Kohlrabi in der Schwangerschaft: Die Powerknolle vom Feld

Etwas unscheinbar wächst die zartgrüne Knolle mit den ausladenden Blättern auf dem Feld vor sich hin: Kohlrabi besticht nicht gerade durch ein schillerndes Äußeres.  Doch wie im echten Leben gilt auch hier: Nicht das Äußere, sondern die inneren Werte zählen. Und mit denen kann Kohlrabi richtig punkten. Unter seiner dicken Schale versteckt er jede Menge gesunde Nährstoffe. Damit stärkt Kohlrabi in der Schwangerschaft dich und dein Baby. Was du beachten solltest und wie du ihn zubereiten kannst, verraten wir dir hier.

Das Wichtigste über Kohlrabi in der Schwangerschaft

Diplom-Ökotrophologin Pamela Koch hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.

  • Gute Nachrichten: Kohlrabi kannst du in der Schwangerschaft bedenkenlos verzehren.
  • Kohlrabi gehört zu den Kohlsorten, die ganzjährig Saison haben.
  • Er steckt voller Vitamin C und Mineralstoffe.
  • Zudem ist Kohlrabi ein guter Folsäurelieferant.
  • Folsäure unterstützt das Zellwachstum und die Blutbildung des Babys.
  • Wie gut: Kohlrabi bläht weniger auf als andere Kohlsorten.
  • Vor dem Verzehr immer gründlich abwaschen.

Kennst du dich schon mit allen Lebensmitteln aus, die während der Schwangerschaft tatsächlich tabu sind? Unser kostenloser Ratgeber 125 Lebensmittel, die du in der Schwangerschaft meiden solltest klärt dich darüber auf.

Eignet sich Kohlrabi für den Genuss in der Schwangerschaft?

Kohlrabi eignet sich aufgrund des milden Geschmacks und den vielen gesunden Inhaltsstoffen sehr gut als Speise in der Schwangerschaft. Im Prinzip musst du nichts beachten, bis auf eins: Wasche das Gemüse vor der Zubereitung gründlich unter fließendem Wasser ab und reibe es danach mit einem Küchentuch trocken. Auf diese Weise entfernst du Keime wie Listerien oder Taxoplasmoseerreger.

Erkrankungen durch Taxoplasmen und Listerien sind selten. Laut des Infektionsepidemiologischen Jahrbuch 2021 des Robert-Koch-Instituts sind 2020 deutschlandweit lediglich 575 Fälle von Listeriose und gerade einmal 14 Fälle von Taxoplasmose gemeldet worden. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung ist also sehr gering. Eine Infektion kann jedoch für das ungeborene Kind schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Daher solltest du auch das kleine Risiko durch die entsprechende Hygiene während der Schwangerschaft ausschließen.

Was ist Kohlrabi denn genau?

Kohlrabi gehört – wie der Name schon vermuten lässt – zu den heimischen Kohlsorten und hat das ganze Jahr über Saison. Essbar sind sowohl die Knolle, die überirdisch heranwächst, als auch die Blätter der Gemüsepflanze.

In der Gemüseabteilung findest du den Kohlrabi in zwei verschiedenen Varianten: Die eine hat eine zartgrüne Knolle, die andere eine dunkelviolette. Beide verbergen unter ihrer festen Schale ein weißes Fruchtfleisch. Dieses schmeckt je nach Sorte anders. Während die zartgrüne Kohlrabiknolle eine sanfte, nussige Geschmacksnote entfaltet, schmeckt ihr violetter Verwandter kräftiger und aromatischer.

Durch welche Bestandteile ist Kohlrabi in der Schwangerschaft so vorteilhaft?

Kohlrabi ist während der Schwangerschaft besonders gesund. Das reich enthaltene Vitamin C stärkt dein Immunsystem ebenso wie die für den etwas scharfen Geschmack verantwortlichen Senföle. Diese wirken entzündungshemmend, antiviral und antibakteriell. Daneben enthält Kohlrabi wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen, Kalium und Calcium – und ist reich an dem Vitamin, das in der Schwangerschaft eine besondere Bedeutung zukommt: Vitamin B9.

In den Blättern des Kohlrabis stecken die meisten Nährstoffe. Aus ihnen kannst du beispielsweise ein Pesto zaubern oder sie kleingeschnitten unter den Kräuterquark, in den Salat oder die Suppe mogeln.

Kohlrabi als Folsäurelieferant

Das in Kohlrabi reichlich enthaltene Vitamin B9 wird auch als Schwangerschaftsvitamin bezeichnet – und das aus gutem Grund. Vitamin B9 – vielen besser bekannt als Folsäure – unterstützt Zellwachstum und Blutbildung deines Babys und verringert das Risiko, dass es mit einem Neuralrohrdefekt zur Welt kommt.

Besonders viel der Folsäure kann dein Körper aufnehmen, wenn er auf ausreichend Vitamin B12 zurückgreifen kann. Dieses steckt in Produkten tierischen Ursprungs wie in Fleisch, Milchprodukten, Eiern und Fisch.

