„Ich liebe meine Mutter nicht und möchte es auch nicht mehr versuchen.”

„Schon jetzt höre ich euch fragen: ‚Bist du sicher, dass du deine Mutter nicht liebst? Nicht mal ein ganz kleines bisschen?‘ Aber meine Antwort bleibt: Nein, ich liebe sie nicht und ich will mich deswegen auch nicht schlecht fühlen. Denn sie hat mich auch nie geliebt. Und das kann ich sagen, obwohl oder gerade weil ich selbst inzwischen Mama bin.

Meine ganze Kindheit lang habe ich gehofft, dass meine Mama mich irgendwann lieb hat.

Natürlich habe ich meine Mutter damals abgöttisch geliebt und zu ihr aufgesehen, aber inzwischen habe ich losgelassen. Dabei kenne ich sehr viele Erwachsene, die ihr ganzes Leben darauf ausrichten, dass sie endlich die Anerkennung und Liebe ihrer Eltern bekommen, die ihnen schon in der Kindheit nicht zu teil wurde.

Nach 24 Jahren spürte ich einfach, dass es so nicht weitergehen kann und zum ersten Mal in meinem Leben stellte ich fest, dass ich meine Mama eigentlich auch nicht mehr liebe. Und das ist okay. Wie könnte ich sie lieben, wenn sie das nie zugelassen hat? Wie viele Menschen, die in einer toxischen Beziehung festhängen, hatte ich eigentlich nur die Idee von dem geliebt, was sein könnte.

Wenn ich mit Außenstehenden darüber spreche, verstehen sie mich meistens nicht.

Sie versuchen, sich in mich hineinzuversetzen und scheitern daran. Schließlich haben die meisten anderen Menschen eine positive Beziehung zu ihrer Mutter erlebt, sie können sich nichts anderes vorstellen, als von ihr geliebt zu werden und sie zu lieben.

Doch meine Mutter ist nicht wie die anderen Mütter. Sie ist nie wie eine Mutter gewesen, ich war eigentlich immer die Mütterliche von uns beiden. Ich habe versucht, mich um sie zu kümmern, sie zu beschützen und sie bei Laune zu halten. Ständig habe ich mir Entschuldigungen für ihr rücksichtsloses Verhalten überlegt und sie trotz allem, was sie mir angetan hat, geliebt. Aber es war keine gesunde Liebe, sondern eine aus Verzweiflung und Angst und Pflichtgefühl.

Immer hatte ich das Gefühl, dass ich nicht gut genug bin.

Wenn ich sie lange genug Liebe, gegen alle Widerstände, dann würde sie mich irgendwann zurücklieben – das habe ich lange geglaubt. Denn meine Mutter konnte durchaus lieb sein, aber leider nur dann, wenn sie etwas von mir wollte. Diese ungesunde Beziehung war durchgehend schmerzhaft für mich und hat mich eine zeitlang meine eigene psychische Gesundheit gekostet. Trotzdem habe ich ihr immer wieder verziehen, sogar mich selbst für sie geändert.

Rückblickend erkenne ich, dass ich sie wie ein Kind behandelt habe und immer wieder die Verantwortung für ihre Fehler übernommen habe. Ich war wie eine Helikopter-Mutter für meine eigene Mutter. Vielleicht ist es sogar teilweise meine Schuld, dass sie bis heute so eine schreckliche, anstrengende, undankbare Person ist. Auch wenn meine Absicht gut war, habe ich mit meinem Verhalten ein Monster erschaffen.

Aber ich war ein Kind. Ihr Kind.

Und ich habe mich so verhalten, weil sie mich dazu gedrängt hat. Manchmal mit leeren Versprechungen, manchmal mit physischer und psychischer Gewalt. Ich dachte immer, ich würde das Richtige tun, wenn ich mal wieder ihre Fehler ausbügelte und für sie Ausreden erfand. Und es schwang immer die Hoffnung mit, dass sie mich vielleicht endlich so lieben würde, wie die anderen Mütter ihre Töchter, wenn ich mache, was sie will.

