„Kinder ertrinken lautlos“ – wieso kleine Kinder nicht rufen und winken wenn sie ertrinken

Tragischerweise ertrinken Kinder oft in unmittelbarer Nähe von ihren Eltern oder anderen Erwachsenen – weil man einfach davon ausgeht, man ist ja da, und würde es schon merken, wenn etwas ist. Aber das Gegenteil ist der Fall. Kinder ertrinken leise, sie winken oder rufen meist nicht. Eher sind Kinder laut beim Spielen, Stille ist das, was stutzig machen sollte.

Aber warum ist das so? Warum fuchteln die Kinder nicht wild oder schreien?

„Bei Kindern ist der Kopf im Vergleich schwerer, sodass sie schnell bäuchlings und mit dem Kopf unter Wasser geraten“, Dr. Harald Rehn (Referent für Schwimmen/Rettungsschwimmen bei der DLRG). Sie kippen quasi nach vorn und sinken dann nach unten. „Instinktiv schließen Kinder den Mund, um einen Eintritt von Wasser zu verhindern. Dies verhindert ein lautes um Hilfe Rufen“, erklärt der Experte.
„Manche machen auch Abwehrbewegungen, die aber aus Panik meist unkontrolliert wirken und dem Spielverhalten von Kindern gleichen.“ Meist sieht man aber nicht, wenn ein Kind ertrinkt, weil es sich vor Erschöpfung oder Unterkühlung nicht bewegen kann.

Aber Gefahr geht nicht nur von tiefen Wasser aus, wo ein Kind zu Boden sinken kann. Besonders kleine Kinder können auch in flachen Babybecken oder sogar Pfützen ertrinken: Das liegt daran, dass Babys und Kleinkinder „im Verhältnis zu ihrer Körpergröße einen großen und relativ schweren Kopf haben, wobei die Muskulatur, je nach Alter, noch nicht derart ausgeprägt ist, dass der Kopf angehoben oder gedreht werden kann“, so Dr. Rehn. Manchmal ist auch die Kraft durch die aus der Panik heraus unkontrollierten Bewegungen aufgebraucht. „So kann es ausreichend sein, dass Mund oder Nase unterhalb der Wasseroberfläche liegen und es zum Ertrinken kommt. Die wenigen Zentimeter von der Seite des Kopfes bis zu Mundwinkel und Nasen reichen von der Tiefe der Pfütze her aus“, warnt Dr. Rehn von der DLRG.

Aber was soll man tun, wenn man irgendwo im offenen Wasser sieht, wie ein Kind ertrinkt? Sofort ins Wasser springen, oder ist es besser, erst Rettungskräfte zu rufen, die dann professionellere Soforthilfe oder Wiederbelebungsversuche leisten können?
„Das Wichtigste“, so Dr. Rehn, „ist sicherzugehen, dass man sich nicht selbst in Gefahr bringt.“ Am Ende zwei Menschen retten zu müssen, hilft niemandem. Also zuerst einen Notruf absetzen, laut rufen um umstehende Personen auf die Notsituation aufmerksam zu machen, dann erst versuchen, das Kind zu retten.

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Danach zählt jede Sekunde. „Ein erster Verlust von Gehirnzellen tritt nach ca. 3-5 Minuten ohne Sauerstoff auf“, so Dr. Rehn. Allerdings kann man nicht sicher sagen, ab wann irreparable Schäden auftreten oder ein Kind nicht überleben würde, denn der Körper hat immer noch Sauerstoffreserven im Blut. Wie schnell die Reserven aufgebraucht sind, ist bei jedem Menschen unterschiedlich, und hängt auch von der „Muskelaktivität und der gesamten Stoffwechselsituation ab, die auch von der Wassertemperatur beeinflusst wird“, so der Experte.

Die schnellstmögliche Zufuhr von Sauerstoff ist also das Wichtigste. Wir alle hoffen, dass wir nie in eine Situation geraten, in der wir Kinder wiederbeleben müssen. Aber für den Notfall sollte man laut DLRG-Experte Folgendes im Kopf haben:

– Die Wiederbelebung beginnt mit 5 Initialbeatmungen.
– Danach wird in folgendem Rhythmus reanimiert: 30 mal Herzdruckmassage, 2 x Atemspende. Bei Kindern wird bei der Atemspende der Kopf nicht so überstreickt, wie man das bei Erwachsenen kennt.
– Die Herzdruckmassage sollte in einer bestimmten Schnelligkeit ausgeübt werden, dabei kann man im Kopf das (sehr passende) Lied „Stayin Alive“ von den Bee Gees mitsingen um im Takt zu bleiben. (Es gibt auch noch weitere Lieder, die der Berufsverband Deutscher Anästhesisten e.V. und die Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. hier zusammengetragen haben.)

Dr. Harald Rehn

Der beste Schutz vor dem Ertrinken, und sicherer als alle Schwimmflügel, Schwimmringe oder Westen dieser Welt ist jedoch: „Anfassen. Mit dem Kind gemeinsam planschen und spielen“, so Rehn. Er empfiehlt, Kinder schon früh mit Wasser in Kontakt zu bringen, etwa durch Baby-Kurse, dass sie Freude am Bewegen im Wasser haben. Die meisten Kinder sind dann ab etwa 5 Jahren soweit, dass sie das Schwimmen erlernen können. Weitere Infos, auch zu Schwimmkursen, findet man unter dlrg.de.

 

 

 

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