Kind und Haushalt? „Ich habe gelernt, die Perfektion loszulassen.“

Mama sein ist ein Vollzeitjob. Wie es dann noch nebenbei einige hinbekommen, den Haushalt zu schmeißen, ist mir unerklärlich. Wenn ich zu Besuch bei Freunden mit Kindern bin, sieht die Bude immer top aus und ich frage mich – wie geht das? Wie schaffen sie es, Kind und Haushalt unter einen Hut zu bringen? Aber das gelingt eben oft nicht allen, was total verständlich ist. 

Whitney Ballard vom Trains and Tantrum Blog nimmt allen Mamas, die bei dieser Kombination scheitern, in einem ehrlichen Post den Frust und beschreibt, hier lose übersetzt, wie sie gelernt hat die Perfektion loszulassen:

I like my house a little messy.Not filthy; you wouldn’t find me on Hoarders,but you certainly wouldn’t find me on…

Gepostet von Trains and Tantrums by Whitney Ballard am Sonntag, 31. März 2019

„Ich mag es, wenn mein Haus etwas rumpelig ist. […] Heute habe ich mein Haus gereinigt, ich meine tiefengereinigt – die Dusche, die Wände, den Boden. Es heißt, das würde helfen das Gleichgewicht zu halten und einen Raum zum Atmen zu schaffen. Und das spüre ich auch – alles riecht gut und sieht, noch wichtiger, gut aus. Aber nach diesem Putztag fühle ich mich leer. Denn ich bin nicht zu den Sockelleisten gekommen, habe die Türen und Fenster vergessen. Es ist einfach nie genug.

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Das lässt mich in ein Loch fallen und erinnert mich daran, warum ich mich an ein kleines Durcheinander gewöhnt habe. Dieser ständige Angstzustand ist nichts für mich.

Darf ich damit spielen?

Nein. Ich habe gerade den Boden gewischt.

Kann ich das haben?

Nein. Ich habe gerade den Tisch gereinigt.

Es ist ein konstanter Zustand von: deine Schuhe werden schmutzig / wir können das nicht machen / ich habe soeben aufgeräumt / in meinem Haus wirst du das nicht tun.

Ich denke, dass vielleicht andere Mütter den richtigen Mittelweg gefunden haben. Vielleicht haben andere Mütter die Balance perfektioniert, die zwischen sauberen Oberflächen in Häusern und glücklichen Kindern existiert. Ehrlich gesagt halte ich es aber für einen Mythos.

Und deshalb habe ich gelernt, die Perfektion loszulassen – das unrealistische Ziel viel Zeit mit meinen Kindern verbringen zu können und gleichzeitig Haushaltsfee zu sein, die Erwartung, dass alles immer an seinem Platz sein muss, oder die Wäsche. Hat jeder ein sauberes Laken und ein Outfit für morgen? Dann ist es ausreichend.

Willst du mein Haus glänzend sehen? Dann komm um 22 Uhr vorbei, wenn die Kinder schlafen.

Ich verstehe, dass ich erwachsen bin und manchmal müssen wir Dinge tun, die wir nicht tun wollen. Und manchmal habe ich das Putzen zu lange vor mir hergeschoben und brauche einen ganzen Tag, um alles aufzuholen.

Wenn ich in einer Sache scheitere, dann wäre es mir lieber, wenn es das Haus wäre, als meine Beziehungen zu meiner Familie und Gott. Und wenn das Schlimmste, was über mich gesagt wird, ist: ,Sie hat nie ein sauberes Haus!‘, dann geht es mir ziemlich gut.

Ich zähle weder die Spielzeuge, über die ich auf dem Weg zur Tür steige, noch kann ich sagen, wieviel Wäsche noch zu tun ist, während ich im Garten mitspiele.

Es ist in Ordnung, dass ein sauberes Haus einige Herzen singen lässt und die Reinigung für viele eine Art Therapie zu sein scheint, aber das bin nicht ich. Das bedeutet aber nicht, dass ich meine Zeit nicht damit verbringe, sinnvolle Dinge zu tun und es bedeutet auch nicht, dass ich weniger Mutter oder Frau bin als andere, weil ich nur so viel reinige, wie notwendig. Fakt ist, du würdest sicher nicht von meinem Boden essen wollen, obwohl meine Kinder das mehr als einmal getan haben, aber du könntest dich sicherlich bei mir zuhause entspannt fühlen.

Die besten Tage sind diejenigen, an denen ich am Ende des Tages so müde und erfüllt bin, dass ich eine Ladung Kleidung in die Waschmaschine werfe, hier und da ein wenig fege, aber dann beschließe, dass der Staub auch morgen noch da sein wird.

Es sieht nicht alles gut aus, aber ich verspreche dir, es ist alles gut! 

In einer Phase, in der mein Leben ein Chaos ist, warum sollte da nicht auch mein Haus chaotisch sein?

Wie recht sie hat, oder? Denn ein sauberes Haus ist wichtig, aber sicher nicht das Wichtigste im Leben. Wer sieht das noch so?

Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor vier Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich die einzige Nicht-Mama im Team bin, verbringe ich liebend gerne Zeit mit Kindern.

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