Wechsel in die weiterführende Schule – was jetzt wichtig ist!

Dein Kind ist neun oder zehn Jahre alt? Dann beginnt für euch schon ganz bald ein neuer, aufregender Lebensabschnitt: der Wechsel in eine weiterführende Schule! Gestern hat dein Schatz noch mit Bauklötzen gespielt, jetzt steht schon der nächste, wichtige Schritt an. Diese Zeit ist nicht nur super schön und spannend, sondern bringt auch ganz neue Herausforderungen und Fragen mit sich.

Auf der einen Seite freuen sich die Kinder, ab jetzt zu den „Großen“ zu gehören – auf der anderen Seite kann der Schritt in die weiterführende Schule auch ganz schön einschüchternd (und sogar teilweise etwas beängstigend) sein: Die Klassen in der Grundschule sind überschaubar – nun kommt dein Kind in eine riesige Schule mit großen Klassen, fremden Kindern, einer neuen Lehrerschaft und Schulfächern, die bisher nicht auf dem Plan standen. Dazu kommt der häufig auch etwas längere Schulweg. Was kannst du tun, um dein Kind gut auf den neuen Lebensabschnitt „weiterführende Schule“ vorzubereiten?

So kannst du dein Kind beim Schulwechsel unterstützen!

Freunde sind für Kinder im Schulalter extrem wichtig. Freundschaften sind ausschlaggebend dafür, ob die Kinder sich in „ihrer“ Schule wohlfühlen oder nicht. Finde heraus, ob Bekannte oder Freunde ebenfalls auf die gleiche Schule wechseln. Zu wissen, dass sie bereits andere Kinder in der Klasse kennen (selbst wenn es sich nicht um Freunde handelt), gibt den Kleinen Sicherheit. Außerdem könnt ihr euch vorab mit den anderen Familien connecten und austauschen. Besorge am besten schon vor dem Schulstart alle Schulutensilien. Wenn es emotional wackelt, kann man häufig mit praktischen Dingen gegenwirken. Fast jede Schule hat eine Website, auf der du nachlesen kannst, was dein Kind braucht. Außerdem gibt es meistens einen Tag der offenen Tür und Einführungstage, an denen ihr die Räumlichkeiten kennenlernen könnt. Darüber hinaus ist es hilfreich, wenn ihr schon vor dem Schulstart den Schulweg zusammen lauft oder mit Öffis abfahrt. 

Neben der praktischen Vorbereitung ist es wichtig, dass du offen mit deinem Kind über seine Sorgen und Ängste sprichst. In den Gesprächen kannst du dann ganz sanft den Fokus auf die Stärken deines Kindes lenken und ihm Mut machen. Erinnere dein Kind daran, dass es schon vor ähnlichen Situationen gestanden hat – zum Beispiel im Kindergarten, der Grundschule oder im Verein. Und diese erfolgreich gemeistert hat! („Weißt du noch, beim Fußball hast du ganz mutig Ben angesprochen und von da an wart ihr dicke Freunde…“)

Es gibt einige To Do's, die vor dem Schulstart erledigt werden müssen: dazu zählt auch das Überprüfen der Impfpasses!

Es gibt einige To Dos, die vor dem Schulstart erledigt werden müssen: dazu zählt auch das Überprüfen des Impfpasses! Foto: Pexels

HPV-Impfung: Wichtiges To-Do auch zum Schulwechsel

Neben all den To-Dos, die auf der Liste stehen, sollten wir Eltern das Impfheft unserer Kinder nicht vergessen. Mit dem Wechsel in die weiterführende Schule steht jetzt auch das Thema „HPV-Impfung“ im Raum. Wir haben alle schon mal davon gehört, viele von uns sind sogar selbst geimpft – aber eine gewisse Unsicherheit ist trotzdem da. Ab wann sollte mein Kind sich impfen lassen? Was muss ich dabei eigentlich beachten? Gibt es Nebenwirkungen? Wie erkläre ich meinem Kind in einer leichten und verständlichen Sprache, warum diese Impfung so wichtig ist?

Was ist HPV – und warum kann eine Infektion mit dem Virus so gefährlich werden?

Humane Papillomviren (HPV) sind Viren, die von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die Viren können über kleinste Verletzungen der Haut bzw. Schleimhaut in den Körper eindringen und so eine Infektion verursachen. Die Infektion bleibt meistens unbemerkt und heilt ohne Beschwerden ab. Infektionen mit HPV sind weit verbreitet: Ungefähr 85 bis 90 Prozent aller Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Aus Infektionen  mit gewissen HPV-Typen, die nicht von allein wieder abheilen, können sich mit den Jahren Krebsvorstufen und Krebs entwickeln, wie Gebärmutterhalskrebs, Anal-, Schamlippen- und Scheidenkrebs. Etwa eine von 20 Krebsdiagnosen weltweit ist auf HPV zurückzuführen. 

Warum ist HPV trotz der weiten Verbreitung so wenig bekannt?

Rund um das Thema HPV gibt es leider nach wie vor noch viel Unwissenheit und Fehlinformationen. Wie zum Beispiel die Annahme, dass nur Mädchen bzw. Frauen davon betroffen seien. Dabei betrifft HPV auch Jungs bzw. Männer. Außerdem ist das Thema Geschlechtskrankheiten nach wie vor schambehaftet. Viele scheuen sich davor, über HPV zu sprechen. Dabei ist es super wichtig, sich zu dem Thema zu informieren. Was viele nicht wissen: Eine Impfung im Alter ab 9 Jahren ist ein wichtiger Beitrag bei der Vorbeugung bestimmter HPV-bedingter Krebserkrankungen. 

