Aktueller Kita-Vergleich: Wo die Betreuung deines Kindes gut bzw. schlecht ist

Die gute Nachricht zuerst:„Die Qualität der Kitas in Deutschland steigt“, so die Autoren des neuen Ländermonitors Frühkindliche Bildungssysteme.

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung verglich dazu unter anderem die Betreuungsschlüssel der Krippen – in diesem Fall, wie viele Vollzeit-Erzieher/innen sich um wie viele ganztags betreute Kinder kümmern.

Das Ergebnis: Im letzten Jahre kümmerte sich eine Vollzeitkraft im bundesweiten Durchschnitt um 4,3 Krippenkinder. 2012 kamen auf einen Erzieher noch 4,8 Kinder.

Die schlechte Nachricht: Wie individuell ein Kind betreut wird, hängt stark von seinem Wohnort ab. Da immer noch viel zu viele Erzieher/innen fehlen, ist die Betreuung nicht überall gleich gut (Klar, es zählt nicht nur die Menge der Erzieher, sondern auch deren Qualität).

Am besten betreut werden Kinder in diesen drei Bundesländern: Baden-Württemberg, Bremen, Rheinland-Pfalz.

Auch noch auf einen guten bis befriedigenden Personalschlüssel kommen die Bundesländer Bayern, Schleswig-Holstein, Saarland, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen.

Am schlechtesten schnitten drei der neue Bundesländer ab: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen (letzter Platz).

Auf den unteren Rängen sind auch die Bundesländer Hamburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin.

Auffällig ist laut der Studie, die auf verschiedenen Statistiken beruht, dass es ein starkes West-Ost-Gefälle gibt. In Ostdeutschland kümmert sich ein Erzieher um rund sechs Kinder, während er in Westdeutschland nur rund 3,6 Kinder betreut.

Das ist besonders ungerecht, da in Ostdeutschland viel mehr Kinder eine Krippe besuchen als in Westdeutschland – 52 Prozent der Kinder im Vergleich zu nur 28 Prozent.

Hier die Übersicht, wie viele Krippen-Kinder auf einen Erzieher/ eine Erzieherin kommen:

Quelle: Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme

Geht es um das Personal in den Kindergärten – also die Betreuung von Kindern ab dem dritten Lebensjahr – wird der Unterschied noch größer: Im Westen kommen 8,5 Kinder auf einen Erzieher oder eine Erzieherin, im Osten sind es 12,2 Kinder.

Doch aufgepasst:Auch innerhalb der Bundesländer gibt es große Unterschiede. Die Bandbreite ist zum Beispiel in Bayern besonders groß. Dort beaufsichtigt ein Erzieher im Schnitt 3,7 Kinder. Mancherorts ist der Personalschlüssel allerdings noch besser – 1 Fachkraft für 2,7 Kindern wie im Landkreis Rosenheim – , andernorts beträgt er dagegen 1 zu 5 wie im Landkreis Hof.

Und so helfen dir diese Zahlen weiter:

  • Du hast jetzt einen Anhaltspunkt, was ein guter bzw. schlechter Personalschlüssel ist.
  • Bevor du dich für eine Kita oder einen Kindergarten entscheidest, erkundige dich auf jeden Fall nach dem Betreuungsschlüssel. Hast du eine Wahl, kannst du dein Kind auf die Kita mit dem besseren Angebot schicken (wenn auch alles andere für dich stimmt).
  • Du möchtest für einen besseren Betreuungsschlüssel in deiner Kita kämpfen? Dann tue dich mit anderen Eltern zusammen oder schließe dich einer lokalen Kita-Initiative an wie zum Beispiel in Leipzig oder Hamburg.

Denn alle unsere Kinder verdienen eine gute Betreuung!

Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor fünf Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe, verbringe ich liebend gerne Zeit mit ihnen.

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