„Ich habe das Gefühl, meine Familie verwechselt mich mit Google!”

„Gemeinsam mit meinem Mann habe ich zwei wundervolle Kinder. Eine Tochter, sie wird bald sechs und einen Sohn, der gerade vier Jahre alt geworden ist. Ich liebe meine Familie, aber sie treibt mich regelmäßig in den Wahnsinn. Besonders auf die Palme bringt mich, wenn ich dauernd nach dem Verbleib von irgendwelchen Dingen gefragt werde. ‚Mama, wo sind meine Schuhe?‘ ‚Maaaaaama, woooo?!‘

Ich komme mir manchmal vor wie Google, jeder gibt ständig eine Frage ein.

So geht das den ganzen Tag! Sagt mir nicht, dass ihr das nicht auch kennt. Doch während meine Kinder eben Kinder sind und ich nun mal die Mutter, sodass ich das ständige Gefrage nach dem Verbleib, der von ihnen verlegten Dinge noch einigermaßen ertragen kann, treibt mein Mann mich damit regelrecht zur Weißglut. Er verlegt regelmäßig (gefühlt fünfmal am Tag) seinen Schlüssel, sein Handy, die Kopfhörer, Portmonee, einfach alles.

Kurz bevor er aus dem Haus geht, ruft er völlig gestresst durch den Flur: ‚Schatz, schnell, wo liegt mein Schlüssel?‘ Ich verstehe nicht, wieso ein erwachsener Mann sich nicht besser organisieren kann. Er ist in dem Moment so kopflos, dass er vermutlich zu spät kommen würde, wenn ich nicht helfen würde. Doch auch im Alltag fragt er mich ständig, wo was steht.

Als wir neulich Gäste hatten, fragte er mich allen Ernstes, wo unsere Salatschüssel steht.

Wir teilen diesen Haushalt nun seit 10 Jahren. Kein Wunder, dass unser Besuch sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Und wie immer war ich es, die hektisch loslief, um die benötigten Dinge zu holen. Ich ärgere mich jedes Mal: Such doch einfach mal gründlich, würde ich ihm am liebsten sagen – und sage das manchmal auch. Dann wüsste er wahrscheinlich beim nächsten Mal, wo die Sachen stehen. Das Blöde ist: Ich finde die Sachen meistens viel schneller als er.

Aber wäre das auch so, wenn ich nicht immer die einzige wäre, die ständig nach irgendwas gefragt wird und sich immer verantwortlich fühlt? Da fragt man sich doch, ob er das extra macht. Ist ja auch bequemer, kurz nach mir zu rufen, als selbst aktiv zu werden. Aber ich bin doch nicht seine Mutter!”


Liebe Anna, vielen Dank, dass du uns deine Geschichte anvertraut hast. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!

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Lena Krause
Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und übe mich als Patentante (des süßesten kleinen Mädchens der Welt, versteht sich). Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert. Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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Michaela
Michaela
18 Tage zuvor

Ich kenne das genauso wie du. Meine jüngste ist 9 Monate und braucht mich grad mehr als die andern beiden und ich würde es mir manchmal wünschen das mein Mann etwas mehr Verantwortung übernehmen würde. Es hilft sich einfach mal rauszuhalten und sich bewusst hinzustellen und zu sagen, „such selber“. Eigenverantwortung fördern. Dauert länger, kostet Nerven und Zeit aber sie fangen an selber zu denken. Klar hätt ich es schneller gefunden aber vielleicht suchen sie das nächste mal nicht weil sie es sich gemerkt haben 😆
Hoffen kann man ja.