Warum ist die Impfung schon ab einem Alter von 9 Jahren wichtig?

Die wichtigste Maßnahme, um bestimmten HPV-bedingten Erkrankungen vorbeugen zu können, ist die HPV-Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die frühzeitige Impfung im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die Impfung sollte idealerweise vor einem möglichen Kontakt mit den Viren durchgeführt werden. Zudem reagiert das Immunsystem umso besser auf die Impfung, je jünger die Person ist. Es gilt also: so früh wie möglich! Sprich, du solltest dein Kind idealerweise schon beim Wechsel in die weiterführende Schule impfen lassen. Versäumte Impfungen können aber auch noch bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Wie läuft die Impfung ab und gibt es Nebenwirkungen?

Die HPV-Impfung besteht aus mehreren Einzelimpfungen. Kinder bis 14 Jahre erhalten zwei Einzelimpfungen im Abstand von fünf Monaten, ältere Kinder erhalten drei Impfdosen. Die Impfung wird meistens in den Oberarm gespritzt. Viele Eltern machen sich Sorgen, ob die Impfung verträglich ist und ob es irgendwelche Nebenwirkungen gibt. Verständlich. Geimpft wird nicht mit dem Virus selbst, sondern mit leeren, virusähnlichen Hüllen, die das „echte“ Virus nachahmen und so die körpereigene Abwehr aktivieren. In der Regel ist die Impfung gut verträglich. Es kann vorkommen, dass in den Tagen dache der HPV-Impfung an der Einstichstelle eine Rötung oder Schwellung auftritt oder es dort zu Schmerzen kommt. Manchemal kann es auch zu einer Temperaturerhöhung, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit kommen.

Mutter zeigt ihrer Tochter etwas im Laptop.

Wir wissen, dass eine Aufklärung zu HPV wichtig ist. Aber wie erklären wir es unseren Schulkindern? Foto: Pexels

Warum sollte ich mit meinem Kind über HPV sprechen – und wie mache ich das kindgerecht?

Wir Eltern möchten unsere Kinder am liebsten vor allem „Schlechten“ und „Negativen“ beschützten. Über schwierige und ernste Themen wie Krebs zu sprechen, davor scheuen viele (verständlicherweise!) zurück. Doch wenn wir unsere Kinder wirklich beschützen wollen, dürfen wir Themen wie HPV nicht einfach ausklammern. Obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ziel verfolgt, dass bis 2030 90 Prozent aller Mädchen bis zum Alter von 15 Jahren vollständig gegen HPV geimpft sind, lag die Impfquote in Deutschland 2020 für eine vollständige Impfung bei den 15-jährigen Mädchen bei 51 Prozent, bei Jungen im selben Alter sogar nur bei 17 Prozent. Initiativen wie ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs. wollen das ändern. ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs. macht sich stark dafür, HPV stärker ins Bewusstsein der Menschen und in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken, vor allem aber, Mädchen und Jungen so weit wie möglich vor den späteren Folgen einer HPV-Infektion zu bewahren und bestimmte HPV-bedingte Erkrankungen zu reduzieren.

Aber: Wie kannst du denn nun mit deinem Kind ins Gespräch gehen und das Thema kindgerecht verpacken? Hier ein kleiner Leitfaden:

  • Bereite dich gut auf das Gespräch vor, indem du dich selbst zum Thema informierst.
  • Kinder brauchen keine langen Reden. Häufig reicht eine kurze, „einfache“ Erklärung.
  • Sei ehrlich, mache deinem Kind aber keine Angst.
  • Versuche nicht, dein Kind durch Lügen oder Beschönigungen zu schonen – Kinder haben feine Antennen.
  • Vermeide “Fachchinesisch“. Erkläre HPV und seine Folgen so einfach, anschaulich und bildhaft wie möglich.
  • Gehe auf die Sorgen, Ängste und Fragen deines Kindes ein.
  • Kinder brauchen Halt und Sicherheit. Sage deinem Kind, dass du als erwachsene Person die Verantwortung übernimmst bzw. die Entscheidungen triffst. 
  • Vereinbare einen Termin bei eurem Kinderarzt. Er kennt sich mit HPV aus und kann euch kindgerecht und einfühlsam zur Impfung beraten.

Zusammen mit ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs. haben wir eine Checkliste zum Download für euch zusammengestellt!

Corinna Siemokat
Ich arbeite seit über zehn Jahren als Journalistin. Studiert habe ich Modejournalismus/Medienkommunikation, schreibe mittlerweile aber viel lieber über Frauen- und Familienthemen als über Fashion. Ganz besonders am Herzen liegt mir das Thema Vereinbarkeit. Dafür setze ich mich auch in meinem Job als Office Managerin bei Coworking Toddler (Kinderbetreuung + Coworking Space) ein. Ich lebe mit meinen zwei Söhnen (6 und 2 1/2 Jahre alt) in Berlin. Mit zwei kleinen Jungs Zuhause ist es oft wild und turbulent (die Autonomiephase bei K2 lässt grüßen…). Eine prima Inspirationsquelle für meine Artikel bei Echte Mamas! Wenn zwischen Spielplatz, Sporthalle und anderen spannenden Aktivitäten mit den Kids noch Zeit bleibt, gehe ich gerne joggen, zum Yoga oder entspanne in der Badewanne.

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