‚Du sollst Vater und Mutter ehren‘, so steht es schon in der Bibel. Aber gilt das auch, wenn dir das nur Schmerzen bringt? Warum sollte ich meine Mutter ‚ehren‘, wenn sie mir nie ein gutes Vorbild war? Das Schlimmste für mich ist, dass meine Mutter selbst keinerlei Reue zeigt.

Auch wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, gab es nie Momente, in denen ihr leid tat, was sie mir angetan hat.

Der Tiefpunkt unserer Beziehung war vermutlich erreicht, als sie uns wissentlich in die Reichweite eines Kinderschänders brachte und meine Schwester und ich von diesem missbraucht wurden.

Obwohl deutlich sichtbar war, wie sehr meine Schwester und ich darunter litten, selbst dann noch, als der Mann im Gefängnis war, bekamen wir von ihr nie ein Zeichen des schlechten Gewissens. Ebenso wenig entschuldigte sie sich, wenn sie uns mal wieder grundlos schlug oder uns zutiefst verletzende Dinge an den Kopf geworfen hatte. Nicht einmal, als ich sie als Erwachsene mit all dem konfrontierte, zeigte sie Reue.

Nun habe ich selbst Kinder und spüre zum ersten Mal diese tiefe, bedingungslose Liebe.

Aber mit ihr kommt noch ein anderes Gefühl: Die Schuld. Ich glaube, viele Mamas kennen es, dass man sich ständig schuldig fühlt und Angst hat, etwas falsch zu machen. Nun, meine Mutter scheint völlig frei davon. Stattdessen war in ihren Augen immer ich die Schuldige. Zum Beispiel, als ich einmal als Zwölfjährige eine Panikattacke bekam, weil sie mich mal wieder fertig machte.

Als ich begann panisch nach Luft zu schnappen und unter ihren Beleidigungen zu Boden sank, meinte sie nur, dass ich nicht immer so ein Drama machen soll. Ich sei einfach überempfindlich. Obwohl es für Außenstehende wahrscheinlich kaum zu glauben ist, waren diese offensichtlichen Attacken noch nicht einmal das, was am meisten wehgetan hat. Denn am meisten schmerzte mich das, was nicht da war: Unterstützung, Empathie, Interesse oder Umarmungen.

Trotzdem habe ich ihr immer vergeben und lange versucht, sie zu lieben.

Aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich das einfach nicht mehr konnte. Und das ist etwas, was Außenstehende ebenfalls nicht verstehen: Es ist keine Entscheidung, dass man seine toxischen Eltern nicht liebt, es fühlt sich eher so an, als hättest du keine Wahl, wenn du überleben willst.

Als ich noch um ihre Liebe gekämpft habe, war ich sehr labil. Oft fragte ich mich, wie ich weiterleben soll, wenn das Leben so grausam ist. Seitdem ich mir erlaube, sie nicht mehr zu lieben, habe ich meine Kraft zurück. Mir ist eine wahnsinnige Last von den Schultern gefallen und das gibt mir neue Energie. Jetzt habe ich eine eigene Familie, die meine Liebe braucht. Warum sollte ich also nur ein kleines bisschen davon an jemanden verschwenden, der sie nicht verdient?

Ich liebe meine Mutter nicht, weil ich mich selbst zu sehr liebe, um ihr noch einmal zu erlauben, mich zu verletzen.”


Vielen Dank, liebe Sandra, dass Du Deine Geschichte mit uns geteilt hast. Wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!

