Kennedy sollte wegen Down-Syndrom ins Heim – heute ist sie Top-Model

Kennedy Garcia ist eine erfolgreiche Tänzerin und Model aus Colorado – dass sie das Down-Syndrom hat, spielt in ihrem Leben nur eine untergeordnete Rolle. Dabei glaubte bei ihrer Geburt niemand, dass die junge Frau ein glückliches Leben führen würde. Die Ärzte waren überzeugt, dass Kennedy nur sehr wenig „Lebensqualität” haben würde.

Zum Welt-Down-Syndrom-Tag, der jährlich am 21. März stattfindet, möchten wir euch die Geschichte der jungen Frau erzählen. Ihr Beispiel zeigt deutlich, wie sehr Menschen mit Down-Syndrom noch immer unterschätzt werden. Deswegen ist es wichtig, sie sichtbarer zu machen.

Mutter war 40, als sie mit Kennedy schwanger wurde.

Kennedys Mutter Renee freute sich sehr auf ihr Töchterchen, ihre Schwangerschaft verlief unauffällig. Doch direkt nach der Geburt erfuhr sie, dass ihr Mädchen das Down-Syndrom hat: „In der Nacht, in der Kennedy geboren wurde, wurde mir das Herz gebrochen, als ich erfuhr, dass sie an dieser Krankheit leidet. Das passierte, weil ich nur ein negatives, düsteres Bild von Ärzten und Krankenschwestern bekam, die absolut keine Ahnung hatten, was die Zukunft meines Kindes wirklich bereithalten würde.”

Das medizinische Personal war überzeugt, dass Kennedy auch als Erwachsene noch Windeln tragen müsste und am besten in einem Heim aufgehoben wäre. Sie bereiteten ihre Mutter darauf vor, dass das Mädchen nur wenig Lebensqualität haben würde. Ein Arzt empfahl Renee sogar, das Baby zur Adoption freizugeben. Renee war am Boden zerstört, aber sie wollte ihre Tochter auf keinen Fall aufgeben.
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Nur Renees Hebamme glaubt an eine glückliche Zukunft für Kennedy

Am nächsten Tag gab Renees Hebamme ihr ein wenig Hoffnung: Sie sagte Renee, wie wunderschön ihr Mädchen sei. Sie hatte selbst ein Kind mit Down-Syndrom, das damals schon ein eigenständiger Teenager war. Das war für Renee damals ein kleiner Hoffnungsschimmer, der ihr Mut machte. Inzwischen ist Kennedys Geburt 15 Jahre her, aus dem kleinen Baby ist eine junge Frau geworden, die allen beweist, wie falsch die Ärzte damals lagen.

Kennedy ist heute ein glückliches Mädchen, das kürzlich seinen Schulabschluss gemacht hat. Seit Kurzem hat die 15-Jährige auch ihre erste Beziehung: Mit Freund Matthew zeigt sie sich glücklich verliebt auf ihrem Instagram-Account. Doch das ist bei Weitem nicht alles: Kennedy tritt erfolgreich bei großen Tanzwettbewerben an und ergattert immer wieder beeindruckende Modeljobs für bekannte Marken.

„Ihr liegt die Welt zu Füßen.”

Sie hat so viel Freude und Fröhlichkeit in unser Leben gebracht und ist zu einer großartigen und lustigen jungen Frau geworden, der die Welt zu Füßen liegt”, schwärmt Mama Renee von ihrer Tochter.

Ihr Kind ist sogar so erfolgreich, dass Renee und ihr Mann sich entschieden haben, ihr Esszimmer in ein kleines Tanzstudio umzuwandeln, damit Kennedy zuhause besser trainieren kann. Wenn sie nicht gerade dem Tanzen, ihrer ersten großen Leidenschaft nachgeht, dann fliegt die 15-Jährige quer durch die USA, um ihrer zweiten großen Leidenschaft nachzugehen: Dem Modeln. 

