Ist das noch zeitgemäß? Diese Kinderfilme sind an Karfreitag verboten

Vom Tanzverbot an Karfreitag, das seit vielen Jahren immer wieder heiß diskutiert wird, haben die meisten sicherlich schon gehört. Aber wusstet ihr, dass auch hunderte Filme an diesem Feiertag verboten sind? Und darunter sind auch einige Kinderfilme. Aber warum? Kleiner Spoiler: Vermutlich wird es euch das Verbot nicht sonderlich berühren.

Karfreitag ist ein „Stiller Feiertag“

Für sogenannte stille Feiertage gelten in Deutschland strenge Regeln, was erlaubt ist und auf was an diesen Tagen verzichtet werden sollte. Damit soll dafür gesorgt werden, dass das „religiöse und sittliche Empfinden“ der Menschen nicht gestört wird. Deshalb gilt der Karfreitag tatsächlich auch als der Feiertag mit den bundesweit strengsten Regeln. Denn schließlich gedenken an diesem Tag Millionen Christen auf der ganzen Welt Jesus‘ Tod am Kreuz.

Tanzen, feiern, Großveranstaltungen, laute Musik und lustige Filme sollen da nicht stören oder von der stillen Einkehr ablenken. Wie streng die Regeln an stillen Feiertagen wie z.B. auch am Volkstrauertag oder Totensonntag ausgelegt werden, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland.

Verbotene Film-Liste seit 1980 – Zu viel Spaß & Unterhaltung?

Natürlich sind nicht alle Filme an Karfreitag verboten. Deshalb prüft die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft), die im Übrigen auch über die Altersfreigaben von Filmen entscheidet, welche Filme als feiertagstauglich gelten – oder eben nicht. Seit 1980 sind deshalb fast 800 Filme auf der Liste der verbotenen Unterhaltung an Karfreitag gelandet. Darunter sind z.B. Horrorfilme und Werke wie „Das Leben des Bryan“, der sich bekanntlich eher humoristisch mit Jesus auseinander setzt. Warum bestimmte Kinderfilme nicht erlaubt sind, wundert einen da schon eher.

Diese Kinder-Filme sind an Karfreitag verboten:

  • „Kalle Blomquist“
  • „Lotta zieht um“
  • „Heidi in den Bergen“
  • „Louis der Spaghettikoch“
  • „Mary Poppins“
  • „Max und Moritz“
  • „Käpt’n Blackbeard’s Spuk-Kaschemme“
  • „Didi Hallervorden – Alles im Eimer“
  • „Durchs wilde Kurdistan“
  • „Nick Knatterton’s Abenteuer“

Die große Entwarnung

Keine Sorge, falls ihr jetzt denkt, dass ihr an Karfreitag etwas Unrechtes tut, wenn ihr unbedingt einen der obigen Filme mit euren Kindern schauen wolltet. Das Verbot bezieht sich tatsächlich nur auf öffentliche Vorführungen, wie z.B. im Kino und gilt nicht für Streamingdienste, DVDs oder Blu-Rays. Mal ganz davon abgesehen, dass bei euch sicherlich niemand durch die Gardinen spinksen wird, was auf euren Bildschirmen läuft.

Aber wieso sind die Filme auf der Liste?

Die FSK räumt mittlerweile selber ein, dass einige Einstufungen von Filmen teilweise schon Jahrzehnte alt sind und nie überarbeitet wurden. Mittlerweile würden aufgrund der sich verändernden Wert- und Normvorstellungen in der Gesellschaft wesentlich weniger Filme auf die Liste gesetzt als z.B. noch in den 80er Jahren.

Die Kinderfilme seien demnach größtenteils aus Versehen auf der Liste gelandet. Eine Feiertagsfreigabe muss nämlich extra beantragt werden. Wird das nicht gemacht, landet ein ungeprüfter Film automatisch auf der „Schmuddelliste“ – sogar so ein harmloser Klassiker wie „Heidi“.

Jana Krest
Obwohl ich ein absolutes Kind vom Land bin, lebe ich schon seit einigen Jahren glücklich in Hamburg. Ich habe zwar noch keine eigenen Kinder, aber dafür hatte ich während meines Studiums den besten Nebenjob der Welt: Auf die süßen Kinder von anderen aufpassen. Nachdem ich Echte Mamas zunächst als Praktikantin kennengelernt hab, freue ich mich umso mehr, nun als Redakteurin zurück zu sein! Und wenn ich nicht gerade hier bin, dann verbringe ich am liebsten Zeit mit meiner Familie und meinen kleinen Nichten, gehe zu Konzerten oder power mich an der frischen Luft aus.

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