Kinderfüße: Wie gesund ist Barfußlaufen wirklich?

Ist es nicht herrlich, wenn Sand oder Grashalme zwischen den Zehen kitzeln und einmal nichts die Füße einengt? Dieses Freiheitsgefühl finden nicht nur Kinder toll. Und am Strand oder auf der Wiese wird man ja auch nicht seltsam angeguckt, wenn die Schuhe zu Hause geblieben sind. Doch woanders gibt es es Scherben, zu heiße – oder bald eher wieder zu kalte – Pflastersteine, irritierte Blicke… Das schreckt manche Eltern ab, ihren Kindern die Schuhe auszuziehen. Dabei könnte das Barfußlaufen glatt als Medizin durchgehen.

Fünf gute Gründe für häufiges Barfußlaufen

  1. Den Boden und seine Veränderungen hautnah zu spüren, ist eine tolle, sinnliche Erfahrung.
  2. Müssen sich die Füße auf unebenen Untergrund einstellen, stärkt das die Muskeln. Das beugt Fehlstellungen vor. Deshalb sollte dein Kind auch erst dann Schuhe bekommen, wenn es schon größere Strecken laufen kann.
  3. Es unterstützt die Entwicklung des Nervensystems: Füße sind von vielen Nervenbahnen durchzogen, die beim Barfußlaufen stimuliert werden.
  4. Studien zeigen, dass „Barfuß-Kinder“ einen guten Gleichgewichtssinn haben.
  5. Es regt die Durchblutung des Körpers an  – gut fürs Immunsystem.

Und was spricht gegen das Barfußlaufen?

Nicht viel – wenn der Untergrund stimmt. Der sollte natürlich frei von Stacheln, Splittern oder Hundekacke sein. Beim Großstadtbummel, auf der öffentlichen Toilette oder im Supermarkt sind deshalb eher Schuhe angesagt. Im Sommer können sich außerdem Teer, Steine und Sand stark aufheizen und die empfindlichen Füße versengen.

Wichtig: Die Tetanus-Impfung. Sie schützt, wenn doch einmal Bodenbakterien in kleine Verletzungen eindringen.

Im Herbst gibt es leider weniger Gelegenheiten, mit nackten Füßen draußen zu sein. Aber das Barfußlaufen in der Wohnung ist genauso gesund. Solange der Fußboden nicht viel zu kalt wird, braucht euer Kind weder Hausschuhe noch Socken. Es macht nichts, wenn sich die Füße und die Hände ein wenig kühl einfühlen, wenn der Rest dafür mollig warm eingepackt ist. Ansonsten sind (eher locker sitzende) Stoppersocken für die Fußentwicklung besser als Hausschuhe. Richtig toll für Füße und Sinne sind auch spezielle Barfußpfade – sogar noch bei kälteren Temperaturen. Die verschiedenen Untergründen regen die Durchblutung an. So wird’s bald kribbelig warm – vor allem wenn wir danach schnell wieder in warme, kuschelige Socken schlüpfen.

Jana Stieler

Ich lebe mit Mann und Sohn im Süden Hamburgs – am Rande der Harburger „Berge“ (Süddeutsche mal kurz weghören: Der höchste Punkt misst immerhin sagenhafte 155 Meter ü. M.). Wenn ich nicht gerade einen Text verfasse, liebe ich Outdoor-Abenteuer mit meiner Familie, lange Buch-Badewannen-Sessions mit mir allein und abendliches Serien-Binge-Watching.

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