Jobs für Mama? Die gibt es – und hier findet ihr sie

„Dass diese Tatsache mein Berufsleben so durcheinander bringen würde, hätte ich allerdings nicht gedacht.“ Dieser Satz stammt von Sandra Westermann. Die „Tatsache“, von der sie hier spricht, war ihre Schwangerschaft. Denn sie hat erlebt, was so viele Mütter erleben: Nachdem sie Mama geworden war, hing Sandras berufliche Zukunft plötzlich in der absoluten Schwebe – trotz jahrelanger Berufserfahrung und einer bis dato beachtlichen Karriere. Jobs für Mama? Schwer zu finden.

Hier erzählt Sandra, wie sie die Jobsuche als Mutter regelrecht zermürbte – und sie zu ihrem persönlichen Happy End „zwang“: zur Gründung ihres eigenen Unternehmens. Und dieses basiert auf einer genialen Idee, von der wir alle profitieren könnten.

Um familienfreundliche Unternehmen und qualifizierte Eltern zusammenzubringen, rief sie nämlich eine Jobbörse für Mütter ins Leben: Superheldin. Dort sollen Mamas nicht mehr lange suchen müssen, sondern direkt mit familienfreundlichen Unternehmen in Kontakt treten können. 

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Jobs für Mama? Die gibts hier! Logo: PR

Aber lassen wir doch Sandra am besten selbst erklären, wie das funktioniert.

Sandra, wie entstand denn überhaupt die Idee zu „Superheldin“?

„Ich habe eine Ausbildung, einen Master, 15 Jahre Berufserfahrung und bis zu dem Zeitpunkt meiner Schwangerschaft hatte ich auch eine Karriere. Die anschließende Jobsuche hat sich dann jedoch so schwierig dargestellt, dass ich beschloss, noch eine Weiterbildung zu machen, um meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Durch einige Zufälle habe ich danach einen Arbeitgeber gefunden, der mir die Möglichkeit gab, sehr flexibel zu arbeiten. Es hieß: „Mach Deine Arbeit! Wo, wie und wann ist egal.“ Also habe ich mit meinem Team gesprochen, wir hatten feste Meetingzeiten mit Präsenzpflicht und dank diverser Cloud-Systeme einen funktionierenden Workflow. Da ich aus einer Branche komme, in der befristete Verträge Normalität sind, war aber auch diese für mich ungemein befriedigende Zeit irgendwann vorbei.

Eine Erkenntnis habe ich damals aber mitgenommen: Es ist möglich zu arbeiten, mein Kind aus der Kita abzuholen und am Abend weiter zu arbeiten. Und es gibt Arbeitgeber, die dieses Modell unterstützen.“

Arbeiten trotz Kindern? Wir Superheldinnen schaffen das! Foto: Bigstock

Das Wissen um die Existenz solcher Arbeitgeber half ihr bei der erneuten Jobsuche jedoch nicht weiter. Sandra fand auch keine passende Jobbörse, die ihre Fähigkeiten mit Stellen, die für Mütter wirklich in Frage gekommen wären, verknüpfte. Jobs für Mama? Kaum offiziell zu finden.

Da kam ihr erstmals die Idee in den Sinn, dass eine Jobbörse für Mütter mit flexiblen Arbeitszeiten eine echte Marktlücke sein könnte!

Was folgte, waren viele Gespräche und Überlegungen mit ihrem Umfeld und anderen Müttern. „Ich denke, rund ein Viertel der Mütter mit denen ich gesprochen habe, sind nach der Elternzeit zu ihrem alten Arbeitgeber zurückgekehrt und konnten ihre Arbeitszeiten an die Kita-Öffnungszeiten anpassen. Toll! Aber ich habe mich auch viel mit frustrierten Müttern unterhalten, die ihren Job verloren haben. Einigen wurde auch direkt ins Gesicht gesagt, dass es mit Kind und Job schwierig sei.“

Ihre größte Erkenntnis nach all diesen Gesprächen: Es gibt familienfreundliche Unternehmen, die Mitarbeiterinnen suchen – und arbeitserfahrende und motivierte Mütter, die keine Arbeit finden, die ihren Qualifikationen entspricht. Aber eben keine Plattform, auf der sie sich finden.“

Dann fasst Sandra ihren ganzen Mut zusammen: „Eines Tages habe ich, nachdem ich mein Kind ins Bett gebracht hatte, mein erstes Konzept für meine Jobbörse geschrieben.“ Die Grundidee für „Superheldin“ war geboren. Im Mai 2019 ging das Jobportal online.