WIR FREUEN UNS AUF DEINE GESCHICHTE!
Hast Du etwas Ähnliches erlebt oder eine ganz andere Geschichte, die Du mit uns und vielen anderen Mamas teilen magst? Dann melde Dich gern! Ganz egal, ob Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Mamaleben, besonders schön, ergreifend, traurig, spannend oder ermutigend – ich freue mich auf Deine Nachricht an [email protected]

Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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Elisabeth Heider
Elisabeth Heider
4 Monate zuvor

Ich habe die gleiche Erfahrung gemacht. Als ich streben lang und ist mein Vater den nächsten Tag ins Krankenhaus gekommen und hat gesagt deine Mutter kann nicht kommen Sie muss Erdbeeren pflücken.. Die Erdbeeren waren wichtiger als ihre eigene Tochter.. Und vieles mehr sie möchte immer alles mit Geld gut machen.. Aber ich habe mich jetzt von meinen Eltern gelöst und habe keinen Kontakt mehr zu ihnen und mir geht es jetzt besser..

Momo
Momo
5 Monate zuvor

Ich bin gerade auf diesen Artikel gestoßen und mir geht es sehr ähnlich mit meiner Mutter. Sie hat mich nicht geschlagen…aber ich hatte immer das Gefühl nicht gut genug für sie zu sein. Sie hat mir ständig vorgehalten wie ihre Noten waren in meinem Alter, hat mir auch ihre Zeugnisse unter die Nase gerieben um mir zu beweisen, dass sie besser war und ich mich nicht genug anstrenge. Sie hat tagelang nicht mit mir geredet, wenn ich in ihren Augen etwas falsch gemacht habe. Sie hat sich auch nie bei mir entschuldigt wenn sich rausstellte, dass sie falsch lag. Ich habe vor einigen Wochen 2 Briefe von ihr bekommen in denen für mich sehr deutlich wurde, dass sie mich inzwischen nur noch als Eindringling ansieht. Ich bin aber auch die einzige in der Familie, die ihr die Stirn bietet und ihr die Meinung sagt. Ich habe selber zwei Kinder und merke hin wieder, wie schlechte Verhaltensweisen gegenüber meinen Kindern durchkommen, die sie uns gegenüber gezeigt hat. Ich versuche da sehr an mir zu arbeiten, denn auf keinen Fall will ich wie sie werden. Ich liebe meine Mutter nicht. Sie hat mich zur Welt gebracht, aber sie tut als müsse ich dankbar dafür sein atmen zu dürfen…

Sandy
Sandy
5 Monate zuvor

Und noch eine Sandra,
zunächst freue ich mich, all diese Kommentare zu lesen, die mich trösten. Das Schlimme bei mir (58) ich habe meine Mutter sehr geliebt, bis ich 8 Jahre alt wurde und den,, wahren Kern,, langsam anfing zu begreifen, der in ihr,, schlummert,, aber immer stärker heraus kam. Meine Mutter, jetzt 89,Fotografin und fit wie ein Turnschuh ist sehr, sehr, sehr eifersüchtig und das mit DOPPEL ADHS… Bis ich das raus hatte, ist viel passiert… Selbstmordversuche en Masse und diese IMMER mit großer Ankündigung und Abschiedschreiben. Die haben mir am Meisten zugesetzt… Es heißt ja, im Alter wird man gelassener, das passt leider nicht. Ich habe mir helfen lassen, von einer Therapeutin. Ich bin hingegangen, mit den Worten : Ich muss sie ja lieben, sie ist meine Mutter, aber ich mag sie nicht… Darauf konnten wir aufbauen. Ich habe noch zwei Geschwister.. Da ich immer das SEELCHEN war, mit der man alles machen konnte, war ich am meisten betroffen, aber jetzt werde ich abgeben, alles was mich am Leben negativ behindert, lasse ich aussen vor, auch MEINE MUTTER!!! Schön, dass ich Euch gefunden habe… Sandra (Sandy)

