Publikum im Kreißsaal – Wenn die Schwiegereltern zugucken sollen

Erinnert ihr euch noch an die Geburt eures Kindes oder eurer Kinder? Mal ganz ehrlich.

Bei mir ging es sehr schnell und war, was man wohl aus ärztlicher Sicht als unkompliziert beschreiben würde. Ich erinnere mich aber an ziemliche Schmerzen und Druck auf dem Darm. Daran, dass ich nicht wusste, ob ich sitzen, hocken oder liegen möchte. Daran, dass ich wenig bekleidet mehrfach die Position gewechselt habe. Ich erinnere mich an den Schwall Fruchtwasser, der der Ärztin ins Gesicht spritzte und ziemlich viel Blut auf der Liege, dem Boden und auf meinem T-Shirt.

Ich erinnere mich nicht an daran, wie die Hebamme oder die Ärztin aussahen oder hießen, aber daran, dass ich heilfroh war, dass mein Freund da war und mich unterstützte. Daran, dass ich ziemlich mit mir selbst beschäftigt und am Ende ganz schön k.o war.

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Vor allem erinnere ich mich aber nicht daran, dass ich gern weitere Zuschauer, geschweige denn, meine Schwiegereltern im Raum gehabt hätte. Ihr etwa?

Genau das schien aber ein Mann von seiner Frau in den USA zu erwarten. Er bestand darauf, seine Eltern an der Geburt teilhaben zu lassen. Auf der Suche nach Rat wandte sich die werdende Mutter an das Online-Forum „Quora“. Die Debatte, die dadurch ausgelöst wurde war hitzig und ging durch die Medien. Wer darf mitbestimmen, wenn es um die Geburt des gemeinsamen Kindes geht?

Foto: quora.com

Die Antworten kamen schnell und zahlreich, meist von anderen Frauen, die der Meinung waren, dass der Mann in dieser Situation absolut nichts zu sagen habe.

„Dein Körper – deine Regeln“ war die überwiegende Message. Und, dass der Mann vermutlich falsche Vorstellungen davon habe, was in so einem Kreißsaal passiert.

„Ich vermute, das ist euer erstes Baby“, schreibt eine Mutter zweier Kinder und Großmutter von fünf. „Wenn du 200 Mütter fragst, wirst du 200 verschiedene Beschreibungen einer Geburt bekommen. Die Vorstellung deines Mannes scheint aber auf zu vielen Hollywood-Filmen zu beruhen, in denen eine hübsche Schauspielerin ein wenig stöhnt, vielleicht einmal „OUCH!“ ruft und dann ein perfekt geformtes (3 Monate altes) „Neugeborenes“ in den Arm gelegt bekommt. In Wirklichkeit kann eine werdende Mutter eher wie ein Stephen King-Horrorfilm klingen.“

Es hagelte aber auch grandiose, wahrscheinlich nicht ganz ernst gemeinte Vorschläge, wie man zu einer Einigung kommen könnte:

„Frag deinen Mann, was er davon halten würde, wenn du deine Eltern zu seiner Darmspiegelung oder Prostata-Untersuchung einladen würdest – als moralische Unterstützung.“

„Sag deinem Mann, dass das für dich klar geht, wenn er sich zuvor 12 Stunden lang nackt vor deinen Eltern zeigt – mit gespreizten Beinen, inklusive Stuhlgang.“

„Dein Mann muss erst die Nabelschnur zu seinen Eltern durchschneiden, bevor er die eures Kindes durchschneiden darf.“

Viele Forumsmitglieder schlugen aber auch einen ernsteren Tonfall an und machten sich Sorgen um die Ehe der beiden im Großen und Ganzen, sollte der Mann auf seinen Wunsch bestehen und seine Frau, wie sie schreibt „zwingen“, seine Eltern im Raum zu akzeptieren. Andere verwiesen auf mögliche Komplikationen bei der Geburt, bei der anwesende Gäste nicht nur stören, sondern auch die Ärzte bei ihrer Arbeit behindern und somit die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden könnten. Darum raten ihr auch viele, sich Unterstützung beim Krankenhauspersonal zu holen.

Einzig ein Mann stellt sich besorgt auf die Seite des werdenden Vaters: „Viele der Antworten auf diese Frage frustrieren mich und stinken nach Sexismus und Missverständnissen“, schreibt er. „Frauen lieben es zu sagen:“ Es braucht zwei zum Tangotanzen“, wenn sie Unterstützung verlangen, aber das wird dann zu“ Es ist meine Vagina“, wenn sie stattdessen nach Autonomie verlangen.“ Wie bitte?!

Was soll man dazu noch sagen? Was meint ihr?

Britta Kunz

Ich bin freie Autorin und Redakteurin und seit meinem Geburtstag vor zwei Jahren auch Mama eines fantastischen Sohnes. Wir leben zusammen mit meinem Freund in Hamburg und werden ab dem kommenden Sommer sogar zu viert sein.
Als echtes Küstenkind liebe ich es am und auf dem Wasser zu sein. Früher waren mein Freund und ich echte Weltenbummler. Momentan besuchen wir eher Traumziele an der Ostsee oder der Lüneburger Heide. Aber wir freuen uns jetzt schon darauf, mit unseren Kindern die große weite Welt ganz neu zu entdecken.

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Kommentare

  1. Hallo,
    Spannender Artikel. Ich kann alle Frauen verstehen, die keine Gäste im Kreissaal haben möchten. Schließlich ist es für die Frau (und nicht für den Mann) eine absolute Ausnahmesituation. Den einzigen Sexismus, den ich in dieser Situation sehe, ist, dass Männer biologisch nicht in der Lage sind Kinder 9 Monate in sich zu tragen und auf die Welt zu bringen.
    Weiß man denn schon, wie die Situation ausgegangen ist?

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