Die typischen Schwierigkeiten für Mütter auf Jobsuche

„Ich denke, jede Mama macht ihre eigenen Erfahrungen mit der neuen Situation ,Kind und Karriere‘. Es gibt in meinem Umfeld sowohl positive als auch negative Beispiele.

Ich persönlich hätte übrigens niemals gedacht, dass es mich auch mal eiskalt erwischen würde. Dass es in der heutigen Zeit überhaupt eine Schwierigkeit sein könnte, in meinen Job zurückzukehren. Meiner Meinung nach ist es eine Mischung aus den Erwartungen einer Mutter, die nach der Elternzeit zurückkehren will, auf der einen und den Erwartungen eines Arbeitgebers an eine Mitarbeiterin auf der anderen Seite.

Im besten Fall deckeln sie sich und der Arbeitgeber freut sich einfach, dass er eine wertvolle Mitarbeiterin wieder begrüßen kann. In anderen Fällen liegen die Erwartungen zu weit auseinander und die Strukturen in einigen Betrieben sind noch zu starr.

Multitasking? Kein Problem! Als Mama lernt man, wahnsinnig flexibel zu sein. Das müssen Arbeitgeber verstehen lernen. Foto: Bigstock

Denn natürlich müssen Jobs für Mama anders aufgebaut sein als vor dem Kind.

Ihr Job ist um 14, 16 oder 18 Uhr noch nicht unbedingt vorbei, wenn sie die Büro-Tür schließen. Aber sie müssen sie schließen, um ihr Kind abzuholen. Das heißt aber auch nicht, dass viele Frauen nicht bereit sind, noch weiterzuarbeiten, wenn das Kind im Bett ist.

Natürlich kann das Kind auf einmal krank werden, es muss in die Kita oder die Schule und vielleicht auch mal spontan abgeholt werden. Das sind aber keine unüberwindbaren Hindernisse. 

Man muss sich einfach mal vorstellen, dass eine Frau eine Ausbildung macht oder studiert, jahrelange Berufserfahrung sammelt, dann ein Kind bekommt und in der Berufswelt ,nicht mehr ernstgenommen‘ wird. Nur weil Unternehmen sich einfach nicht auf die Bedürfnisse einer Mutter einstellen.“

Arbeit für Mütter: Wodurch zeichnen sich familienfreundliche Unternehmen aus?

„Familienfreundliche Unternehmen zeigen sich in Situationen, wenn Eltern spontan auf familienrelevante Themen reagieren müssen: Das Kind muss spontan abgeholt werden, es ist krank oder die Kita hat geschlossen.

In diesen Situationen müssen alle Betroffenen ein bisschen Flexibilität mitbringen.

Es gibt in der heutigen Zeit von Handy, Laptop, diversen Apps und Tools so viele Möglichkeiten, von außerhalb des Büros zu arbeiten.

Wenn ein Chef seinen Mitarbeitern vertraut und am Ende das Ergebnis stimmt, sollte es auch kein Problem sein, flexible Arbeitsmodelle für Mütter anzubieten.“

Foto: Bigstock

Die gute Nachricht: Familienfreundlichkeit ist keine Ausnahme. Man muss sie aber finden!

„Was wir von Superheldin feststellen konnten ist, dass es tatsächlich sehr viele Unternehmen gibt, die familienfreundlich arbeiten. Viele sind offen für neue Arbeitsmodelle oder befinden sich momentan im Umbruch, um die digitalen Möglichkeiten auszuschöpfen und auf ihre Bedürfnisse anzuwenden.

Auch ich habe gewusst, dass es diese Unternehmen gibt, aber keinen Ort gekannt, an dem ich sie finde. Superheldin ist ja genau deswegen gegründet worden.

Ich denke, jedes Unternehmen kann familienfreundlich sein, wenn es sich darauf einlässt, unabhängig von der Größe.“

Und, welche Erlebnisse hattet ihr bei der Jobsuche als Mama? War es ganz easy oder auch eine echte Herausforderung?

 

Wir danken Jana Krest für diesen Text.

 

 

Sandra Westermann

Mutter, CEO und Gründerin von „Superheldin“

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