Ibrahim
Ibrahim
5 Monate zuvor

Ich weiß genau wie es ist eine kalte lieblose Mutter zu haben.Ich habe auch jahrelang gehofft, dass meine Mutter mich irgendwann liebt und mich wertschätzt.
Ich habe sogar versucht ihre Liebe zu kaufen, habe sie mit Geschenken überhäuft, während ich von ihr immer lediglich mit SMS Nachrichten bedacht wurde,z. B an meinen Geburtstagen. Sie hat mich nicht einmal angerufen, als ich nach einer großen OP im Krankenhaus lag usw. und der absolute Höhepunkt war dann erreicht als mein Vater letztes Jahr starb. Sie schrieb mir wieder einmal nur eine dämliche WhatsApp Nachricht mit den Worten: „Ich habe von einer Arbeitskollegin erfahren, dein Vater ist gestorben. Mein Beileid.“
Ich dachte mir nur, ey gehts noch wie eiskalt kann den ein Mensch sein ?! Ich bin dein fucking Sohn und mein Dad ist gestorben!
Seitdem habe ich den Kontakt zu ihr abgebrochen und ich merke langsam wie ich heile. Ich habe mich von all den toxischen Beziehungen getrennt, meinen Job den ich schon seit Jahren gehasst habe gekündigt. Es war anfangs echt hart, aber jetzt geht es mir viel besser. Ich weiß ich bin ohne sie viel besser dran und das traurige ist, sie fehlt mir kein bisschen. Es gibt Tage da träume ich immer noch von einer Mutter, die mich regelmäßig besucht, die sich für mich und mein Leben interessiert und für mich da ist, aber diese Mutter existiert nur in meinen Träumen und hat mit der Realität nichts zu tun…

Kerstin
Kerstin
6 Monate zuvor

Liebe Sandra, ich kann deine Geschichte voll und ganz nachvollziehen und auch verstehen.
Es ist ein ewiger Kampf,um Gefühle zu finden, die man so tief in sich vergraben hat und nicht mehr zulassen kann. Ich bin 56 und muss resigniert zugeben dass es einfach so ist wie es ist. Ich hab schon viel zu viel Zeit damit verbracht mir selbst damit weh zu tun. Meine Mutter ist mittlerweile 83 und weiß von allem gar nichts mehr.
Mir stellt sich nur noch die Frage ob es mir meine verlorenen Jahre wiedergeben würde?

Kathrin
Kathrin
7 Monate zuvor

Ich weine gerade einfach nur

Satora
Satora
9 Monate zuvor

Ich finde gut, das Sandra darüber schrieb.

Und auch die vielen Kommentare dazu.
Ich mußte in den letzten Monaten immer wieder darüber
nachdenken, warum das bei mir so ist, aber ich denke
inzwischen, das hat seinen Grund.
Leider bin ich nur noch traurig, nach so vielen Jahren.
Was passierte, läßt sich nicht vergeben.
Aber ich empfinde es als traurig, das z.B. mein Vater
oder der Rest meiner Familie um meine verstorbene
Mutter trauert, während ich für sie gar nichts mehr
empfinde und äußerst dankbar dafür bin (es war
früher so ein schlimmer Hass in mir, das hat mich
in meinem Leben sehr belastet, und auch das
Schuldgefühl, das Niemand anderes mich verstehen
konnte oder wollte).
Ich bin mittlerweile einfach nur noch traurig, traurig
zu sein, das ich sie nicht lieben konnte, weil es einfach
unmöglich war. So ähnlich wie bei Sandras Geschichte.

Traurig, weil ich nie erfahren habe, wie es ist, eine
gute Mutter zu haben. Und deswegen wiederum
andere nie verstehen kann.

Jürgen Grosmann
Jürgen Grosmann
11 Monate zuvor

Du hast sie auch als Kind nie geliebt… du warst in einer Abhängigkeitssituation. Das nur mal so als Gedanke!

