummeln? Im Zweifel ja!

    Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sieht das ähnlich. Wer unsicher ist, soll zum Arzt gehen. Weitere Gründe für einen Arztbesuch:

    • Babys unter drei Monaten sollten bereits ab einer Temperatur von 38 Grad dem Arzt vorgestellt werden
    • Kinder bis zwei Jahre, die länger als einen Tag Fieber über 39 Grad haben oder das Fieber in Schüben kommt
    • Kinder über zwei Jahre spätestens nach drei Tagen
    • wenn das Fieber trotz Wadenwickel oder Zäpfchen nicht sinkt
    • Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall, Bauchweh oder Ausschlag dazu kommen
    • es dem Kind auch ohne Fieber deutlich schlecht geht

    5 Kommentare

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