Experten warnen: Immer mehr Kinder durch Desinfektionsmittel vergiftet!

Desinfektionsmittel sind in Zeiten von Corona heiß begehrt – so begehrt, dass sie gerade zu Anfang der Krise in allen Drogerien und Apotheken ausverkauft waren. Und schlussendlich sogar aus Krankenhäusern und Arztpraxen gestohlen wurden! Wer hätte das vor wenigen Monaten gedacht…

Inzwischen hat aber fast jeder Desinfektionsmittel zu Hause.

Und damit ploppt leider schon wieder das nächste Problem auf. Denn Martin Ebbecke, Co-Leiter des Giftinfozentrums GIZ Nord, schlägt Alarm:

Zur Zeit gehen verstärkt Anfragen zu Vergiftungen bei Kindern durch Desinfektionsmittel ein.

Das GIZ Nord ist eine Gemeinschaftseinrichtung der Bundesländer Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Das Zentrum berät medizinisches Fachpersonal – aber auch Laien. Und darunter sind auch immer viele Eltern, deren Kinder sich vergiftet haben. Aber wohl nie so viele wie aktuell.

Auf seiner Homepage appeliert das GIZ Nord daher dringend, Desinfektionsmittel von den Kleinen ähnlich gut fernzuhalten wie Medikamente und Putzmittel:

„…Handdesinfektionsmittel sind zur Zeit in vielen Haushalten, Handtaschen oder auch an Kinderwägen in Griffnähe zu finden. Das bedeutet leider auch, dass diese Produkte auch den unmittelbaren Zugriff durch Kinder möglich machen.

Relevanter Inhaltsstoff ist in diesen Fällen Alkohol. Wurde maximal ein kleiner Probierschluck getrunken und zeigt das Kind keine Symptome, so genügt in der Regel die Gabe von etwas Flüssigkeit und eine anschließende häusliche Beobachtung. Zusätzlich empfehlen wir Maßnahmen um den Blutzuckerwert des Kindes anzuheben (z.B. die Gabe von Saftschorlen, Brot usw.).

Wurde mehr als ein kleiner Probierschluck getrunken, so kann die Vorstellung in einer Kinderklinik notwendig sein. Zeigt das Kind Symptome (z.B. Erbrechen, Schwindel, Blässe) so sollte in jedem Fall eine Arztvorstellung erfolgen.“

Martin Ebbecke sagte, dass größere Mengen im schlimmsten Fall zum Koma führen könnten.

Und bevor hier eine wüste Welle der Empörung losgeht: Jaaaaa, auch mein erster Gedanke war: „Ach nee, warum stellt man das Desinfektionsmittel denn auch in die Griffhöhe von Kindern!?“ Aber ehrlich gesagt wissen wir Mamas doch ganz genau, wie kopflos man an manchen Tagen ist und so etwas immer und jedem passieren kann.

Und genau deshalb wollten wir diese Warnung veröffentlichen – denn wenn man es einmal liest, hat man es doch besser im Hinterkopf.

Übrigens kann man den Giftnotruf des GIZ Nord 24 Stunden am Tag telefonisch erreichen: 0551 – 19240

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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