Anny
Anny
11 Monate zuvor

Hallo liebe Sandra,
ich kann das alles so sehr nachempfinden, auch den einen schrecklichen Teil, man hat mich aber damals als Lügnerin hingestellt.
Ich habe endgültig mit meiner „Mutter“ gebrochen, als ich mein zweites Kind bekam, denn sie hat meinem Kind den Tod gewünscht, gerade wo ich 6 Jahre vorher meinen Sohn zu Grabe tragen musste.. das war der Punkt, wo ich endgültig für mich beschlossen habe, dass alle Bemühungen akzeptiert und geliebt zu werden, umsonst waren.

AnnA
AnnA
1 Jahr zuvor

Es ist verständlich, wie Teilnehmerinnen sich zu dem Thema äußern…das ganze geht aber mit einer radikalen Abgrenzung nicht auf…aus den Erzählungen klingt viel Verlust, Enttäuschung und Defizit in der Erwartung, was die Mutter hätte machen müssen.
Solange es diese Schuldzuweisung und Vorwurfsschiene bedient, bleiben die Töchter in ihren Verletzungen und Enttäuschungen hängen und gehen damit auf ihre Mitmenschen, ihre Partner und eignen Kinder zu…

Es ist nicht ausschlaggebend, welche Wahrheit gehändelt wird. Aber es ist jeden neuen Tag prägend, in welcher Veffassung sie dem Leben und ihren Mitmenschen begegnen. Kleinkinder nehmen ihre Mütter so wie sie sind, aber sie spüren auch ohne rationelles Wissen, ob sich was richtig anfühlt oder ob die Mutter zB mit völlig veränderter Stimme redst, wenn es um Belange ihrer Mutter geht, die sie aus ihrem Leben abgeschnitten hat, und infolge auch die Grossmutter ihren Kindern vorenthält…

Der Rückschlag wächst mit zunehmendem Verstand, weil die Kinder forschen, warum es sich nicht richtig anfühlt und sie werden der Sache nachgehen…dann müssen die Mamas sich ajf die Gegenüberstellung im eigenen Spiefelbild einstellen…sicher dass es kommt. Viel Kraft dafür…LG eine Mutter, ein inneres Kind und eine Großmutter, die alle Stufen der Generation aus eigenem Erleben kennt….

maya
maya
1 Jahr zuvor

Ich kann das alles sehr nachempfinden.. Schon mit 14 jahren bin ich von zuhause abgehauen, weil ich schon als Kind mit den gemeinen Aussagen und der Schläge meiner Mutter konfrontiert war. Ich bin zwar immer wieder zurrück gekehrt, allerdings jedes Mal aufs Neue wieder abgehauen von Zuhause. Von meinen Geschwistern bin ich die Einzige, die meiner Mutter auch Kontra gab, somit habe ichs auch am meisten abbekommen. „Eines Tages hast du Kinder, dann verstehst du mich“ hieß es immer. Jetzt bin ich selber Mama und ehrlich gesagt verstehe ich sie noch weniger als vorher. Sie hat sich entschieden uns zu bekommen, wieso also dieses ständige „ich hab mich für euch aufgegeben? Dieses ewige Schuldgefühl. Demütigungen vor Anderen, als Strafe fürs Verliebt sein die Haare überm Waschbecken abschneiden und und und.. Ich bin selber Mama von einer Tochter und ich bin überzeugt, ich mag meine Mutter nicht.

Sandra
Sandra
1 Jahr zuvor

Danke, Sandra.
Falls du das hier liest: du hast mir so unfassbar mit deiner Geschichte geholfen!
Es ist, als hätte das Schicksal sie mir gerade jetzt geschickt. Ich sitze hier und weine. Und heile die verletzten Wunden meines eigenen inneren Kindes.
Ich wünsche dir alles Gute
Viele Grüße von einer anderen Sandra, mit der gleichen Geschichte

Doro
Doro
1 Jahr zuvor

Ich liebe meine Mutter auch nicht. Und das beruht ganz klar auf Gegenseitigkeit!