Renee ist schockiert darüber, wie schlecht die Ärzte damals informiert waren

„Das ist das gleiche Kind, von dem die Ärzte gesagt haben, dass wir sie besser in ein Heim geben sollen. Es ist schockierend, dass sie alle so schlecht über das Down-Syndrom informiert waren. Und es ist traurig, dass ich so viel Kummer hatte, weil mir eingeredet wurde, dass Kennedy die ‚normalen‘ Meilensteine des Lebens nie erreichen würde.”

Um anderen Eltern diese Erfahrung zu ersparen, ist Renee an Kennedys erstem Geburtstag noch einmal in das Krankenhaus zurückgekehrt und hat dort ein Paket für alle Mamas von Kindern mit Down-Syndrom hinterlassen. Darin befinden sich Kopien von Büchern, die Renee damals geholfen haben und niedliche Strampler, die die besonderen Babys feiern und den Eltern Mut machen.

Die meisten Eltern entscheiden sich gegen ein Kind mit Down-Syndrom

Kennedy ist nur eines der vielen positiven Beispiele, wie schön das Leben mit Down-Syndrom sein kann. Vielen Eltern fällt die Entscheidung für ein Kind mit Down-Syndrom, auch Trisomie-21 genannt, schwer. Oft ist es auch das Umfeld, dass sie nach einer Diagnose massiv verunsichert. So erging es auch Mama Stefanie, ihre Geschichte könnt ihr HIER nachlesen.

Seit einiger Zeit ist der Trisomie-21-Test, der anzeigt, ob das Baby betroffen ist, eine Kassenleistung, was dazu führt, dass er vermehrt in Anspruch genommen wird. Verständlich, dass werdende Eltern einschätzen möchten, was auf sie zukommt. Doch Kritiker fürchten, dass sich aufgrund des Tests noch mehr Mütter gegen das Baby entscheiden. Schon jetzt entschließen sich 9 von 10 Schwangeren dazu, einen Abbruch bei einer Trisomie durchführen zu lassen. Der Grund dafür sind häufig Vorurteile und Ängste.

Dabei zeigen Menschen wie Kennedy, dass die Anzahl der Chromosomen nicht ausschlaggebend dafür ist, ein eigenständiges und vor allem glückliches Leben zu führen.

Lena Krause
Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und übe mich als Patentante (des süßesten kleinen Mädchens der Welt, versteht sich). Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert. Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach! Bevor ich bei Echte Mamas gelandet bin, habe ich Literatur und Medienwissenschaften studiert und nebenbei in einer Agentur als Texterin gearbeitet. Danach habe ich im Lokaljournalismus angefangen und sogar mit meinem Team den „Vor-Ort-NRW-Preis” gewonnen. Die große Nähe zu Menschen und Lebensrealitäten habe ich dort lieben gelernt und das lasse ich jetzt in unsere Echten Geschichten einfließen. Die sind mir nämlich eine Herzensangelegenheit, genauso wie die Themen Vereinbarkeit, Female Empowerment und Psychologie.

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MamaOfFour
MamaOfFour
1 Monat zuvor

Hmm, ja, es gibt positive Beispiele für Menschen mit trisomie.
Aber es gibt durchaus auch die Fälle bei denen die negativen Auswirkungen des überzähligen Chromosoms stärkere Einschränkungen deutlich machen. DAS heißt nicht, dass ihr Leben weniger wert wäre. Aber es gibt eben dennoch auch das Risiko gesundheitlicher Einschränkungen. Das lässt sich nicht weg diskutieren.

Leider weiß man nicht welches Päckchen Pralinen man bekommt. Aber das weiß man ja auch bei einem Kind OHNE Genanomalie auch nicht. 😉

Und ob getestet und dann abgetrieben wird, muss jede Familie für sich entscheiden. Ich hätte es nicht getan und danke für diesen Artikel!

❤️Mehr Sichtbarkeit für Menschen die nicht dem 0815 Schema entsprechen ❤️