„Hilfe, meine Schwiegereltern nehmen mir mein Baby weg!“

„Ich habe lange überlegt, ob ich den Mut habe, meine Geschichte für euch aufzuschreiben. Aber am Ende tut es mir vielleicht auch einfach gut, wenn ich einfach mal alles in Worte fassen kann.

Mein Mann und ich sind seit sechs Monaten stolze Eltern einer wunderbaren und süßen sechs Monate alten Tochter. Das einzige Problem: Mittlerweile habe ich ernsthaft Angst, dass sie irgendwann zu meinen Schwiegereltern Mama und Papa sagt. Wie es dazu kommen konnte?

Mein Mann und ich leben mit seinen Eltern in einem Haus und arbeiten beide in ihrer Firma.

Damit sieht meine Tochter die beiden sowieso täglich. Was natürlich nicht schlimm wäre, würden sie meine Tochter mir nicht ständig wegnehmen. Das Schlimmste für mich: Das hat schon am zweiten Tag begonnen, an dem ich mit der Kleinen zu Hause war.

Diese Situation wurde für mich zu einer regelrechten Schlüsselszene: Meine Maus hatte gerade geschlafen und als sie wach wurde und weinte, wollte ich natürlich direkt zu ihr. Doch meine Schwiegermutter stellte sich mir in den Weg, weil sie und ihr Mann sich um das Baby kümmern wollten. Auf meine Einwände meinte sie nur: ‚Wir wollen sie nehmen und wickeln!‘ Ich konnte mich einfach nicht durchsetzen und weinte in den Armen meines Mannes. Als meine Schwiegereltern das bemerkten, hieß es nur, dass ich überempfindlich wäre.

,Die Großeltern dürfen sich doch wohl auch mal kümmern!`

Natürlich dürfen sie das, aber vielleicht nicht gegen den Willen der Mutter, wenige Tage nach der Geburt und am zweiten Tag zu Hause. Doch die Eltern meines Mannes hatten keinerlei Nachsehen mit mir. Ich fiel dann direkt in eine tiefe Wochenbettdepression. Auch das wurde von meiner Schwiegermutter nicht ernstgenommen. Sei meinte, dass SIE sowas nicht kenne. Sie sei schließlich auch Mutter und wäre immer wunderbar mit allem zurecht gekommen.

Ihr ist offenbar egal, dass nicht alle Frauen gleich auf eine Geburt reagieren. Ihre Reaktion hat es mir noch schwerer gemacht, mich in meiner Mutterrolle einzufinden. Seit der Geburt bestehen die Eltern meines Mannes täglich darauf, unser Baby bei sich zu haben, um mit ihr zu spielen und zu kuscheln. Mein Mann und ich scheinen nur noch für die Ernährung zuständig zu sein und ich habe mittlerweile das Gefühl, dass meine kleine Tochter das auch so sieht.

Während sie mit Oma und Opa Spaß hat und alles mögliche erlebt, sind wir nur noch die Nahrung auf zwei Beinen.

Es deprimiert mich zu sehen, wie unsere Tochter bei meinem Mann und mir nur noch schreit und weint und ihre Großeltern dafür immer öfter anlächelt. Auch Spielen möchte sie mit uns gar nicht mehr, das machen schließlich die Eltern meines Mannes jeden Tag bis zum Abwinken mit ihr. Das alles schürt in mir die Angst, wieder in die Depression zu fallen und mein Kind an meine Schwiegereltern zu verlieren.

Aber egal, was ich sage oder tue, meine Schwiegereltern nehmen mich nicht ernst. Sie reagieren so, als ob ich gar nicht da wäre. Sie behandeln mich wie Luft. Wenn ich meine Tochter dann für einen Tag mal nicht abgeben, werden die beiden richtig zickig und verlangen am nächsten Tag umso mehr Zeit mit ihr. Noch dazu setzen sie sich immer wieder über unsere Regeln hinweg und behandeln meine Tochter so, wie sie es für richtig halten.

Ich habe einfach Angst, dass meine Schwiegereltern mir meine Mutterrolle wegnehmen… Sie sind doch die Großeltern und nicht die Eltern!

Trotzdem will ich nicht ständig deswegen jammern, schließlich möchte ich stark sein für meine Familie. Aber ich weiß gerade einfach nicht, wie ich mich aus dieser Situation befreien kann.“

 


 

Liebe Magdalena, vielen Dank, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast! Wir wünschen dir und deiner Familie für die Zukunft alles Liebe.

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Lena Krause

Als Wahlhamburgerin könnte ich mir keine schönere Stadt vorstellen, um dort zu leben. Gemeinsam mit meinem kleinen Hund Lasse bin ich gerne im Grünen unterwegs und erkunde die vielen tollen Ecken Hamburgs. Das Schreiben hat mir schon immer Spaß gemacht und deswegen war für mich schnell klar, dass ich diese Leidenschaft zum Beruf machen möchte.

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