„Impf mich, ich bin dein Kind!“

Das ist ein Blog-Beitrag von „Das Deifelinchen“ – ein Blog mit interessanten und unterhaltsamen Artikeln, die immer eine klare Meinung haben und dazu ehrlich und sympathisch sind:

„Eigentlich bin ich ja ein sehr toleranter Mensch. Aber auch auf die Gefahr hin, dass ich nun doch ein bisschen wie eine Dinkel-Mutti klinge: Es gibt ein paar wenige Dinge, über die lasse ich nicht mit mir diskutieren – über die Anschnallpflicht im Auto zum Beispiel.

Oder übers Impfen.

Während es den meisten Leuten bei der Anschnallpflicht einzuleuchten scheint, dass der möglicherweise zu erleidende Schaden, wenn man sich NICHT anschnallt und einen Unfall hat, potentiell viel größer ist als der unwahrscheinliche Fall, dass man unangeschnallt ohne Blessuren davonkommt, sieht das beim Impfen schon ganz anders aus.

So kleine Viren und deren Folgen sind halt auch nicht so gut zu visualisieren wie eine zerborstene Frontscheibe und einen fünf Meter entfernt liegenden, schwer verletzten Autofahrer. Und auch nicht so viel in den Medien wie der tägliche Horror-Crash auf der Autobahn.

Da kann man nur hoffen, dass die Gefahren aktueller Masern-Wellen in der Öffentlichkeit auch mal so hohe Wellen schlagen – und die Leute zum Nachdenken bringen.

Wie kann es sein, dass in einer zivilisierten Welt, in der wirklich jeder Mensch Zugang zu durch neutrale Institutionen erarbeiteten Informationen hat, es immer noch (und aktuell ja auch wieder zunehmend) Leute gibt, die zwar die Inhaltsstoffe eines Starbucks-Kaffees runterbeten können, sich aber auf Halbwissen zum Thema Impfungen verlassen?
Ja, es gab zum Beispiel diese Studie zu Impfen und Autismus, aber sie ist inzwischen wissenschaftlich widerlegt. Es gibt zum Beispiel auch keine Belege eines unabhängigen Instituts, der einen Zusammenhang zwischen Aluminium in Impfstoffen und einer speziellen Art einer Muskelentzündung bestätigt.

Möchte also jemand wegen des äußerst geringen Restrisikos beim Impfen – das übrigens jede medizinische Behandlung mit sich bringt, selbst eine Zahnreinigung oder die Anti-Baby-Pille – die ganzen Vorteile wie die Verhinderung schwerer Krankheiten im großen Stil missen?

Während es mir egal ist, wenn sich Impfgegner unangeschnallt in ihr Auto setzen (nicht weil ich ihnen einen Unfall wünsche, sondern weil mich die Auswirkungen der Fahrlässigkeit nicht persönlich betreffen), ist es mir absolut ganz und gar nicht egal, dass sie ihre Kinder nicht impfen lassen.

Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie man eine der größten medizinischen Errungenschaften des vorigen Jahrhunderts so ignorieren und verteufeln kann:

Die Ausrottung von vielen tödlichen Krankheiten in Mitteleuropa, kaum noch Langzeitschäden durch zum Beispiel Masern oder Kinderlähmung, und so viele Millionen Menschen, die durch Impfungen überhaupt erst älter als drei werden können, weil sie nicht vorher schon von irgendeiner Seuche dahingerafft werden. Sind das keine belastbaren Fakten? Sind das keine schlagenden Beweise für die Wirksamkeit von Impfungen? Sind das alles Fake News?

Ich leide übrigens auch wie ein Hund, wenn meine Kinder spätestens bei der zweiten Impfung begriffen haben, dass die Spritze schmerzen kann, sie jammern und Angst haben. Aber ich bin bei ihnen und kann sie trösten. Ich leide genauso, wenn sie fiebern, drei Tage matt und krank sind. Aber ich bin bei ihnen und kann sie pflegen. Ich weiß, es geht vorbei.

Ich habe immer im Hinterkopf: Was wäre die Alternative? Ein Kind, vielleicht an die Masern verloren, das andere mit Pockennarben übersät? Dann lieber drei Tage Fieber und gut ist.

Um das noch klarzustellen: Ich begrüße das Gesetz zur Informationspflicht beim Kinderarzt. Es ist ganz nett. Aber es reicht nicht.

Wir brauchen eine Impfpflicht.

Wer jetzt schreit: „Das verletzt meine Persönlichkeitsrechte! Die sind unantastbar!“, der höre jetzt mal gut zu: DU verletzt MEINE Persönlichkeitsrechte. Und viel schlimmer: die meiner Kinder.

Mit deiner Impfverweigerung torpedierst du den allerwichtigsten Aspekt und größten Vorteil, den uns die Massenimpfung beschert hat: den Herdenschutz. Mit jedem nichtgeimpften Kind unterzeichnest du ein Todesurteil für einen Menschen, der nicht geimpft werden KANN, weil er zum Beispiel ein geschwächtes Immunsystem durch Krankheit hat, weil er noch zu klein oder schon zu alt ist, um geimpft zu werden. Oder weil er trotz Impfung keine Antikörper bilden kann. Selten, aber das gibt es. Für diese Menschen ist es überlebenswichtig, dass die Gesellschaft um sie herum durchgeimpft ist.

IMPFEN IST NICHT NUR EINE PERSÖNLICHE, SONDERN AUCH UND BESONDERS EINE GESELLSCHAFTLICHE PFLICHT! LASST EURE KINDER IMPFEN!

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog „Das Deifelinchen“:

 

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Dieser Artikel beleuchtet das Thema Impfen aus der Sicht des Blogs „Das Deifelinchen“ und gibt eine persönliche Meinung wider.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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