Wer als Kind im Dreck spielen darf, profitiert ein Leben lang davon!

Gute Nachrichten für alle wilden Kinder und deren Mütter: Ab sofort haben wir eine weitere Studie, die wir Eltern ans Herz legen können, wenn sie die Nase rümpfen, weil unsere Kinder sich mal wieder im Matsch gesuhlt oder eng mit dem Hund gekuschelt haben.

Die Tatsache, dass es nützlich ist für das Immunsystem ist, im Dreck zu spielen, ist ja schon lange bekannt. Und wurde jetzt durch eine Forschergruppe aus den USA erneut bewiesen! Jack Gilbert ist der hauptverantwortliche Wissenschaftler, dessen Spezialgebiet mikrobielle Ökosysteme sind.

Als Vater zweier Jungs, die sich gerne dreckig machen, hat er mit seinem Team untersucht, welchen Effekt Mikroben auf kleine Körper haben und die Ergebnisse im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Was er herausgefunden hat, ist nicht überraschend:

Kinder, die viel mit Schmutz in Berührung kommen, haben ein besseres Immunsystem.

Sie erkranken weniger häufig an Asthma und haben weniger Allergien: „Es hat sich herausgestellt, dass die meisten Kontakte zu Keimen vorteilhaft sind“, so Jack Gilbert, der auch ein Buch mit dem Titel „Dreck ist gut“ geschrieben hat.

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Heuschnupfen sei ein Produkt unserer Zeit, sagt der Wissenschaftler. Früher gab es das nicht so häufig: „Früher hat man mehr fermentierte Sachen gegessen, die Bakterien enthalten. Wir haben unseren Kindern erlaubt, regelmäßig im Kontakt mit Tieren, Pflanzen und Erde zu sein.“

Das hat sich allerdings geändert, und wir verbringen mehr Zeit in Zimmern als in Gärten: „Jetzt leben wir drinnen. Wir sterilisieren unsere Oberflächen. Die Immunsysteme werden hypersensitiv.“

Wir putzen, was das Zeug hält – und nehmen unserem Immunsystem damit die Chance auf ein super Training.Foto: Bigstock

Was dann passiert, erklärt er sehr anschaulich: „Wir haben diese kleinen Soldaten-Zellen in unserem Körper, die Neutrophile heißen, und wenn sie zu viel Zeit damit verbringen, herumzuwandern und etwas zu tun suchen, dann werden sie schlecht gelaunt und entzündungsfördernd. Und wenn sie dann etwas sehen, das fremd ist, wie ein Stückchen Pollen, entzünden sie sich explosionsartig. Sie werden total verrückt. Das ist es, was Asthma, Neurodermitis und oft auch Lebensmittelallergien auslöst.“

Damit sind wir schon beim Kern der Problematik angelangt. Geben wir den Neutrophilen unserer Kinder regelmäßig ein bisschen Arbeit, wird ihnen nicht langweilig. Sie gewöhnen sich daran, reagieren nicht beim kleinsten Körnchen über.

Im Klartext heißt das: Kinder dürfen, nein, sie sollten, öfters ein bisschen Sand und Dreck und Erde in den Mund bekommen: „Erlaubt euren Kindern, die Welt zu entdecken. Solange sie geimpft sind, ist das keine Bedrohung und sie werden stärker.“

Das gilt nicht nur für Wiesen und Sandkisten, sondern auch für Haustiere.

Es ist ein Fehler, „sie von Tieren fernzuhalten. Den Hunden und Katzen, aber auch anderen Tieren. Es ist ok, ihre Hände zu waschen, wenn eine Erkältung oder ein Grippevirus herumgeht, aber wenn sie mit einem Hund spielen und der Hund leckt ihnen übers Gesicht, dann ist das keine schlimme Sache. Eigentlich könnte es sogar sehr gut für die Gesundheit des Kindes sein“, so Jack Gilbert.

Dabei beginnt der Prozess nicht erst im Kleinkindalter, sondern schon viel früher: „Eine Studie hat ergeben, dass Eltern, die den [auf den Boden gefallenen] Schnuller ablecken und ihrem Baby wieder in den Mund geben – ihre Kinder entwickelten weniger Allergien, weniger Asthma, weniger Neurodermitis. Insgesamt waren sie gesünder und robuster.“ (Bei diesem Punkt fallen uns allerdings Karies und Zahnfleischprobleme ein, die so weitergegeben werden können…)

Die berühmte Fünf-Sekunden-Regel gibt es übrigens auch nicht: „Es dauert nur Millisekunden, bis Mikroben sich an ein klebriges Stück Marmeladentoast gehängt haben.“ Trotzdem dürfen Kinder das Stück wieder aufheben und weiteressen, zumindest, wenn es nicht gerade in einem Hochrisikogebiet runtergefallen ist.

Rebecca

Schon seit rund einer Dekade jongliere ich, mal mehr, mal weniger erfolgreich, das Dasein als Schreiberling und Mama. Diese zwei Pole machen mich aus und haben eines gemeinsam: emotionale Geschichten!

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