Kein Hautkontakt mit Mama: WHO befürchtet Corona-Folgen für Frühchen

Hautkontakt mit Mama und Papa ist für Babys, die zu früh das Licht der Welt erblickt haben, unheimlich wichtig.

Das ist schon lange bekannt. Und so wird für Frühchen und Neugeborene mit geringem Gewicht die Känguru-Methode empfohlen, bei der das Kind über Stunden auf dem nackten Oberkörper der Mutter oder des Vaters liegt.

Skin to Skin Contact is not „new“,but Sweden certainly leads the way in making this care family -friendly even for very…

Gepostet von NINO Birth am Samstag, 14. Mai 2016

Studien haben gezeigt, dass die Brust der Eltern die Temperatur der Kleinen besser reguliert als ein Inkubator. Haut-an-Haut-Kontakt hilft Babys, besser zu atmen. Das Kinder werden ruhiger und nehmen schneller zu. Zudem senkt die Bakterienflora der Eltern – im Gegensatz zu den Krankenhaus-Bakterien – die Gefahr ernsthafter Infektionen.

Wenn die Kleinsten unter den Kleinen dann auch noch Muttermilch bekommen können, kann das laut World  Health Organization (WHO)  ihr Sterberisiko um bis zu 40 Prozent reduzieren.

Wie bei so vielen wichtigen Themen heißt es nun aber: „Und dann kam Corona.“

Und hat dieser wunderschönen, wirksamen Therapie vielerorts einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn in vielen Ländern wird der oft lebenswichtige Körperkontakt aktuell eingeschränkt, wie u. a. RTL berichtet. Das zeigt eine internationale Umfrage unter Krankenschwestern und Medizinern, bei der zwei Drittel von 1120 Befragten angab, dass sie bei positivem Corona-Test oder ungeklärtem Status Mütter nach der Geburt von ihren Babys trennen würden.

Die WHO spricht sich ganz klar gegen diese Einschränkungen aus.

Der medizinische Nutzen der Känguru-Methode sollte nicht außer Acht gelassen werden! In einer Modellrechnung kam die UN-Behörde dann auch zu einem deutlichen Ergebnis: Das Sterberisiko durch das Aussetzen der kuscheligen Maßnahmen ist mindestens 65-mal höher als das Risiko, dass sich Kinder durch den Kontakt eine tödliche Corona-Infektion zuziehen. 

WHO-Expertin Ornella Lincetto, die auf einer Pressekonferenz die Ergebnisse präsentierte, hatte aber noch ein weiteres, nicht zu vergessenes Argument, die Känguru-Methode auch in der Pandemie zuzulassen: Das Kuscheln erhöhe nicht nur die Überlebenschancen der Frühchen, es reduziere auch drastisch den Corona-Stress der Eltern.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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