Meine Mutter hat Anfang 20 ihr Studium abgebrochen, geheiratet und mich kurz nach der Hochzeit bekommen. Angeblich war sie zum Zeitpunkt der Hochzeit (4 Monate vor meiner Geburt) noch nicht schwanger, musste aber ihr Studium, was sie ein ganzes Jahr vor meiner Geburt schon abgebrochen hatte, nur meinetwegen abbrechen.

Und wenn meine Mutter sagt, dass die Erde eine Scheibe ist, dann ist sie eine Scheibe!!!

Jedenfalls bin ich meiner Mutter zu ewigem Dank verpflichtet, weil sie „alles“ (also ihr Studium) für mich opfern musste und ich stehe lebenslang in ihrer Schuld!

Oder auch nicht …

Ich bin für mich, für mein Leben und für meine Entscheidungen verantwortlich. Für die Entscheidungen meiner Eltern stehe ich nicht gerade und das nehmen sie mir sehr, sehr übel.

Den Kontakt habe ich abgebrochen und es war wie ein Befreiungsschlag!

Sibel
Sibel
1 Jahr zuvor

Wow dachte ich wär alleine damit 😅
Danke das du es mit uns geteilt hast.
Mir geht es genauso mit meiner Mutter und ich hoffe dieser Albtraum hat bald ein Ende. Alles Liebe. Lg Sibel

Meidrotj
Meidrotj
1 Jahr zuvor

Hallo ich Verstehe das sehr gut meine Mutter hat mich auch nie geliebt im Gegenteil wurde als Kind geschlagen weil sie nur an sich gedacht hat. Mfg Andre

R.Waldner
R.Waldner
2 Jahre zuvor

Liebe Sandra. Ich kann dich gut verstehen. Ich habe mit 25 Jahren den Kontakt zu meiner älteren Schwester abgebrochen, die durch unsere familiäre Situation wie eine Mutter für mich war. Ich habe ein Leben Haß und Abneigung von ihr zu spüren bekommen, dachte natürlich immer, daß ich daran Schuld bin und habe andauernd um ihre Liebe gekämpft. Wenn ich diese Entscheidung nicht getroffen hätte, hätte sie mich wahrscheinlich zerstört und ich bin jeden Tag auf´s neue froh, daß ich die Kraft dazu hatte. (Das ist jetzt bereits über 20 Jahre her)Genau wie du habe ich jetzt eine eigene Familie in der ich Liebe und Geborgenheit spüre, dafür bin ich sehr, sehr dankbar.

Annegret Wagner
Annegret Wagner
2 Jahre zuvor

Seit ich meine Leihenkelin kenne und ihre Mutter samt Stiefvater erlebt habe, kann ich deine Worte nachvollziehen. Es gibt Mütter bzw Eltern die kann und darf man, sich selbst zuliebe, nicht lieben. Meine Leihenkelin ist mit unserer Hilfe raus aus dieser Familie. Jetzt geht es ihr endlich wieder gut. Auch für dich alles Gute.

Nadine
Nadine
2 Jahre zuvor

Dem schließe ich mich an. Seit ich den Kontakt zu meinen Eltern nicht mehr habe, geht es mir viel besser. Und meine Schwiegereltern sagen auch nicht mehr:“Aber du sollst deine Eltern doch lieben und ehren.“ Wer mich und mein Leben mit Füßen tritt und meine eigene Familie beleidigt, der wird von mir nicht mehr geehrt und schon gar nicht geliebt! Ich verstehe dich sehr, sehr gut und wünsche dir viel Kraft, alles alleine zu wuppen, während überall um dich herum die Großeltern liebevoll mit ihren Enkeln umgehen und auch ihre eigenen Kinder so akzeptieren und lieben, wie sie sind.

Peggy
Peggy
2 Jahre zuvor

Vielen Dank für diesen Artikel…. Meine Gedanken meine Mutter nicht zu lieben sind ja doch nicht so verkehrt wie ich immer dachte….