Kohl bläht, Kohlrabi auch?

In der Schwangerschaft gerät der Verdauungstrakt vieler Frauen ein wenig aus dem Tritt und sie leiden unter Blähungen. Über deine Ernährung in der Schwangerschaft kannst du recht gut steuern, wie viel des Verdauungsgases sich in deinem Bauch ansammelt.

Kohlrabi gehört zu den Kohlsorten – und die stehen aufgrund der vielen Ballaststoffe und des Kohlenhydrats Raffinose per se am Pranger, wenn es um das Thema blähungsverursachende Lebensmittel geht. Kohlrabi ist im Vergleich zu anderen Kohlsorten wie Grünkohl oder Wirsing jedoch leichter verdaulich und ruft daher seltener Blähungen hervor.

Wenn du während der Schwangerschaft unter Blähungen leidest, können dir Fencheltee oder Kümmel helfen. Fenchel wirkt sich entspannend auf die Darmmuskulatur aus und Kümmel hemmt die Gasbildung im Darm. Du bekommst ihn zum Beispiel hier:

Alnatura Bio Fenchel-Anis-Kümmel-Tee
Gut geeignet zur Regulierung der Verdauung.

Außerdem wichtig: Kaue deinen Bissen sorgfältig durch und esse nicht zu hastig. So verweilt die Speise länger im Mundraum und der Speichel erledigt schon einmal einen Teil des Aufspaltungsprozesses. Das bewusste Essen verhindert zudem, dass du zu viel Luft schluckst, die dir später – im Darm angekommen – Probleme bereitet.

Daran erkennst du frischen Kohlrabi

In Kohlrabi stecken besonders viele Mineralstoffe und Vitamine, wenn das Gemüse frisch vom Feld kommt. Doch wie unterscheidet man frischen Kohlrabi von einem, der seine besten Tage schon hinter sich hat? Frischen Kohlrabi erkennst du vor allem an den Blättern. Diese sollten knackig aussehen und nicht welk herabhängen. Die Knolle sollte prall und ohne dunkle Stellen sein. Für den guten Geschmack empfiehlt es sich, die kleineren Knollen zu wählen. Diese sind zarter und entwickeln eine mildere Note. Große Kohlrabi schmecken hingegen oftmals etwas fade und holzig.

Besonders lange frisch bleibt Kohlrabi bei kühlen Temperaturen und einer leicht feuchten Umgebung. Daher fühlt sich dein Kohlrabi am wohlsten, wenn du ihn in ein leicht feuchtes Geschirrhandtuch wickelst und dann im Gemüsefach deines Kühlschranks parkst. So bleibt er etwa eine Woche lang frisch.

Tipp: Entferne die Blätter, bevor der Kohlrabi in den Kühlschrank wandert. Auch so hält er sich länger.

Kohlrabi in der Schwangerschaft bekömmlich zubereiten

Kohlrabi kannst du auch in der Schwangerschaft sowohl roh als auch gekocht, gedünstet, gebacken oder gebraten essen. Die Schale musst du vorher jedoch auf jeden Fall entfernen. Diese ist nicht genießbar. Dann kannst du das Gemüse auf vielseitige Art zubereiten: als Süppchen für die windigkalten Herbsttage, als Quiche, wenn Oma und Opa in spe sich ankündigen, oder als panierte Schnitzel für den gemütlichen Veggi-Abend mit der besten Freundin.

Wie hast du Kohlrabi in der Kugelzeit zubereitet?

Verrate uns gerne, wie du Kohlrabi am liebsten futterst –

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Unsere Expertin

Diplom-Ökotrophologin Pamela Koch hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.Pamela Koch ist Diplom-Ökotrophologin und Ernährungstherapeutin. Seit 14 Jahren berät sie Familien und Multiplikator*innen wie Erzieher*innen zu den Themen Allergieprävention, Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie von Säuglingen und Kindern.

In Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kinderärzten und Hebammen hat sie in Ihrer Praxis mittlerweile mehr als 2.000 Familien beraten. Als dreifache Mutter liegen ihr die gesunde Ernährung und die therapeutische Unterstützung von Familien besonders am Herzen.

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Ilona Utzig

Ich bin Rheinländerin, lebe aber seit vielen Jahren im Hamburger Exil. Mit meiner Tochter wage ich gerade spannende Expeditionen ins Teenager-Reich, immer mit ausreichend Humor im Gepäck. Wenn mein Geduldsfaden doch mal reißt, halte ich mich am liebsten in Küstennähe auf, je weiter nördlich, desto besser.

Bei Echte Mamas bin ich Senior SEO-Redakteurin. Meine journalistische Ausbildung abolvierte ich bei einem Hamburger Verlag, um anschließend Skandinavistik, Politikwissenschaft und Germanistik zu studieren.

Nach langen Jahren als Finanz-Redakteurin liegen mir heute noch die Themen Vorsorge, Vereinbarkeit und Care-Arbeit am Herzen.

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