Harvard-Studie: Kinder profitieren, wenn Mama berufstätig ist

Immer wieder schreiben uns Mamas, dass sie sich rechtfertigen müssen, weil sie berufstätig sind – unglaublich, das im Jahr 2024. Noch immer steht viel zu schnell der Vorwurf einer lieblosen „Rabenmutter” im Raum, wenn Mama arbeiten geht.

So war es auch bei Nadine, die uns erzählt: „‚Sogar Freundinnen rümpfen die Nase, dass ich beruflich nicht kürzertrete: ‚Na ja, ich könnte das nicht‘-Kommentare und entsetzte Blicke beim Mädelsabend, wenn ich vom Leben mit Vollzeit-Job und Kind erzähle, geben mir endgültig das Gefühl, eine Rabenmutter zu sein.” Während es für viele immer noch als normal gilt, dass Väter viel arbeiten, werden Mamas dafür kritisiert – ganz schön unfair.

Aber viel schlimmer als die vernichtenden Kommentare von außen ist das eigene schlechte Gewissen.

Mama Timea schrieb uns: „Ich mache mir immer noch Vorwürfe, dass ich unsere Tochter bereits mit einem Jahr in die Krippe brachte, weil ich wieder arbeiten musste. Ich mache mir Vorwürfe, dass wir nicht mit weniger auskommen können und einer von uns nicht nur für das Kind da sein kann. Ich mache mir Vorwürfe, weil ich eigentlich ganz gerne arbeiten gehe. Dieses allgegenwärtige schlechte Gewissen, mein treuer Begleiter in allen Lebenslagen, umgibt mich wie ein grauer Nebel, seit meine Tochter auf der Welt ist.”

Dabei geben Mütter ihr Bestes, Kind, Job, Alltag und Partnerschaft unter einen Hut zu kriegen – und die meisten machen einen großartigen Job! Eigentlich machen sie sogar mehrere Jobs, wenn man die Carearbeit berücksichtigt, was leider immer noch zu selten passiert. Das alles ist schon Grund genug, um das schlechte Gewissen, das viele Working Mums empfinden, zumindest ein bisschen zu mildern. Nun gibt es aber noch einen anderen!

Harvard-Studie zeigt, dass Kinder profitieren, wenn Mama arbeitet

Eine Studie der Harvard Business School, die auf zwei internationalen Umfragen unter über 100.000 Männern und Frauen in 29 Ländern basiert, untersucht den Zusammenhang zwischen der Erwerbstätigkeit von Müttern und der Erwerbstätigkeit erwachsener Töchter und Söhne sowie ihrem späteren Anteil an der Care-Arbeit. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Kinder profitieren davon, wenn Mama arbeitet – besonders die Töchter.

Wenn Mama berufstätig war, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch die erwachsenen Töchter später erwerbstätig sind. Doch damit nicht genug: Sie übernehmen dann auch eher Führungsverantwortung, arbeiten mehr Stunden und erzielen ein höheres Einkommen als Gleichaltrige, deren Mütter nicht erwerbstätig waren. Außerdem verbringen sie weniger Zeit mit der Hausarbeit.

Söhne von berufstätigen Müttern übernehmen mehr Care-Arbeit

Doch auch auf die Söhne hat eine Berufstätigkeit der Mutter Auswirkungen im späteren Erwachsenenleben. Sie verbringen mehr Zeit mit der Betreuung von Familienmitgliedern und mit Hausarbeit. Die Studie liefert auch erste Hinweise, woran das liegen könnte. Die magischen Worte heißen „Geschlechtereinstellungen” und „soziales Lernen”. Das heißt, dass Kinder die mit einer arbeitenden Mutter aufwachsen, weniger von einem veralteten Rollenbild geprägt sind, außerdem lernen sie am Vorbild ihrer Eltern.

Wenn Mama nicht berufstätig ist, können Mädchen von anderen arbeiteten Frauen lernen: Schon der Kontakt mit der Erwerbstätigkeit von Frauen innerhalb der eigenen Gesellschaft kann den Einfluss der Erwerbstätigkeit von Müttern auf Töchter ersetzen und ihren Einfluss auf Söhne verstärken.

Lena Krause
Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und übe mich als Patentante (des süßesten kleinen Mädchens der Welt, versteht sich). Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert. Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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